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Woyzeck - offenes Drama um 1835:

Autor: Karl Georg Büchner (1813-1837)

Entstehungszeit: um 1835

Textsorte:. Offenes Drama, lose Zeitfolge, Alltagssprache, sprunghafter Geschehnisablauf. Wiederkehrende Bilder.

Literarische Richtung: Biedermeier und Vormärz – Literatur zwischen 1815 und 1848 speziell die erzählende Dichtung. Mit dem Begriff Biedermeier assoziiert man den Rückzug in die unpolitische, konservative Privatheit, den Weg in die Idylle und die Abwendung von allen gesellschaftspolitischen Zeitfragen.

Sprachliche u. stilistische Merkmale: Woyzecks Sprache ist stammelnd und einsilbig, geprägt von Wortwiederholungen, Verknappung und Abbrüchen, Ausdruck des Leids und Schmerzes. Dramatische Struktur.

weitere Werke:

Dantons Tod" (entstand 1835)

Leonce Und Lena

Lenz

Biographie:

Georg Büchner wurde 1813 in Darmstadt geboren. Nach Besuch des Gymnasiums begann er 1831 in Straßburg mit dem Studium. Er erkannte, dass nicht von der Literatur her die soziale Revolution kommt, sondern nur von der Tat. Daher gründete er in Gießen die geheime "Gesellschaft der Menschenrechte". In die revolutionären Wirren in Hessen verwickelt floh Büchner 1835 nach Straßburg. Er promovierte an der philosophischen Fakultät in Zürich und wurde Privatdozent an der Universität Zürich. Nach nur einem Semester Vorlesungstätigkeit erfasste ihn eine Typhusepidemie, der er im Alter von 23 Jahren 1837 erlag.

Personen:

Woyzeck; Marie; Hauptmann; Doktor; Tambourmajor; Andres; Margret; Großmutter.

Inhalt:

Das Drama "Woyzeck" von Georg Büchner schildert die Erlebnisse des armen Franz Woyzeck, der seine Geliebte wegen Betrugs ermordet.

Der Füsilier Woyzeck rasiert seinen Hauptmann, der ihm dabei Vorhaltungen macht, dass er ein uneheliches Kind habe. Woyzeck, der Stimmen hört und einen Sinn für das Übernatürliche hat, verdient sich ein Nebengeld als medizinisches Versuchsobjekt des Doktors. Marie, seine Geliebte und Mutter seines Kindes, betrügt ihn mit dem Tambourmajor. In brutaler Weise erregt der Hauptmann in Woyzeck den Verdacht von Maries Untreue. Im Wirtshaus beobachtet Woyzeck, wie Marie mit dem Tambourmajor tanzt. Furchtbar tobt es in der Brust des Hilflosen.

Im Ringkampf unterliegt er dem Tambourmajor. Nun gibt es bei ihm kein Halten mehr. Er bereitet alles auf den Tod vor, übergibt dem Kamerad Andres seine Sachen und ersticht die noch immer heiß geliebte Marie auf dem Waldweg am Teich. Dann stürzt er sich noch einmal im Wirtshaus in den Strudel des Lebens, um unmittelbar danach in den Tod zu gehen.

Interpretation:

Einen wichtigen Aspekt in diesem Stück spielt die Eifersucht Woyzecks, wegen der Woyzeck am Schluss Marie umbringt. Die Eifersucht ist allerdings nicht allein der Grund für die Tat Woyzecks, es gibt viele Motive und es ist ein langwieriger Prozess der zu diesem Ergebnis führt. Woyzeck ist von seiner sozialen Stellung in der Gesellschaft und von existenziellen Nöten geprägt, da er sich an der unterster Stelle der gesellschaftlichen Hierarchie befindet.

Er wird auch oftmals von den sozial höherstehenden Personen, wie dem Doktor, Tambourmajor oder Hauptmann erniedrigt. Da Woyzeck die Hauptperson des Stückes ist, um die alle Themenbereiche kreisen, ist im folgenden das Verhältnis von Woyzeck zu den anderen Figuren des Stückes sehr wichtig.

Beim Doktor wird er mit den "Erbsen – Experiment" für dessen Studium verwendet. Aber nicht genug damit, Woyzeck wird noch öffentlich zur Schau gestellt wobei er dabei vollends zum Objekt degradiert und vom Doktor sogar als Bestie bezeichnet wird. Szenen wie diese zeigen wie weit die Würde eines Menschen verletzt werden kann. Vom Hauptmann erhält er zu Beginn des Stückes einen Vortrag über die Moral ("Hauptmann. ...Er hat keine Moral! Moral, das ist, wenn man moralisch ist, versteht Er. ... Er hat ein Kind ohne den Segen der Kirche."). Auch der Tambourmajor erniedrigt Woyzeck indem er seine Geliebte verführt. Aber nicht nur das, er zeigt ihm, dass er ihm unterlegen ist sowohl durch verbale Attacken als auch durch einen Ringkampf.

Diese zahlreichen Erniedrigungen lassen erkennen, dass die Ermordung Maries nicht so sehr eine Eifersuchtstat als eine Verzweiflungstat ist.

Er kann seine erbärmliche Existenz nur durch seine Bindung zu Marie ertragen, als er allerdings von ihr verraten wird bleibt ihm nichts mehr von seinem Lebensinhalt und er verliert seinen letzten Ansprechpartner. Wegen dieser Notlage bekommt er Wahnvorstellungen und Halluzinationen und hört Stimmen, die ihn letztendlich zum Mord an Marie auffordern. Allerdings ist der Mord an Marie lediglich eine Verzweiflungstat, durch die er seine letzte Hoffnung verliert. Die eigentlichen Verursacher seiner trostlosen Lage bleiben verschont, unter anderem deshalb da sie stärker und sozial höhergestellter sind als er. Marie ist allerdings eine Frau und schwach genug damit er seinen Zorn an ihr auszuleben kann.

In dem Drama Woyzeck spiegelt sich das Leiden der unteren Stände, in denen sich Woyzeck zweifellos befindet. Es stellt die Kluft zwischen oberer und unterer sozialer Schicht dar und Büchner versucht mit diesem Stück die untere Schicht zu unterstützen und nicht zu schänden.

Persönliche Meinung:

Ich finde Büchner ist es sehr gut gelungen die Verhältnisse zwischen den unteren und oberen Schichten zu zeigen und es ist interessant zu sehen wie Woyzeck Probleme hat mit diesen Verhältnissen klarzukommen. Es ist aber auch sehr traurig zu lesen wie er auf Grund seines gesellschaftlichen Ranges leiden muss und wie diese vielen Probleme Woyzeck in den Wahnsinn und schließlich zum zweifachen Mord treiben. Ich finde man kann sich auch teilweise mit der Person Woyzeck identifizieren und kann beim Lesen seine Gefühle verstehen und muss mit ihm leiden.

Die Tragödie "WOYZECK" aus der Armutswelt eines Soldaten schrieb er 1836. Das Fragment geht auf eine wahre Begebenheit zurück. Am 21. Juni 1821 hatte der einundvierzigjährige Friseur Johann Christian Woyzeck in Leipzig seine Geliebte, eine sechsundvierzigjährige Witwe, erstochen. Langwierige gerichtliche Untersuchungen, die klären sollten, ob Woyzeck voll zurechnungsfähig sei, hatten den Fall populär gemacht und die Hinrichtung hinausgeschoben, bis diese doch am 27. August 1824 auf dem Marktplatz zu Leipzig in Anwesenheit einer großen Volksmenge vollzogen wurde.

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