Home Literatur Epochen Deutsch - Referate Erörterungen Gedichte Biografien Biologie und Chemie Geschichte - Referate Geografie - Referate Dienstprüfung - B-Prüfung Gästebuch Forum Links und Chat


Arbeitsbelastung österreichischer Schüler:


Montag. Erste Stunde: Biologie. Prüfung über Einzeller. Oje, ich habe nicht gelernt. Setzen - Nicht genügend. Zweite Stunde: Mathematik. Pythagoräischer Lehrsatz? a²+b²=c². Dritte Stunde: Französisch. Das Ergebnis der Vokabelprüfung von letzter Woche: Drei bis Vier. Vierte Stunde: Latein. Errare humanum est. Jeder kann Fehler beim Participium Coniunctum machen, trotzdem bekomme ich ein Minus. Letzte Stunde für den Vormittag: Deutsch. Entschuldigung Herr Professor, wir waren übers Wochenende bei meiner Oma, da konnte ich den Aufsatz nicht schreiben. Ich schreibe ihn bis morgen nach.

Schnell nach Hause und Turnzeug nehmen. Habe keine Zeit zum Mittagessen. Komme sonst zu spät zum Turnunterricht! Ob ich meine KÜR vorbereitet habe? Mist, die habe ich vergessen.

Jeder Schultag ist der Gleiche für mich, eine Schülerin der 5.Klasse AHS. Morgens stehe ich auf, mache mich fertig und gehe in die Schule. Nach der Schule komme ich wieder nach Hause und esse zu Mittag. Danach geht die Schule zu Hause weiter: ich mache meine Hausübungen, dann lerne ich auf den nächsten Schultag. Manchmal muss ich nochmals in die Schule zum Nachmittagsunterricht. Am Abend bin fertig. Da will ich dann nur noch ins Bett.

Doch ist so das Schulleben denn sinnvoll? Der Zeichner Markus Riebe hat einen Artikel zum Thema „Arbeitsbelastung österreichischer Schülerinnen und Schüler“ illustriert. Das Bild zeigt einen Schüler beim Lernen. Er saugt, wie wir anderen Schüler, den ganzen Lernstoff in sich hinein, steckt seinen Kopf voll mit Algebraformeln und Vokabeln, mit dem Aufbau von Organismen und Jahreszahlen verschiedener Herrscher. Zur Arbeitsbelastung von österreichischen Schülerinnen und Schülern möchte ich wie folgt Stellung nehmen:

 

In der heutigen Zeit sind wir Schüler mehr Stunden mit der Schule beschäftig als ein Arbeiter in seiner 40-Stunden-Woche. Ungefähr 30 Stunden in der Woche (je nach Klassenstufe) verbringen wir in der Schule. Hinzu kommen aber noch die täglichen, mindestens 2 Stunden andauernden Hausübungen (manchmal auch noch Aufsätze, für die wir eine weitere zusätzliche Stunde aufbringen müssen) und die Zeit für das Lernen, mit dem wir uns auch wieder insgesamt über zirka eine Stunden beschäftigen. Daraus ergibt sich, dass wir Schüler also generell mehr „Schulzeit“ aufbringen als ein erwachsener Arbeiter in einer Arbeitswoche.

Die schlimmste Zeit für einen Schüler ist die Zeit vor einer Schularbeit oder einem Test. Denn dann muss auch das ganze Wochenende hindurch pausenlos gelernt werden, was schlecht für unsere Gesundheit ist. Unser Gehirn leidet an Sauerstoffmangel und die Konzentration lässt nach. Der Druck wird stärker. Depressionen, seelische Niedergeschlagenheit, können auftreten. Der Kopf tut weh, man greift zu einer Kopfwehtablette. Doch die Schmerzen werden schlimmer. Noch eine Tablette nehmen, Zähne fest zusammenbeißen und durchhalten heißt es dann.

Im Allgemeinen können Schüler in drei Gruppen gegliedert werden: 1. die braven, fleißigen Schüler, verächtlich „Streber“ genannt, da es scheint, dass sie den ganzen Tag nur lernen 2. die mittelmäßigen Schüler, die gerade so viel lernen, wie es notwendig ist, damit sie ohne Probleme in die nächste Klasse aufsteigen können, 3. die faulen Schüler, die Hausübungen von anderen abschreiben und bei Prüfungen auf Glück hoffen. Diese haben meist den Lerneifer schon früh aufgegeben, da die schulische Belastung für sie einfach zu groß wurde. Nun müssen sie mit Nachhilfe die ganzen Rückstände wieder aufholen, um noch knapp aufsteigen zu können.

Für Freizeitaktivitäten, wie Sport, Theater spielen oder mit Freunden ausgehen, bleibt meist keine Zeit – der Stress wird einfach zu groß.

Da jeder Lehrer sein eigenes Fach als das Wichtigste und das Lieblingsfach der Schüler sieht, erwartet er auch jede Stunde, dass die Schüler darauf gut vorbereitet sind. Doch jeder Mensch ist ein Individuum und hat eigene Interessen – und er ist kein Roboter.

 

Ich persönlich finde, dass wir Schüler in Österreich einer sehr hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt sind, mehr als die meisten Erwachsenen. Lehrer sollten deshalb bereit sein mit Schülern Abkommen zu schließen, wie zum Beispiel, dass sie an Schularbeitentagen nicht prüfen und hie und da keine Hausübung aufgeben. Sie sollten auch ab und zu in der Stunde Erholung gewähren, wie zum Beispiel statt Grammatik überprüfen einmal ein Lied singen. So macht die Schule gleich mehr Spaß!

Wenn wir uns in den Ferien nicht erholen könnten, wäre die Schulzeit wirklich ein schrecklicher Lebensabschnitt!

 

zurück zur Erörterung-Seite