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Die Spätantike:

 

Das absolute Kaisertum der Spätantike

Mit einer umfassenden Reichsreform wollte Kaiser Diokletion (284-305) die schwere Reichskrise zur Zeit der Soldatenkaiser durch eine Teilung der Macht beenden. Er regierte von Nikomedia aus den Osten, sein Mitkaiser Maximilian von Mailand aus den Westen. Beide "Augusti" nahmen sich je einen "Caesaren" als Mitregenten, sodass schließlich vier Kaiser das Reich beherrschten (Tetrarchie). Diokletian war Oberkaiser.

Der Dominant – das Gottkaisertum setzt sich durch. Der Soldatenkaiser Aurelianus setzte den neuen Kaiserkult durch: Dominus et deus (Herr und Gott) ließen sich die Herrscher von nun an nennen. Die Bedrohung von außen führte zur Heeresreform. Es wurde eine mobile Reitertruppe aufgebaut und durch die Aufstockung auf 70 Legionen (je 2000 Mann) wurde das Heer effizienter. Der vergrößerte Beamtenapparat und das aufgestockte Heer verschlangen große Summen. Daher führte Diokletian neben der Kopfsteuer die Grundsteuer ein und es wurde erstmals in der antiken Geschichte mit einer umfassende Einnahmen-Ausgabenrechnung ein Staatshaushalt (Budget) aufgestellt. Mit der Ausgabe neuer Münzen wollte Diokletian den Verfall der Währung verhindern, was ihm jedoch nicht gelang.

Kaiser Konstantin I. versuchte mit der Einführung einer neuen Goldmünze (dem "Solidus") die sich ständig ausbreitende Naturalwirtschaft einzudämmen und mit neuen Steuern für Senatoren und Händler wollte er zusätzliche Einkommensquellen erschließen. Die Kaiser der Spätantike verschärften den Druck auf Ihre Untertanen, indem sie die Menschen in immer mehr Berufssparten zwangsweise an ihre Tätigkeit gebunden haben. Gesetze verboten jedoch nicht nur den Berufs-, sondern auch den Ortswechsel. Kinder wurden gezwungen den Beruf ihrer Eltern anzunehmen. Die Menschen flüchteten in das Land. Neben den in vieler Weise bevorrechteten Gruppen der Soldaten, kaiserlichen Beamten und später auch der Kirche bildeten die Großgrundbesitzer die einzige noch freie Bevölkerungsschicht im spätantiken Imperium Romanum.

Die römische Gesellschaft

In Rom herrschen klare Standesunterschiede. Die Spitze der Gesellschaftspyramide bildete die Nobilität. Diese sehr reiche Senatsaristokratie war bis zum Ende der Republik allein für die Regierung des zum Großreich angewachsenen Stadtstaates verantwortlich. Seit der großen römischen Expansion, die mit dem 2. Punischen Krieg begann, bildete sich der Ritterstand heraus (wurden Statthalter, Steuerpächter, Geldverleiher, Hausvermieter, ...). Das Kaiserhaus stand an der Spitze der Pyramide. Zu Beginn der Kaiserzeit erhielten immer mehr Provinzbewohner das Bürgerrecht. Die gesellschaftliche Spitze stellten in den vielen neu gegründeten Städten (mehr als 1.000) die Stadträte und Stadtregierungen. Aus einer römischen Stadtaristokratie war eine politisch und sozial bevorrechtete "Reichsaristokratie" entstanden.

Grundbesitz und Herkunft sind entscheiden. Die Aristokratie zeichnete ihre mit der Abstammung verbundene Autorität, Zusammengehörigkeitsgefühl, Privilegien und ein großes Vermögen. Nicht Bargeld war unmittelbares Zeichen des Reichtums, sondern der große Grundbesitz. Der scharfe Unterschied zwischen Arm und Reich war deutlich sichtbar.

Die römische Frau – angesehen, aber politisch rechtlos. Wie in Athen war auch die Frau in Rom politisch rechtlos und konnte kein Rechtsgeschäft ohne einen Mann durchführen. Der Vater der Familie (souveränes Oberhaupt) besaß die unumschränkte Gewalt über alle Familienmitglieder, also auch über Leben und Tod seiner Frau zu entscheiden. Dennoch unterschied sich die Stellung der Römerin aus der Oberschicht von jener Frau eines attischen Bürgers.

