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DIE ZARENFAMILIE ROMANOW:


           Zar Nikolaus: 1868-1918
           Zarin Alexandra: 1872-1918
           Olga: 1895-1918
           Tatjana: 1897-1918
           Maria: 1899-1918
           Anastasia: 1901-1918
           Zarewitsch Alexej: 1904-1918



NIKOLAI II. ALEXANDROVICH:
Zar von Russland von 1894-1917
* 18.05.1868 Tsarskoe Selo
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk b 17.07.1998 Peter + Paul, St. Petersburg, Alter: 50 Jahre 1 Monat 29 Tage
K 26.11.1894 Winterpalast St. Petersburg mit Hessen-Darmstadt von Alix Victoria Helena Louise Beatrice (Alexandra Fedorovna)
*06.06.1872 Darmstadt
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk.
Nikolai wurde am 18.05.1868 in Tsarkoe Selo geboren. Seine Eltern hießen Marie Feodorovna, eine dänische Prinzessin und Zar Alexander III. Er war der Älteste von sechs Kinder und lebte ein sehr einfaches Leben. Nikolai schlief auf einer Armeejacke und nahm nur kalte Bäder. Er war eine sehr freundliche Person, was man besonders aus seinen Augen leuchten sah. Sydney Gibbs besuchte damals die Zarenfamilie und bekam so auch das Kind Nikolai zu Gesicht. Er sagte nach diesem Besuch:
"Nikolai hat eine Ausstrahlung die ich noch nie bei jemanden anderen gesehen habe. Er ist von einer inneren Ruhe, Selbstwertgefühl und Würde erfüllt...........Ich glaube. Der grund dafür sind die Augen........es sind die zärtlichsten Schatten von blau, die Augen sie sehen einer geradewegs ins Gesicht mit dem freundlichsten, sanftesten Blick.............. ." Als Nikolais Vater 1894 völlig unerwartet verstarb, war Nikolai darauf nicht  vorbereitet, da er nie einen Vorbereitungsunterricht hatte. Schließlich heiratet er Alexander am 26.11. 1894. Sie gebar ihm vier Mädchen und einen Buben, welcher der  Thronfolger sein sollte. Doch die Zarenfamilie hatten ein Geheimnis vor dem russischen Volk, welches sie nicht preisgaben, obwohl das Volk wusste, dass sie eines hatten. Das Geheimnis war, dass Alexej Blutkrank war und sie ihr Ansehen nicht verlieren wollten, da aber sie dem Volk das eben nicht sagten wurden sie sehr unbeliebt. Im August 1914 brach der 1. Weltkrieg aus und am Anfang wuchs die Bevölkerung, doch nach einigen Monaten begann sie wegen der schweren Gelegenheitsarbeiten zu sinken. Nikolai wollte zu seinen Soldaten in dieser Zeit an die Front, aber der plötzliche Ausbruch der Revolution machten es ihm unmöglich.  Am 15.04.1917 dankte Nikolai ab und die Zarenfamilie wurden in ihrem eigenen haus eingesperrt. Schließlich wurden sie nach Jekaterinburg, Sibirien ins Haus Ipatiev gebracht. Am 16.07. 1918 wurden sie in einen Keller gesperrt und dort erschossen. Er starb als er 50 Jahre alt war.
     
ALEXANDRA FEDOROVNA:
Zarin von Russland von 1894-1917
*06.06.1872 Darmstadt
? 17.07.1918 Jekaterinenburg/Swerdlowsk 
K 26.11.1894 Winterpalast St. Petersburg mit Nikolai II. Alexandrovich

