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Aus dem Leben eines Taugenichts
(Joseph von Eichendorff)


1. Nennen Sie in groben Zügen die wichtigsten inhaltlichen Abschnitte dieser Erzählung

2. Charakterisieren Sie den "Taugenichts"

Der "Taugenichts" ist ein einfacher, unkomplizierter, lebensfroher, freiheitsliebender und naturverbundener Mensch, der abenteuerlustig ist, etwas erleben will und Fernweh hat. Er überlässt sich gerne der Stimmung des Augenblicks im süßen "Nichtstun". Er lebt in der Welt der Phantasie. Er ist ein Träumer und eine "Künstlernatur", der die Arbeit "nicht gerade erfunden hat". Sobald ihn sein Vorgesetzter aus den Augen lässt, fröhnt er dem "Müßiggang". Glück bedeutet für ihn Liebe, Spaß und Freude. Der "Taugenichts" ist auch ein sehr sensibler und gefühlvoller Mensch, der keineswegs immer nur glücklich und sorglos ist. Manchmal weint er auch: " ... da konnt’ ich mich nicht länger halten, ich warf mich ins Gras und weinte bitterlich."

Oftmals bemitleidet sich der "Taugenichts" auch selbst, z.B. wenn er sagt: "Mir ist’s nirgends recht. Es ist, als hätte die ganze Welt gar nicht auf mich gerechnet."

Mit seinen Volksliedern und seinem fröhlichen Geigenspiel "beglückt" er so manche Leute, die ihm auf seiner Wanderschaft begegnen.

Der "Taugenichts" will kein sesshaftes Leben eines "Philisters" führen, indem er den ganzen Tag arbeitet und sein ehrgeiziges Streben allein der Anhäufung von Besitz dient. Er protestiert mit seiner Lebenseinstellung gegen das Spießbürgertum und gegen die Lebensauffassung des ängstlichen Kleinbürgers. Er plant nicht seine berufliche Karriere. Jedoch kommt er auch einmal in Versuchung, sein Leben total umzustellen, als er sich in das Amt des Zolleinnehmers einarbeitet. Ihm "droht", Philister zu werden. Nach einiger Zeit begibt er sich aber wieder auf Wanderschaft.

3. Was kritisiert der "Taugenichts" an der bürgerlichen Lebensauffassung?
Welche Vertreter des Spießbürgertums kommen vor?

Der "Taugenichts" will sich nicht in das bürgerlich-sesshafte Leben "hineinpressen" lassen. Er zieht seine persönliche Freiheit den bürgerlichen Zwängen vor. Ihm ist es überhaupt nicht wichtig, ehrgeizig nach Besitz und Ansehen zu streben und "es zu etwas bringen zu wollen". Er kritisiert z.B. das Aussehen und "Funktionieren" des Portiers, ".... ein großer Herr in Staatskleidern, ein breites Bandelier von Gold und Seide bis an die Hüften ..." und " ... Perpendikel einer Turmuhr ....".

Der "Taugenichts" kann die geistige Trägheit und das Unverständnis des Bürgertums für ein poetisches Lebensgefühl nicht verstehen.

Vertreter des Spießbürgertums:

  • sein Brot zu erwerben
  • 4. Welche Menschen trifft der Taugenichts, die eine ähnliche Lebenseinstellung wie er haben?

    In Rom begegnet ihm ein deutscher Maler, der die Welt sehen will und "hinterher abmalt".

    Auf der Heimreise nach Wien trifft er drei Prager Studenten, die mit ihren Musikinstrumenten durch die Welt ziehen.

    5. Wie würden Sie den Schluss deuten?
    Werden der "Taugenichts" und seine Frau eine Ehe nach bürgerlichen Vorstellungen führen?

    Wahrscheinlich werden der Taugenichts und seine Frau keine Ehe nach bürgerlichen Vorstellungen führen, denn sie wollen ja nach der Hochzeit mit dem Portier und den drei Prager Studenten nach Rom aufbrechen.

    Wenn sie Sehnsucht nach der Heimat haben, könnte ich mir vorstellen, dass sie für ein Weilchen in das kleine Schlösschen zurückkehren, das ihnen der Graf geschenkt hat. Sobald sie das Fernweh aber wieder ergreift, werden sie abermals in die Welt ziehen.

    6. Welche Bezüge können zwischen Eichendorffs Leben und seinem "Taugenichts" hergestellt werden?

    Die Romantiker waren (und sind) der Ansicht, dass den Menschen nicht nur kühler Verstand und Vernunft auszeichnet, sondern auch Phantasie und Gefühl, und dass nicht nur Gebildete und Gelehrte etwas zu sagen haben, sondern auch das einfache Volk in seinen Liedern.

    Der "Taugenichts" steigt aus der kleinen, überschaubaren bürgerlichen Welt der Tüchtigkeit aus, und begibt sich in die große weite Welt der Abenteuer.

    Eichendorff war über drei Jahrzehnte lang als Beamter im damaligen deutschen öffentlichen Dienst tätig. Er war in seinem alltäglichen Leben "festgefahren" und konnte es sich aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber seiner Familie und auch finanziell "nicht leisten", aus seinem bürgerlichen Leben "auszusteigen". Möglicherweise fehlte ihm auch der Mut dazu. Deshalb versuchte er vielleicht, mit solchen Erzählungen wie dem "Taugenichts" seinem bürgerlichen Alltag zeitweilig zu "entfliehen". Vielleicht war sein Werk "Aus dem Leben eines Taugenichts" damals auch ein Appell an die bürgerlichen Leser, mehr Verständnis für eine derartige "Taugenichts-Lebenseinstellung" aufzubringen bzw. selbst spontaner, phantasie- und gefühlvoller zu werden.

    copyright by Claudia S.

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