Arthur Schnitzler besuchte ab 1871 das Akademische Gymnasium und studierte dann Medizin. Er interessierte sich schon früh für Psychologie und arbeitete an der Zeitschrift 'Internationale Klinische Rundschau' mit und.
Bis 1888 war Arthur Schnitzler Assistent und
Sekundararzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und später
Assistent seines Vaters an der Poliklinik. Danach eröffnete er
eine Privatpraxis, die er mit zunehmender literarischer
Tätigkeit immer mehr einschränken musste, aber nie ganz aufgab.
Schnitzler
schreibt zahlreiche Dramen, die teils sozialkritische, teils
psychologische Themen behandeln.
Er hatte ein pessimistisches und negatives
Menschenbild ("Der Mensch ist das mitleidloseste Lebwesen
der ganzen Natur."). Anders als andere Intellektuelle wurde
Schnitzler von den offiziellen Stellen wenig akzeptiert und sein
Popularität sinkt weiter, als er sich gegen den Beginn des
Ersten Weltkrieges ausspricht.
1903
heiratet er seine Frau Olga Gussmann, von der er sich aber 1921
wieder trennte. Daraufhin erzog er ihre beiden Kinder Heinrich
und Lili, deren Selbstmord 1928 in tief erschütterte, alleine.
Am 21. Oktober 1931 stirbt Arthur
Schnitzler an einer Gehirnblutung in Wien.
Werke:
Dramen: Das
Märchen(1894), Freiwild(1898), Das Vermächtnis(1899), Der
grüne Kakadu, Paracelsus, Die Gefährtin (1899), Der Schleier
der Beatrice(1901), Lebendige Stunden(1902), Der Ruf des Lebens,
Zwischenspiel, Marionetten(1906), Der junge Medardus(1910),
Komödie der Worte(1915), Fink und Fliederbusch(1917), Komödie
der Verführung(1924), Der Gang zum Weiher(1926), Im Spiel der
Sommerlüfte(1930), Das Wort(1966), Zug der Schatten(1970)
Novellen:
Sterben(1895), Der Sohn(1899), Lieutnant Gustl(1901), Die
Traumnovelle(1926)
Erzählungen: Die
Frau des Weisen(1898), Frau Berta Garlan(1901), Die griechische
Tänzerin(1905), Dämmereelen(1907), Masken und Wunder(1912),
Frau Beate und ihr Sohn(1913), Doktor Gräsler, Badearzt, Ich
(1917), Fräulein Else, Casanovas Heimfahrt (1918), Die dreifache
Warnung (1924), Die Frau des Richters(1925), Spiel im
Morgengrauen(1927), Flucht in die Finsternis(1931)
Romane: Der Weg ins
Freie(1908), Therese. Chronik eines Frauenlebens(1928)
Andere: Anatol
(1892)- Sammlung von Einaktern, Liebelei (1895)- Schauspiel,
Jugend in Wien (1968)- unvollendete Autobiographie u.v.m.
Personen:
Fritz Lobheimer (junger Mann)
Theodor Kaiser (junger Mann)
Christine Weiringer Hans Weiringer (ihr
Vater)
Mizi Schlager (Modistin)
Katharina Binder (Frau eines Strumpfwirkers)
Lina (ihre 9 jährige Tochter)
Ein Herr
Inhalt:
Theodor, der seinen Freund Fritz von einer
alten Liebe ablenken will, organisiert ein Abendessen mit zwei
Damen, Mizi, seiner Freundin und Christine, unsterblich in Fritz
verliebt ist. Bei und nach dem Abendessen unterhalten sich die
vier ausgezeichnet, als plötzlich der Ehemann von der ehemaligen
Geliebten von Fritz vor der Tür steht und ihm seine Liebesbriefe
an dessen Frau auf den Tisch wirft. Die anderen drei befinden
sich einstweilen in einem Nebenzimmer- außer Theodor weiß
keiner der drei was draußen vor sich geht und sie werden auch
nicht informiert. Der Herr fordert von Fritz die Liebesbriefe von
seiner Gattin zurück. Als Fritz diese nicht hergibt, merkt der
Herr an das er jederzeit eine Herausforderung zu einem
Duell annehmen würde und verlässt wütend die Wohnung. Theodor
beschwichtigt nach dem Abgang des Herren Fritz, dass solche
Sachen meistens gut ausgehen. Nachdem sich Fritz und Christine
sich für den nächsten Tag verabredet haben, begeleitet Theodor
die beiden Damen nach Hause.
Der 2. Akt spielt in der kleinbürgerlichen
Dachwohnung, die Christine mit ihrem Vater bewohnt. Frau Binder,
eine Nachbarin, die ihre Umwelt mit "guten"
Ratschlägen tyrannisiert, möchte Christine von einem Treffen
mit ihrem Cousin überzeugen. Als diese ablehnt und die Wohnung
verlässt um Fritz zu treffen, versucht Frau Binder es bei
Christines, der aber weist sie auch zurück, da er Christine ihr
Leben noch genießen soll. Herr Weiringer erzählt ihr, dass er
nicht den gleichen Fehler wie bei seiner verstorbenen Schwester
machen will, die er viel zu sehr abgeschattet hat.