Alexandra wurde am 06.06. 1872 in Hessen- Darmstadt geboren. Ihre Eltern waren Louis IV, Erzherzog von Darmstadt und Prinzessin Alice, Tochter von Königin Victoria. Sie hatte rotblonde Haare und blaue Augen. Ihr Spitzname als Kind war Sonnenschein/sonnig, da sie oft strahlte vor Freude. Nach dem Tod ihrer Mutter, im Jahre 1878 wurde sie ernst. Sie traf Nikolai zum ersten Mal auf der Hochzeit ihrer Schwester, im Jahre 1884. Als sie 17 Jahre alt war besuchte sie ihre Schwester in St. Petersburg. Dort traf sie auch Nikolai wieder und verliebte sich in ihn. Am 26.11. 1894 heiratete sie ihn. 1895 bekam sie ihre erste Tochter und in den nächsten Jahren drei weitere.  Am 12.08. 1904 brachte sie den Thronerben, Alexej, zur Welt. Es schien bei der geburt so, dass er ein gesunder und glücklicher Bube war, doch nach sechs Wochen fand man heraus, dass er Bluter war. Danach war ihr Herz gebrochen. Sie wurde sehr  religiös und suchte immer ein Heilmittel für Alexej, bis sie schließlich den sibirischen Mönch Rasputin kennen lernte.  Er wurde in den Familienkreis aufgenommen und versuchte immer wider Alexej zu helfen. So stieg er sehr hoch in die Gunst der Zarin. Das Volk missbilligte dies und man sagte ihr ein Verhältnis mit Rasputin nach. Als der 1. Weltkrieg ausbrach meinten außerdem viele Russen, dass Alexandra zu den Deutschen halte und mochten sie so noch weniger. Sie war 46 Jahre alt als sie starb.
  
KINDER:
1) Romanow Olga Nikolaevna, Großherzogin
* 15.11.1895 ? 17.07.1918 ermordet
2) Romanow Tatjana Nikolaevna, Großherzogin
* 10.06.1897 ? 17.07.1918 ermordet
3) Romanow Maria Nikolaevna, Großherzogin
* 26.06.1899 ? 17.07.1918 ermordet
4) Romanow Anastasia Nikolaevna, Großherzogin
* 18.06.1901 ? 17.07.1918 ermordet
5) Romanow Alexei Nikolaevich, Zarevich
* 12.08.1904 ? 17.07.1918 ermordet                 

OLGA NIKOLAEVNA:
Olga wurde am03.11. 1895 geboren und war die Älteste Tochter von Zar Nikolai und Zarin Alexandra. Sie wurde als prachtvolles Kind, rosig und dick mit einer üppigen Haarpracht beschrieben. Sie war der Liebling des Vaters, da sie blaue Augen und Kastanienbraunes Haar hatte. Olga war die nachdenklichste von ihren Schwestern und sehr intelligent. Sie machte gerne schwere Sachen und stritt oft mit ihrer Mutter.
Sie war ein Soldat in ihrem eigene Regiment und erhielt später einen ehrenamtlichen Titel. Im 1. Weltkrieg half sie ihrer Mutter und Tatjana in Krankenhäusern, die verwundeten Soldaten pflegen. Während der Revolution wurde sie mürrisch und weniger herzlich. Sie war 23 Jahre alt als sie ermordet wurde.
Olga, die älteste, war sehr belesen und intelligent. Im Unterricht stach sie all ihre Geschwister aus, jedoch galt sie als ebenso schwierig und sagte was sie dachte, was ihre Mutter nicht gerne sah. Sie war keine Schönheit, besaß aber Charme. Ihr breites offenes Gesicht und die dunklen Haare zeigten die Ähnlichkeit mit ihrem Vater. So war es auch Olga, mit der sich Nikolaus von seinen Töchtern am liebsten beschäftigte.

TATJANA NIKOLAEVNA:
Tatjana wurde am 29.05. 1897 geboren. Sie war der Liebling der Mutter, da sie sehr groß und schlank war. Sie hatte kastanienbraunes Haar und graue Augen. Tatjana war die Anführerin der Kinder weshalb sie auch den Spitznamen Gouvernante hatte. Ihr wurde ein Regiment von Soldaten zugeteilt und wurde später auch ehrenamtlicher Kolonel. Im Krieg war sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester als Krankenschwestern in Spitälern. Sie hatte in ihrer Gefangenschaft Masern und ihre Persönlichkeit veränderte sich. Sie war 21 Jahre alt als sie erschossen wurde.
 Tatjana wiederum war der Liebling der Mutter. Sie galt als das schönste der Mädchen, sie war groß und elegant wie ihre Mutter, besaß ein klassisches Gesicht und rotbraune Haare. Sie war musisch sehr begabt, spielte gut Klavier und war sich ihrer Stellung als Tochter des Zaren sehr bewusst. Sie war nicht so intelligent wie ihre Schwester Olga, machte dies aber durch eine extreme Hartnäckigkeit wieder wett.

