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Weltpolitik
und Staatenwelt seit 1945 - Teil 2:
Weltweite und europäische Integrationsbestrebungen Formen der politischen Zusammenarbeit
Internationale wirtschaftliche Kooperation;
1948 wurde die OEEC (Organisation
für European Economic Cooperation), eine Organisation
geschaffen, welche die optimale Verteilung und Verwendung der
Marshallplanhilfe gewährleisten sollte. Daneben erreichte diese
Organisation eine engere Zusammenarbeit des Westens und erzielte
z.B. den Abbau von Handelsschranken, die Beseitigung von
Mengenbeschränkungen im Warenverkehr und von Schwierigkeiten im
Zahlungsverkehr. Dies bewirkte eine enge wirtschaftliche
Verflechtung zwischen Westeuropa, den USA und Kanada. Nach
Auslaufen des Marshallplanes wurde die OEEC in die OECD
(Organisation für Economic Cooperation and Development)
umgewandelt (24 Mitgliedsstaaten, Sitz in Paris; =
Spitzenorganisation der westlichen Industrieländer).
Der "Europarat"
hat den Sitz in Straßburg. 10 Staaten gründeten den Europarat,
heute sind fast alle Länder Europas in ihm vertreten (Förderung
Ideale und Grundsätze, wirtschaftlichen und sozialen
Fortschritts). Gründung 1949 in London;
Von der Paneuropaidee zum Schumanplan;
Bereits nach dem 2. Weltkrieg wurde der Wunsch nach einer engeren
Zusammenarbeit der europäischen Staaten geäußert. So gründete
Graf Coudenhove-Kalergi die Paneuropäische Union. Diese hatte
die Schaffung der "Vereinigten Staaten von Europa" zum
Ziel.
In der Zwischenkriegszeit, als nationaler Hass und Misstrauen die
Beziehungen der europäischen Staaten untereinander bestimmten,
hatten solche Gedanken keine Chance.
Unter dem Eindruck der Schrecken des 2. Weltkrieges setzten sich
jedoch die Stimmen durch, die für ein friedliches Zusammenleben
der europäischen Nationen eintraten. Sie sollten durch
freiwillige wirtschaftliche Verflechtungen so stark miteinander
verbunden und voneinander abhängig gemacht werden, dass Kriege
untereinander nicht mehr möglich wären.
Frankreich, dass misstrauisch das wirtschaftliche Wiedererstarken
Deutschlands beobachtete, ergriff durch seinen Außenminister
Robert Schumann 1950 die Initiative: .... Die Vereinigung der
europäischen Nationen erfordert, dass der Jahrhunderte alte
Gegensatz zwischen Frankreich und Deutschland ausgelöscht wird
.....
Die französische Regierung schlägt vor, die Gesamtheit der
französisch-deutschen Kohlen- und Stahlproduktion einer
gemeinsamen Hohen Behörde zu unterstellen, in einer
Organisation, die den anderen europäischen Ländern zum Beitritt
offen steht. usw.
Die Bundesrepublik Deutschland stimmte durch ihren Bundeskanzler
Konrad Adenauer dem Schumanplan sofort zu, und schon 1951 wurde
von Belgien, der BRD, Frankreich, Italien, Luxemburg und den
Niederlandender Vertrag über die Gründung der Europäischen
Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, auch Montanunion)
geschlossen.
EURATOM: ...fördert die friedliche Nutzung der Kernenergie und Forschung einschließlich alternativer Energiequellen sowie der Reaktorsicherheit und den Umweltschutz.
EWG (später EG): Ziel war die Errichtung eines gemeinsamen Marktes.
Die vier Freiheiten im Binnenmarkt:
Die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA);
Nach der Gründung der EWG stellte sich die Frage, welche Wirtschaftspolitik jene Staaten betreiben sollten, die sich der Sechsergemeinschaft nicht anschließen wollten. Auf britische Initiative wurde als Antwort darauf 1960 mit dem Stockholmer Abkommen die European Free Trade Association (EFTA) ins Leben gerufen, wirtschaftliches Ziel: die Errichtung einer Freihandelszone durch die Beseitigung von Handelsbarrieren unter den Mitgliedsstaaten.
EU der politische Zusammenschluss;
Nach dem wirtschaftlichen Zusammenschluss mit der Schaffung des Binnenmarktes folgte die Weichenstellung für die politische Integration: Am 01.11.1993 trat der Vertrag von Maastricht über die Schaffung der Europäischen Union (EU) in Kraft. Drei große Bereiche sollen gleichsam als Säulen die Europäische Union tragen:
Krisenherde der Weltpolitik nach 1945;
Krisen im Zeitalter des Ost-West-Konflikts
Der Koreakrieg
1950-1953;
Nach dem Abzug der
Japaner 1945 sollte Korea ein unabhängiger Staat werden, doch
zunächst noch unter alliierter Besatzung bleiben. Der 38.
