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Ethikarbeit II:


Frage 1:

Beschreibe die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Albert Camus und

Simone de Beauvoir in Hinsicht auf ihre Gedanken zum Tod.

 

Der erste Unterschied liegt darin, dass die Beiden sich aus verschiedenen Gründen Gedanken zum Tod machen.

Simone de Beauvoir musste miterleben, wie ihre Mutter neben ihr starb. Ihre Gedanken beruhen also auf eigener Erfahrung, sie schreibt ihren Text aus persönlicher Perspektive.

Albert Camus dachte aus freien Stücken über den Tod nach. Größtenteils sind abstrakte Überlegungen die Grundsteine seiner Gedanken. Er formulierte seinen Text „Der Selbstmord in einer absurden Welt“ aus einer allgemeinen Perspektive, basierend auf der Sinnfrage, ob sich ein Leben in einer absurden Welt lohne oder nicht.

 

Weiter fragt sich Beauvoir, nach dem Sinn des Todes, wogegen Camus sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt (Camus, Zeile 19 f.: „Also schließe ich, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens die dringlichste aller Fragen ist.“).

 

Beauvoir weiß das Leben zu schätzen. Sie genießt es und hat Angst vor dem Tod, dem sie hilflos und ohnmächtig gegenüber steht.

Camus ist ohnmächtig gegenüber dem Leben, denn es besteht für ihn aus Illusionen. Er hält es für absurd. Illusionen sind für ihn der Alltag, z.B. Religionen, die Gesellschaft oder tägliche Arbeiten, die einem bei genauerem Hinsehen sinnlos und nutzlos vorkommen.

Aber obwohl das Leben absurd ist, hat es einen Wert (Wert ? Sinn), sagt Camus. Man müsse die Illusionen erkennen, um zur Erkenntnis über den Wert des Lebens zu gelangen.

Man merkt, für beide hat das Leben einen Wert.

 

Beide sehen den Tod als unnatürlich für den Menschen an. Beauvoir ist überzeugt, es gibt keinen natürlichen Tod (Zeile 58: „Man stirbt an etwas.“) Camus’ Text handelt ausschließlich vom Selbstmord und der ist nicht natürlich.

 

Der Tod ist ein Ereignis, etwas Unerwartetes. (Beauvoir, Zeilen 18/19: „Mamas Unfall, ihre Krankheit und ihr Tod unterbrachen die Routine…“)

(Camus, Zeilen 32-34: Der Tod der Tochter ist für den Mann unerwartet und untergräbt ihn. Deswegen bringt er sich nach einigen Jahren um.)

 

Der Tod ist eine Bedrohung und ein Problem für die menschliche Existenz. Camus sagt im Text, dass ein schlimmes Ereignis, z.B. der Tod, den Turm der Illusionen untergräbt und einstürzen lässt, d.h. die meisten Menschen bringen sich deshalb um (siehe oberes Camus-Beispiel).


Frage 2:

Was ist Synästhesie?

 

Die menschliche Wahrnehmung besteht aus einem perfekten Zusammenspiel der 5 Sinne. Fällt ein Sinn aus, wenn man z.B. erblindet, tritt die Synästhesie ein. Sie bedeutet, dass die restlichen Sinne sich stärker ausprägen, sich ergänzen und den Verlust des verloren gegangenen Sinnes ausgleichen.

 

Ein wichtiger Faktor um sich mit einem Sinn weniger zu Recht zu finden, ist die Erinnerung. Beispiel: Ein nicht von Geburt an Blinder läuft gegen einen Tisch und fragt, wogegen er gestoßen ist. Wir sagen, gegen einen Tisch und ihm fällt es nicht schwer zu verstehen, denn er weiß aus seiner Erinnerung, was ein Tisch ist.

Jemandem, der von Geburt an blind ist, kann aber auch genauso gut mit seiner Erinnerung arbeiten. Wenn er z.B. schon einmal etwas Rundes ertastet hat, können wir immer wieder das Adjektiv „rund“ in unsere Beschreibung einbringen, ohne das der Blinde Probleme hat, uns zu verstehen.

Wenn wir etwas beschreiben, verwenden wir Vergleiche. Wir sagen direkt bestimmte Dinge, die ähnlich oder gleich sind oder verwenden Adjektive, um so detailliert wie möglich zu beschreiben. (Analogie)

Allerdings spielt nicht nur die Erinnerung bei der menschlichen Wahrnehmung eine große Rolle, denn auch Faktoren, wie Eindrücke und Erlebnisse helfen uns, uns sicher durch die Welt zu bewegen. Mit diesen Faktoren sind immer Gefühle verbunden, z.B. Ekel, Freude oder glücklich sein.

Das Zusammenspiel der Sinne, Erinnerungen, Vergleichen, Erlebnissen und Eindrücken bildet die menschliche Wahrnehmung.

 

 

Frage 3:

Warum verdrängt der Mensch nach Montaigne den Tod aus seinem Leben?

 

Montaigne sagt, dass die Menschen Angst vor dem Tod haben und nicht wahr haben möchten, dass ihr Leben irgendwann einmal endet. Sie möchten, dass das Leben immer weiter geht und glauben, man könne nicht ausgelassen leben, wenn man an den Tod denkt.

Wenn es dann zu einem Todesfall in ihrem Umkreis kommt, „schreien sie vor Wut“, weil sie eben nicht darauf gefasst waren.

Montaigne findet es falsch, den Tod aus seinem Leben zu verdrängen, es sei denn, man könne so dem Tod ausweichen. Da das nicht so ist, „sollten wir lieber lernen, wie wir ihm entgegentreten und mit ihm fertig werden können“.

Montaigne möchte, dass wir den Tod akzeptieren, mit ihm leben, denn er ist natürlich. Wir sollen ihm seine Fremdartigkeit nehmen und uns bewusst machen, dass er uns jederzeit holen kann. „Nichts mehr ist schlimm für denjenigen, dem die Erkenntnis aufgegangen ist, dass es kein Unglück ist, nicht mehr zu leben.“

Wenn man sich bewusst macht, dass der Tod überall sein kann, hat man mehr Spaß am leben, man kann ausgelassener sein. Zeile 31f:„Wer zu sterben gelernt hat, den drückt kein Dienst mehr.“



copyright by Hanna B.


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