Die Ehe – ein Zivilvertrag, den man lösen konnte. Der Vater suchte für die Tochter den Bräutigam aus und konnte sie schlimmsten Fall zur Ehe zwingen. Bis zur Augustus galt die Ehe als Privatsache. Doch Kinder- und Ehescheu veranlassten den ersten römischen Kaiser zu einschneidenden Ehegesetzen, wie z.B. die Verpflichtung zur Eheschließung (Altersbegrenzung) usw. Eine Ehescheidung war nicht nur mehr dem Mann, sondern auch der Frau gestattet.

Die Ursache für den Untergang des (west-) römischen Reiches

Der Umstand, dass ein germanischer König in Italien den Römern, die jahrhundertelang das Land zwischen Alpen und Donau bewohnt und bebaut hatten, die Rückwanderung nach Italien zu befehlen (488 n.Chr.) konnte, ist nur als Endpunkt in einer langen krisenhaften Entwicklung zu verstehen. Ein Weltreich, das dem Mittelmeerraum seine politische Einheit gab, war damals zerbrochen. Als Gründe nannten einzelne Historiker u.a.: Aberglaube, Badewesen, Bürgerkrieg, Frühreife, Geldgier, Gleichberechtigung, Großgrundbesitz, Imperialismus, Inflation, Kinderlosigkeit, Korruption, Schlemmerei, Stress Verarmung, Weltflucht, Wohlstand, Zölibat u.a.m.

Die Einbrüche der germanischen Völkerschaften haben wesentlich zur Auflösung des Reiches beigetragen. Auch die Völkerwanderung der Germanen brachte nach fast hundertjährigen Kämpfen den Untergang des Westreiches.

Welche Völker sind ab 375 n.Chr. wohin gewandert?

375 n.Chr.: Hunnensturm über den Don (galt als Ostgrenze Europas) – quer durch Europa bis nach Gallien (nördliche Provinzen).

Dies löste die germanische Völkerwanderung aus.

Ende 4.Jh.: Es entsteht ein neuer Stamm der "Bayern". Kerngebiet ist zunächst in Böhmen, bevor sie in der ersten Hälfte des 6. Jh.s ins heutige Bayern einfallen.

409 n.Chr.: Die Franken kamen nach Gallien, die Alemannen bis nach Italien, die Goten nach Griechenland (schrieb ein Zeitgenosse)
410 n.Chr.: Goten nehmen Rom ein
451 n.Chr.: Ein aus Römer und Germanen (Franken und Westgoten) bestehendes Heer schlugen dort die Hunnen.
452 n.Chr.: Hunnischer Einfall in Italien (Misserfolg).
453 n.Chr.: Germanen beendeten Hunnenherrschaft und zerstörten ihr Reich.
476 n.Chr.: Germanenfürst Odoaker setzt Kaiser Romulus Augustulus ab und ist daher Herrscher in Italien
488 n.Chr.: Germanischer König Odoaker befiehlt den Römern Rückwanderung nach Italien (betrifft Land zwischen Alpen und Donau)
493 n.Chr.: Ostgoten beenden die Herrschaft Odoakers.
568 n.Chr.: Langobarden beenden oströmische Herrschaft im größten Teil Oberitaliens. (Mit dem Zug der Langobarden ging die Zeit der germanischen Völkerwanderung zu Ende.)
Um 550: Slawische Stämme hatten im Verlauf des 6. Jh.s – aus dem Osten kommend – ein riesiges Gebiet zwischen Donau, Elbe und Ostsee zu besiedeln begonnen, weitgehend unter der Herrschaft der Awaren.
Um 600: Ihre Einfälle im heutigen Ost- und Südostösterreich bis hin nach Oberitalien erneut Unruhe in den mitteleuropäischen Raum.
595 u. 610: Die Niederlage der Bayern gegen die Slawen bei Aguntum im oberen Drautal bewirkten die Verfestigung einer Grenzzone zwischen Bayern und Slawen in unserem Raum.
Mit der Konstellation: awarisch-slawische Völkerschaften in Ostmitteleuropa, Ausweitung des fränkischen Herrschaftsgebietes in Westeuropa, sowie Konsolidierung des Oströmischen Reiches in Südosteuropa klang die Völkerwanderung im 7. Jh. n.Chr. aus.