Breitengrad trennte die sowjetischen Truppen im Norden von den
US-Truppen im Süden. Ähnlich wie in Europa entstand im
sowjetischen Einflussbereich eine Volksdemokratie. Nach dem Abzug
der Besatzungsmächte versuchte die nordkoreanische Regierung die
Wiedervereinigung mit Gewalt zu erreichen und ließ ihrer Truppen
in Südkorea einmarschieren. Den daraufhin einberufenen
Sicherheitsrat der UNO hat die Sowjetunion zum diesem Zeitpunkt
aus Protest gegen die Mitgliedschaft Nationalchinas boykottiert.
So konnte sie auch kein Veto einlegen, als dieses Gremium das
nordkoreanische Vorgehen als Aggression verurteilte und den
Einsatz militärischer Kräfte beschloss. Nach schweren Kämpfen
und nachdem auf der Seite Nordkoreas starke
"Freiwilligenverbände" aus der Volksrepublik China
eingegriffen hatten, kamen die Fronten wieder am 38. Breitengrad
wieder zum Stehen. Ein Waffenstillstand beendete die
militärischen Auseinandersetzungen; sämtliche Beziehungen der
beiden koreanischen Staaten zueinander wurden eingefroren.
"Zankapfel
Deutschland";
So wie Österreich wurde auch Deutschland besetzt. Die USA, die
Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich teilten das Land in
vier Besatzungszonen und die von der sowjetischen Zone
umschlossenen Hauptstadt Berlin in vier Sektoren. Dieses geteilte
Deutschland wurde zum eigentlichen Kernpunkt des 45 Jahre
dauernden Kalten Krieges.Drei große Berlinkrisen versetzten die
Welt in Angst vor einem drohenden, mit Atomwaffen geführten 3.
Weltkrieg: Als zur Beseitigung der Nachkiegsinflation 1948 in den
Westzonen und auch in den Westsektoren Berlins eine
Währungsreform durchgeführt und die Wirtschaft Westdeutschlands
eng an die Westeuropas angebunden wurde, reagierte die UdSSR
scharf: Sie sperrte ihre Zone für jeden Verkehr nach Westberlin
mit seinen 2 Mio. Einwohnern und löste damit die 1. große
Berlinkrise aus. Die Westalliierten gaben jedoch die Stadt nicht
auf und richteten eine Luftbrücke ein, welche die Stadt mit
allen lebenswichtigen Gütern versorgte. Stalins Plan, auch die
Westsektoren Berlins der sowjetischen Zone einzugliedern, war
gescheitert.
10 Jahre später unternahm Chruschtschow einen neuerlichen
Versuch. Im November 1958 stellte er den Westalliierten ein
Ultimatum: Abzug aller Truppen und Bildung einer "freien
Stadt Westberlins". Sollte dies nicht der Fall sein, werden
die UdSSR alle ihre Rechte an Berlin auf die DDR übertragen.
Auch dieses Mal blieb der Westen fest und widerstand dem
ständigen Wechselbad von Fristverlängerung, Drohung und Angebot
von politischen Kompromissen.
In dieser Krisensituation flohen immer mehr Menschen aus der
Ostzone über Berlin in den Westen. So ging die 2. Berlinkrise
nahtlos in die 3. über. Die Regierung der DDR sah keine andere
Möglichkeit mehr, die Fluchtwelle aus ihrem Staat einzudämmen,
als die vollständige Abriegelung: Am 13. August 1961 begann der
Bau der Berliner Mauer.
Die Suezkrise;
Oberst Nasser strebte die Führung
in der arabischen Welt an. Er betrieb eine aggressive Politik
gegenüber Israel. Dafür und für die notwendige
Industrialisierung des verarmten Landes suchte er militärische
und finanzielle Unterstützung. Als er sich entschloss, Waffen
von der Tschechoslowakei und der Sowjetunion zu kaufen,
verweigerten ihm die USA die bereits zugesagten Mittel zur
Erbauung eines Nilstaudammes bei Assuan, aus dessen Kraftwerken
Strom für das ganze Land gewonnen werden sollte. Nasser
verstaatlichte daraufhin 1956 gegen Entschädigung den Suezkanal,
um aus den Durchfahrtsgebühren den Dammbau finanzieren zu
können. Verhandlungen zur Beilegung der Krise blieben
ergebnislos. Zu dieser Zeit war die Weltpolitik mit der
Ungarnkrise beschäftigt, was Israel zu einem Angriff auf
Ägypten nützte. Diese Situation veranlasste Großbritannien und
Frankreich, Truppen zu landen, um wie sie vergaben
den Suezkanal zu schützen.