MARIA NIKOLAEVNA:
Sie hatte große  blaue Augen, wie ihr Vater, und helles braunes Haar, rosa Bäckchen, und ein großes Lächeln. Sie galt in der Familie als sanfter Engel. Sie tendierte zu mehr Gewicht. Maria war wirklich kühn, und unerschrocken (in anderen Berichten heißt es: Sie war überaus gutmütig und einfältig um neue Menschen zu treffen war sie sehr gesprächig. Anastasia wurde Marias beste Freundin und Vertraute. Obwohl Maria älter war fand sie sich gegenüber ihrer jüngeren Schwester unterlegen. Anastasia war stärker und besaß eine kämpferische Persönlichkeit. Maries Persönlichkeit entwickelte sich langsam und sie wurde länger als ein Kind behandeln als es sein sollte. Sie war kultiviert als Studentin. Jedoch  neigte sie  zur Faulheit und war sehr verträumt. Marie war Linkshänderin und besaß Talent für die Kunst. Einer ihrer Lieblingsträume war der Tag ihrer zukünftigen Hochzeit und ihre eigene Familie.  Sie wollte eine exzellente Mutter und Frau sein. Marie war die Menschenfreundlichste der Mädchen und liebte nichts mehr als mit den Leuten und den ansehnlichen jungen Offizieren  zu reden. Die ganze Familie neckte sie über ihr verhalten mit Jungen Männern  mehr als sie zu tadeln. Während des Krieges entwickelte Maria  eine ernsthafte, platonische Beziehung mit einem Offizier. Die Großherzogin überwachte die beiden bei Spaziergängen auf dem Palastweg. Jedoch sah Maria ihren Freund selten. Maria verhielt sich mutig während der erschreckenden Reise von Tobolsk nach Jekaterinburg.  Sie ritt mit Sovijet Soldaten in ihren primitiven Wagen. Maria war 19 Jahre alt als sie mit ihrer Familie ermordet wurde.
              
ANASTASIA NIKOLAEVNA:
Anastasia wurde am 18. Juni 1901 geboren. Augenzeugen schildern sie als klein, rundlich und auffallend blauäugig. Sie wird als ein Spaßvogel geschildert, aber auch als dickköpfig, boshaft und frech, da sie voller Energien und Enthusiasmus war. Sie soll sehr sprachbegabt gewesen sein und hatte ein Talent dafür, Akzente nachzumachen. Anastasia benahm sich sehr jungenhaft. Sie kletterte mit Vorliebe auf Bäume und weinte selten. Die Großfürstinnen hatten einen gemeinsamen Bund, den sie OTMA nannten, zusammengesetzt aus den vier Anfangsbuchstaben. Sie erhielten eine harte Erziehung, anders als man es von Prinzessinnen erwarten würde. Miteinander und mit dem Vater wurde Russisch, mit der Mutter Englisch gesprochen. In der Gefangenschaft versuchte sie immer wieder ihre Familie zu unterhalten, ist aber am Scheitern daran gebrochen. Sie soll geistig träge und dick geworden sein. Die letzten Beschreibungen, die von Anastasia überliefert sind, heben ihr blondes Haar, blaue Augen und dunkle, fast in der Mitte zusammengewachsene Augenbrauen hervor. Sie wird als temperamentvoll, wild und ungestüm beschrieben.
Am Tag der Ermordung der Zarenfamilie wäre Anastasia gerade 16 geworden.