Als Frau Binder die Wohnung verlassen hat,
kommt Mizi zu Besuch und Christine kommt kurz darauf auch wieder
nach Hause. Sie erzählt Mizi, dass Fritz nicht erschienen ist.
Mizi versucht sie zu trösten, in dem sie ihr erklärt, dass es
kein Mann Wert sei sich wegen ihm die Augen auszuweinen.
Als Fritz, nachdem Mizi gegangen ist, doch
kommt und Christine gesteht, dass er sie liebt kommt Theodor dazu
und gibt vor, dass er und Fritz einige Tage auf das Gut von Fritz
Eltern.
Ein paar Tage später berichtet Christine
Mizi, dass sie ihren Vater ihre Liebe zu Fritz gebeichtet hat,
und bittet sie bei Theodors Haus vorbei zu schauen, ob die beiden
schon zurück sind. Herr Weiringer, der erfahren hat, dass Fritz
bei einem Duell ums Leben gekommen ist, versucht Christine auf
die schönen Dinge des Lebens aufmerksam zu machen, um ihre
Fixiertheit an Fritz etwas zu schwächen. Christine ahnt aber
etwas von dem Unglück und trifft auf Theodor beim Öffnen der
Tür. Voller Entsetzen erfährt sie, dass sie für Fritz nichts
gewesen als ein Zeitvertreib war und dass Fritz bei einem Duell
um eine andere Frau ums Leben gekommen ist. Daraufhin stürzt
sich Christine verzweifelt aus dem Fenster.
Charaktere:
Fritz Lobheimer: Gerade als Fritz glaubt,
seine vergangene Leidenschaft und die Affäre mit einer
verheirateten Frau überwunden zu haben, erfährt dessen Ehegatte
von der ganzen Sache und tötet ihn schließlich in einen Duell.
Fritz fühlt sich in der Nähe von Christine sehr wohl, doch am
Ende kann er ihre Liebe nicht erwidern, denn es ist für ihn nur
eine Liebelei.
Christine Weiringer: Christine ist ein
naives und erfahrendes Mädchen und unsterblich in Fritz
verliebt. Sie befürchtet zwar, dass er sie vielleicht einmal
verlassen wird, doch dass er wegen einer anderen Frau in einem
Duell umkommt verkraftet sie nicht. Als sie begreift, dass sie
für Fritz nur eine Liebelei war, stürzt sie sich
aus Schmerz in den Tod.
Mizi Schlager und Theodor Kaiser: Mizi
hat in ihrem Leben fast nur schlecht Erfahrungen mit Männer
gemacht. Daher ist sie ihnen gegenüber auch nicht sehr positiv
eingestellt und geht eine Beziehung eher aus Vergnügen ein, ohne
wirklich einen festen Partner zu suchen. Das selbe Prinzip
verfolgt Theodor, der selten treu ist und bis jetzt nicht die
wahre Liebe gefunden hat. Bei beiden ist das eine Art
Schutzmechanismus um nicht verletzt zu werden.
Hans Weiringer: Er ist der Vater von
Christine und hat früher versucht hat, seine Schwester von allem
Unglück und Schmerz zu bewahren. Diese ist dann jedoch
unglücklich und ohne richtig gelebt zu haben gestorben.
Deshalb lässt er Christine ihre
Jugend vollkommend genießen. Er macht ihr wenig Vorschriften und
drängt sie auch nicht zu einer Heirat. Nach ihrem Tod quälen
ihn aber große Vorwürfe.
Formales:
Das Schauspiel Liebelei entstand
1894. Es besteht aus drei Akten, wobei der Erste der längste und
der Dritte der kürzeste ist. Die Uraufführung war am 9. Oktober
1895 im Burgtheater in Wien.
Das Werk Liebelei ist im Alltags-Deutsch
geschrieben, jedoch in einer wenig veralteten Sprache. Ort der
Handlung ist Wien. Zeit der Erzählung, laut Buch, Gegenwart,
doch aufgrund der Sprache, kann man schließen, dass es schon
länger her ist.
In diesem Buch sieht man, dass sich Arthur
Schnitzler hauptsächlich mit erotischen Problemen und mit der
Darstellung schwierigen und absonderlichen seelischen Zuständen
( z.B. aus der Liebe in den Tod) befasst. Es wird die (oft
unmögliche) Beziehung zwischen den Klassen und die Beziehung
zwischen Mann und Frau beschrieben. Außerdem geht es um die
Ehre, die auf jeden Fall verteidigt werden muss.
Quellen:
copyright by Claudia F.
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