Die USA waren über das Unternehmen nicht unterrichtet worden und
stellten sich ebenso wie die UdSSR dagegen, um einen größeren
Krieg zu vermeiden. Nachdem die UNO die Angreifer verurteilt
hatte, mussten alle in Ägypten eingefallenen Truppen
zurückgezogen werden. Nun sah die Sowjetunion ihre Zeit
gekommen. Sie sprang als Kreditgeber für den Bau des
Assuanstaudammes ein, belieferte Ägypten mit Waffen und schickte
Militärberater. Damit hatte sie in der arabischen Welt Fuß
gefasst und war gleichzeitig in den Mittelmeerraum, wo sie
endlich die erstrebten Flottenbasen erlangte, vorgedrungen.
Da Israel daraufhin Unterstützung von den USA erhielt, standen
von nun an die Weltmächte im Hintergrund des Nahostkonflikts.
1962 entdeckten Aufklärungssatelliten der USA im Bau befindliche
sowjetische Raketenstellungen auf der Insel Kuba, wo drei Jahre
zuvor Fidel Castro in einer Revolution an die Macht gekommen war.
Dies war ein Einbruch der Sowjetunion in das unmittelbare Vorfeld
der USA. Die UNO schaltete sich vermittelnd ein. Es kam zu einem
Briefwechsel zwischen Kennedy und Chruschtschow, der im letzten
Moment vor einem Zusammenstoß den sowjetischen Schiffen, die
bereits Raketen an Bord hatten, befahl umzukehren. Nachdem
Kennedy zugesagt hatte, keine weitere Invasion auf Kuba zu
unternehmen, erklärte sich schließlich Chruschtschow bereit,
auch die Raketenrampen abzubauen. (Noch nie war die Gefahr eines
atomar geführten Weltkrieges so akut gewesen, wie während der
Kubakrise)
Afghanistan;
Bald nach dem Sturz der Monarchie
in Afghanistan (1973) bekam dieses Land eine kommunistische
Regierung und geriet so unter sowjetischen Einfluss. Sowjetische
Berater kamen ins Land. Es begannen Säuberungen bei der Polizei,
in der Verwaltung und unter den Stammeshäuptlingen. Dies löste
zusammen mit der islamfeindlichen Haltung der Machthaber einen
bewaffneten Volkswiderstand aus. Als die prokommunistische
Regierung in Kabul unter immer schwereren Druck geriet, ließ
Breschnew im Dezember 1979 sowjetische Truppen einmarschieren. In
der westlichen Welt wurde die Intervention der UdSSR als Bruch
der Akte von Helsinki betrachtet. Die USA reagierten u.a. mit
einem Stopp der Getreide- ausfuhren in die UdSSR und mit dem
Boykott der Olympischen Sommerspiele in Moskau 1980. Insgesamt
verschlechterte sich die Ost-West-Beziehungen wieder deutlich.
Die Großmacht der Sowjetunion geriet aber in Afghanistan sehr
schnell in militärische Schwierigkeiten (ähnliche Lage wie
zuvor die USA in Vietnam). Nach dem Amtsantritt von Gorbatschow
begann der Abzug der sowjetischen Truppen, die Anfang 1989
beendet wurde.
1991 einigten sich die USA und die UdSSR über die Einstellung
der Hilfe für ihre "Stellvertreter".
Dauerkrise im Nahen Osten
Aus Palästina wird Israel;
Als die Briten am Ende des 1. Weltkrieges das Osmanische Reich
mit Hilfe arabischer Stämme besiegt hatten, erwarteten diese zum
Dank die nationale Selbständigkeit. Großbritannien und
Frankreich teilten jedoch die Gebiete im Nahen Osten unter sich
als Mandate des Völkerbundes auf. Die Briten erhielten
Palästina. Infolge eines während des 1. Weltkrieges gegebenen
Versprechens gestatteten sie die Einwanderung zehntausender
jüdischer Familien. Die Judenverfolgung durch den
Nationalsozialismus ließen den Einwanderungsstrom weiter
anschwellen. Der Widerstand der Araber
bürgerkriegsähnliche Zustände waren die Folge. Dies
veranlasste die Briten, ihr Mandat über Palästina aufzugeben
(1948). Die UNO teilte das Land in einen arabischen und einen
jüdischen Staat (Israel), der sofort von seinen Nachbarstaaten
angegriffen wurde.