1920 wurde eine 24-jährige Frau aus dem Berliner Landwehrkanal gezogen. Nach diesem Selbstmordversuch wurde sie in Heim eingewiesen. Nachdem sie dort Bilder der Zarenfamilie in einer Zeitung gesehen hatte, begann sie zu behaupten Anastasia zu sein. Sie sprach allerdings kein Russisch - der Schock der Mordnacht habe es ihr unmöglich gemacht. Einige Romanow-Verwandte glaubten ihr die Geschichte von der abenteuerlichen Flucht aus Jekaterinburg. Die Mehrzahl der Erben versuchte aber die Frau als Hochstaplerin zu entlarven. Das war schwierig, denn die vermeintliche Anastasia hielt über 60 Jahre lang an ihrer Story fest. Selbst anerkannte Historiker sahen in ihr die verschollene Großfürstin. Unter dem Namen Anna Anderson ließ sie sich im amerikanischen Charlottesville nieder. Dort wurde sie von vielen Mitbürgern als russische Zarentochter verehrt. Schließlich heiratete sie den Amerikaner Dr. John Manahan, der es interessant fand, sich mit einer Zarentochter zu schmücken. Mit der Zeit wurde sie aber immer unleidlicher und verrückter. Selbst ihre Ohren wurden mit denen von Anastasia verglichen. Die Vermessung der Ohren galt damals als stichhaltiger Identitätsbeweis. In 17 Punkten stimmen die Ohren überein. Das waren mehr Punkte als vor Gericht nötig. Erst nach ihrem Tod im Jahr 1984 konnten Biologen mit Hilfe einer DNS-Analaye eindeutig beweisen, dass Anna Anderson keine Romanow war, sondern die polnische Landarbeiterin mit Namen Franziska Schanzkowska. Auf ihrem Grabstein ist jedoch noch immer der Name Anastasia eingemeißelt.
Anastasia war die jüngste unter den Mädchen. Sie war weder so intelligent wie Olga noch so gutaussehend wie Tatjana, auch die Liebenswürdigkeit Marias konnte sie nicht aufweisen, so blieb ihr nur die Stellung des ewigen Spaßmachers. Sie galt als rechter Wirbelwind und ihr derber Humor und ihre oft nicht so harmlosen Streiche waren im Palast berüchtigt.
      

ALEXEJ NIKOLAEVICH:      
Alexej wurde am 12.08.1904 geboren. Er hatte blond Haare, blaue Augen und war sehr dünn und blass. Er war der Thronerbe der Romanow und bekam von seinen Eltern was er wollte. Anfangs, nach der Geburt, schien es so, dass er gesund sei, aber nach sechs Wochen blutete er aus dem Nabel und so wusste man, dass er Bluter war. Als Kind musste immer vorsichtig sein, damit er sich nicht verletzte. Er musste Mittel nehmen, die große Schmerzenverursachten. Er hatte zwei Krankenschwestern und zwei Matrosen. Zuerst Dereronko, der ihm half, wenn er krank war, ihn aber während der Oktoberrevolution verließ. Der Zweite Matrose Nagorny unterstützte ihn während der Gefangenschaft. In dieser zeit hatte er ständig Leute um sich, die ihm halfen und unterstützten, doch er litt nur Schmerzen. Als er Acht Jahre alt war, starb er fast an einer Beinverletzung. Damals war er mit seiner Familie auf Spala und  erlitt eine Beinverletzung. Die Eltern hatten die Hoffnung schon fast aufgegeben, als sie ein Telegramm von Rasputin erhielten, worin stand, dass sie die Hoffnung nicht aufgeben sollten. Am nächsten tag ging es Alexej schon besser.
Nach der Revolution wurden sie nach Sibirien abtransportiert. Als seine Familie nach Jekaterinburg transportiert wurden, blieb er etwas zurück, da er abermals erkrankte.
In der Nacht in der seine Familie exekutiert wurde, von Soldaten erschossen, überlebte er als Einziger. Er wurde dann vom Anführer der Soldaten höchstpersönlich erschossen. (Er schoss auf Alexej zweimal in Folge.) Er war 13 Jahre alt, als er erschossen wurde.
Alexej war bei seinem Tod ein dünner, schmaler Junge. Er hatte die in seiner Familie oft auftretende Hämophilie geerbt, die Bluterkrankheit. Sie wird von der Mutter auf den Sohn vererbt. Das Blut gerinnt nicht wie bei anderen Menschen. Bei jedem Stoß, der ein Gefäß verletzte, konnte Blut in die umgebende Muskulatur sickern. Es gerinnt nicht, sondern verursacht eine schmerzhafte Schwellung. Erst wenn der Druck der Schwellung hoch genug war, verlangsamte er den Blutstrom. Oftmals konnte Alexej nicht laufen oder andere Körperglieder nicht bewegen. Nach dem Tod der Zarenfamilie tauchten vereinzelt auch falsche Zarewitsche auf. Aufgrund seiner Bluterkrankheit halten es Experten jedoch für unwahrscheinlich, dass er das Massaker überlebte. Selbst wenn, waren Überlebenschancen von Blutern zu gering, als dass er lange am Leben geblieben wäre.      
         
DIESES UND JENES VON DEN ZAREN UND IHREM LEBENSSTIL.