Konstantinopel – Größe und Untergang des oströmischen Reiches

Konstantinopel – eine Stadt prägt ein Großreich. Der geistige und geographische Fixpunkt innerhalb der Geschichte des Oströmischen Reiches war Konstantinopel. Mit der Gründung dieser neuen Hauptstadt durch Kaiser Konstantin I. im Jahr 324 auf der alten griechischen Siedlung Byzantion am Bosporus erhielt der hellenistische Osten des Imperium Romanum einen eigenen politischen Mittelpunkt. Durch die günstige Lage für den Handel wurde Konstantinopel zum Schmelztiegel.

Der Osten hält den Angriffen stand. Unter Kaiser Justinian (527-565), einer der bedeutendsten Herrscherpersönlichkeiten der europäischen Geschichte, gelang es in einem beinahe zwanzigjährigen Krieg, den lateinisch-germanischen Westen und den griechischsprachigen Osten zum letzten Mal in einem Gesamtreich zusammenzufassen. Nach seinem Tod zerfiel das Imperium wieder.

Im Jahr 1354 übersetzten türkische Scharen erstmals die Dardanellen und unterwarfen während der nächsten 40 Jahre zunächst das Serbische, dann das Bulgarische Reich. Hilfeersuchen mehrere byzantinischer Kaiser an den Westen blieben ungehört. Nach und nach eroberten die Türken alle Gebiete des Reiches bis schließlich im Jahr 1453 auch Konstantinopel in ihre Hände fiel.

Der Islam – Mohammed und seine Lehre

Der Stifter des Islam wurde um 570 in Mekka geboren. Mohammed hatte Offenbarungen und fühlte sich als Prophet berufen, den einzigen Gott Allah gegen die Vielfalt der arabischen Stammesgötter zu verkünden. Mit dieser Botschaft fand er in seiner Heimatstadt wenig Gegenliebe, denn die Verehrung des schwarzen Steins (Kaaba) brachte den Bewohnern wirtschaftliche Vorteile. Mohammed übersiedelte daher nach Medina. Mit dieser Ortsveränderung (Hedschra) begann 622 n.Chr. die islamische Zeitrechnung. Als Staatsmann brachten ihm und seinen Gefolgsleuten erfolgreiche Überfälle auf mekkanische Karawanen reichen Gewinn. Es entstanden regelrechte Kriege. Er kehrte nach Mekka zurück und erklärte die heidnische Kaaba zum Zentralheiligtum des Islam. Dies sicherte seiner Heimatstadt wieder die Vorteile als Wallfahrtsort. als Mohammed 632 in Medina starb, waren die rivalisierenden Stämme Arabiens im Zeichen des Islam eine politische Einheit geworden.

Mohammed verkündete gegen den bei den Arabern herrschenden Polytheismus einen strengen Monotheisums (Eingottglaube). Seine Offenbarungen wurden im heiligen Buch des Islam – den Koran – niedergeschrieben. Mohammed anerkannte alle jüdischen Propheten und auch Jesus als Vorgänger an, fühlte sich jedoch selbst als letzter Prophet, der die abschließende Offenbarung empfangen habe.

Das religiöse Leben des Muslim ist auf 5 Säulen aufgebaut: Bekenntnis zu Allah, das Pflichtgebet, Almosensteuer, Fasten und die Pilgerfahrt.

Das arabische Weltreich

Die Mittelmeerwelt wird neu verteilt. Unter den Schlägen der vereinten arabischen Stämme zerbrach die Einheit der Mittelmeerwelt. Mit dem Tod des Propheten (632) begann für die Araber das Zeitalter der Eroberungen. Die Religion lieferte den zündeten Funken, da der Koran eine solche Eroberungspolitik unterstützte. Mohammed hatte kurz vor seinem Tod den Wunsch geäußert, sein Wort Gottes auch zu den Völkern des Nordens zu tragen.