1956 nutzten die Israelis den britisch-französichen Angriff auf
den Suezkanal und besetzten die Halbinsel Sinai, um den
Einfällen arabischer Freischärler ein Ende zu bereiten. Unter
dem Druck der Supermächte mussten sie jedoch wie die beiden
anderen Mächte ihre Eroberungen wieder aufgeben.
Da sich als Folge dieses Konflikts Ägypten mit der UdSSR
verbündete, erhielt Israel die verstärkte Unterstützung der
USA. In dieser Lage bauten die Israelis den einzigen
demokratischen Industriestaat des Vorderen Orients auf.
Einwanderer aus 70 Länder verschmolzen zu einer Nation.
Die Bedrohung durch die arabischen Nachbarn aber blieb und
spitzte sich 1967 ernsthaft zu, als der ägyptische Präsident
Nasser den Abzug der an der Grenze stationierten UNO-Streitmacht
durchsetzte und unverhüllt mit der Vernichtung des jüdischen
Staates drohte. Die anderen arabischen Staaten schlossen sich ihm
an. so glaubte Israel nur durch einen Präventivkrieg die
vielfache Überlegenheit der Feinde ausgleichen zu können. Im
folgenden "Sechstagekrieg" besiegte es seine Gegner
vernichtend, besetzte weitere Gebiete und wurde von der UNO als
Aggressor verurteilt.
In den Flüchtlingslagern der Palästinenser war inzwischen eine
neue Generation herangewachsen, die sich in der 1964 gegründeten
Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) zusammenfand. Die
PLO betrachtete die Israelis als Eindringlinge in ihr Land. (Terroranschläge)
Im Oktober 1973 griffen ägyptische und syrische Truppen am Jom
Kippur, dem höchsten Feiertag der Juden, Israel überfallsartig
an und erzielten dabei erstmals Erfolge. 1979 wurde der
Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel unterzeichnet, der
auch die Rückgabe der Sinaihalbinsel an Ägypten beinhaltete; -
der ägyptische Präsident bezahlte diese Haltung 1981 mit dem
Leben weitere Friedensbemühungen scheiterten stets an der
unnachgiebigen Haltung beider Seiten;
Die Krise am Golf
Khomeini errichtete im Iran einen
Staat er schiitischen Geistlichen (Mullahs), der in jeder
Hinsicht streng and die Regeln des Koran gebunden ist. Der Koran
wurde zur alleinigen Basis der Verwaltung, der Rechtsprechung und
der Sitten.
Die Ausstrahlung des iranischen "Gottesstaates" auf die
teilweise schiitische Bevölkerung Afghanistans, des Irak und der
Scheichtümer am Persischen Golf erschien allen Anrainern
bedrohlich. Dies und Grenzstreitigkeiten mit dem Irak führten
1980 zum iranisch-irakischen Krieg (1. Golfkrieg). Er wurde von
beiden Seiten durch Ölverkäufe finanziert und brachte die
Ölversorgung des Westens aus diesem Gebiet mehrmals in Gefahr.
Erst 1988 wurde der Kampf durch einen Waffenstillstand beendet.
Die Krisenregion am Persischen Golf kam aber nicht zur Ruhe.
Lange Zeit wurde der Irak von den arabischen und europäischen
Staaten, aber auch von den USA und der UdSSR als Schutz gegen das
fundamentalistische Regime im Iran angesehen und dementsprechend
aufgerüstet. Am Ende des 1. Golfkrieges war der Irak unter
Saddam Hussein zwar im Besitz modernster Waffen und die stärkste
Militärmacht der Region, jedoch schwer verschuldet. Nach einem
Streit um die Nutzung eines Ölfeldes im Grenzbereich und der
Weigerung Kuwaits, dem Irak seine Schulden zu erlassen, besetzte
und annektierte dieser 1990 das winzige, aber (öl-)reiche
Scheichtum. Damit waren nicht nur wirtschaftliche Interessen des
Westens in Gefahr, sondern es war auch ein Mitglied der UNO von
der Landkarte gelöscht worden. In zahlreichen Resolutionen
forderte die UNO die Räumung Kuwaits und verfügte gleichzeitig
mit einem Embargo den Aufbau einer multinationalen Streitmacht
unter der Führung der USA. Nach dem Ablauf eines letzten
Ultimatums fügte 1991 diese Streitmacht durch den Einsatz hoch
entwickelter Waffensysteme dem Irak eine vernichtende Niederlage
zu und zwang ihn zum Rückzug aus Kuwait (2. Golfkrieg).
Die vielschichtigen Probleme in der Region blieben jedoch
ungelöst bis heute.
copyright by Andreas R.
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