Dürre und die Armut Arabiens, sowie die Aussicht auf Beute (fruchtbare Gebiete) förderten den religiösen Vorsatz. Das nördliche Gebiet erstreckte sich in einem weiten Bogen von Palästina über Nordsyrien südostwärts in die Täler des Euphrat und Tigris bis zum Persischen Golf (der "fruchtbare Halbmond"). 635 fiel Damaskus, 637, Jerusalem, 641 Alexandria.

644 war der Großteil des Persischen Reiches in arabischen Händen und es reichte somit der Herrschaftsbereich der Araber vom Mittelmeer bis fast nach Indien.

Arabisch wird Weltsprache. In einer 2. Eroberungswelle an der Wende vom 7. zum 8. Jh. trugen die Muslime ihre Banner gegen Osten bis in das Tal des Indus und in die Berge Afghanistan. Westwärts erreichten sie über Nordafrika den Atlantik. Die Iberische Halbinsel eroberten sie in sieben Jahren fast zur Gänze und zerstörten dabei das Westgotenreich. Im Jahr 1717 wurde der arabische Ansturm vor Konstantinopel zum Stehen gebracht. Die Franken geboten 732 dem anderen Teil des arabischen Zangenangriffes auf Europa bei Tours und Poitiers Einhalt. Somit etablierte sich erstmals ein weltpolitisches Gleichgewicht zwischen 3 Kulturwelten – den Germanen (Franken), den Byzantinern und den Arabern.

Die Sklaverei – von der Antike bis zur Gegenwart

Seit der Herausbildung einer differenzierten Gesellschaft in den Hochkulturen kennen wir eine besondere Art der Abhängigkeit des Menschen von anderen Menschen – die Sklaverei.

Definition:

Auch heute gibt es nach wie vor Formen der Sklaverei, wie etwa beim Menschenhandel (z.B. Sexmärkte). Skrupellose Großgrundbesitzer und Geldverleiher versklaven heute noch Menschen.

In der Antike waren auch neben anderen Ursachen (z.B. Kriegsgefangene) die Verschuldung der wirtschaftlich Schwachen ein Grund für deren Versklavung. Sie hafteten den Gläubigern nicht nur mit ihrem Besitz, sondern auch mit ihrer eigenen Person und der ganzen Familie (siehe o.a. Definition). Der Sklave galt als Sache, der sich nur durch die Sprache vom Tier unterschied. Die Sklavenarbeit war eine Hauptsäule der antiken Wirtschaft, sowohl in der Produktion als auch im Dienstleistungssektor. Sie wurden überall eingesetzt und wurden sogar in der Arena als Attraktion vorgeführt (Kampf mit Tieren, Gladiatorenkämpfe).

Zur Zeit Perikles soll es in der Polis 80.000 bis 150.000 Sklaven gegeben haben und so weiß man aus Rom, dass allein aus den Kriegszügen zwischen 210 und 150 v.Chr. zumindest eine Viertelmillion Kriegsgefangene das Sklavenschicksal ereilte. Neueste Forschungen nehmen an, dass im 1. Jh. v.Chr. 3 Millionen Sklaven in Italien geschuftet haben.

Die Sklaven kämpften für einen eigenen Staat. Sklavenkrieg auf Sizilien (135-132 v.Chr.).

Zweiter Sizilianischer Aufstand um 104-101 v.Chr.

Der für die Römer gefährlichste Aufstand brach im Jahre 74 v.Chr. in der Gladiatorenschule von Capua aus. Unter der Führung des thrakischen Sklaven Spartakus soll das Sklavenheer bald auf 100.000 Mann angewachsen sein und einigen römischen Heeren schwere Niederlagen zugefügt haben. Doch Uneinigkeit im Sklavenheer und ein Aufgebot von 8 kampferprobten Legionen beendeten auch diesen spektakulären Aufstand zugunsten des Herrschenden.

copyright by Andreas R.

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