Winterpalais
Seit fast 150 Jahren ist der Winterpalast in Sankt Petersburg die offizielle Residenz der Romanows. Es war Peter der Große, der den Sitz der Zaren von Moskau nach Sankt Petersburg verlegte. Nach seiner Krönung hält auch Nikolaus II. mit seiner Gemahlin dort Einzug. Als autokratischer Monarch herrscht er uneingeschränkt über Russland. Nikolaus II. ist der reichste und mächtigste Mann der damaligen Welt. Die Säle des Palastes werden von zahllosen Kerzen erhellt. Es sind Gemächer wie aus tausend und einer Nacht. Im Malachit-Zimmer trifft sich das junge Herrscherpaar immer wieder zum Tee -umgeben von unermesslichem Reichtum. Das wahre Vermögen des letzten Zaren ist bis heute ein Geheimnis geblieben. Seit den ersten Tagen des Zarengeschlechts ist ihre Geschichte untrennbar mit dem Verlangen nach Gold verknüpft. Die Legende vom Zarengold beginnt im Jahr 1547, als Iwan der Schreckliche zum ersten Zaren von Russland gekrönt wird.

Rücktritt und Gefangenschaft
Am 28. Juni 1914 bricht der Erste Weltkrieg aus. In Russland eskalieren die Ereignisse. Im ganzen Land treten die Arbeiter in den Streik und rufen zum Kampf gegen den Zaren auf. Nikolaus II. sieht sich zur Abdankung gezwungen. Auch im Namen des Zarewitsch Alexej verzichtet Nikolaus auf den Thron. "Da wir nicht wünschen, von unserem geliebten Sohn getrennt zu werden", so der Zar in seinem Manifest. Die neue provisorische Regierung schickt die Zarenfamilie in die Gefangenschaft in das abgelegene Tobolsk in Sibirien. Hier soll der Zar vor der
Rache der Bolschewisten sicher sein. Noch immer ist er erfüllt von einer tiefen Liebe zu seinem Land. Am 24.Oktober 1917 ergreift Revolutionsführer Lenin die Macht und verhaftet die provisorische Regierung. Seit dieser Stunde ist das Leben der Romanows in Gefahr.

Die letzte Station
Als letzte Station ihrer Verbannung wird die Zarenfamilie ins Ipatjew-Haus nach Jekaterinburg gebracht. Es wird das "Haus zur besonderen Verwendung" genannt. Dort lebt die Familie in totaler Isolation. Meldungen über das Schicksal des Zaren dringen in die Welt. Doch Lenin leugnet jede Gefahr, wie sein Telegramm an die Presse belegt. "Ex-Zar in Sicherheit. Gerüchte sind Lügen der Kapitalisten." In London bemüht sich der Cousin des Zaren, König Georg V., vergeblich um ein Exil der Familie im Ausland. Legenden kursieren über die abenteuerliche Rettung der Familie durch den britischen Geheimdienst. Eine Zarentochter soll aus dem Ipatjew-Haus befreit worden sein.

Die letzten Stunden
Die Zarin schreibt auf die letzte Seite ihres Tagebuchs:
"Karten gespielt, 15 Grad, um 10 Uhr zu Bett." Um Mitternacht wird die Familie in den Keller geführt - wegen "Unruhen in der Stadt." Wie für ein letztes Porträt sollen sie dort gesessen haben. "Wenn dieses Leben endet, treffen wir uns in einer anderen Welt wieder", steht im Tagebuch des Zaren. "Keine Trennungen mehr, endlich vereint." Dr. George Vilinbakhov, Historiker, über das Herrscherpaar: "Nikolaus und Alexandra waren zutiefst religiöse Menschen. Die tragischen Ereignisse in ihrem Leben verstärkten diesen fatalistischen Glauben an die Unabwendbarkeit des Schicksals. Sie selbst hegten keine Fluchtgedanken und gaben sich ihrem Schicksal widerstandslos hin."

Wo sind die Überreste der Zarenfamilie?
In der Nacht auf den 17. Juli 1917 wurden die Leichen der Zarenfamilie in einem Gebiet 20 Kilometer nördlich von Jekaterinburg verscharrt. "Vier Brüder" nannte man diese Stelle wegen der vier riesigen Kiefern, die dort einmal gestanden hatten. Die Toten wurden auf Lastwagen verladen. Um sechs Uhr morgens wurden die Leichen entkleidet. Wertvolle Gegenstände wurden ihnen genommen. Die Kleider wurden verbrannt, die Leichen in einer vorher ausgehobene Grube geschmissen. Durch Handgranaten sollten die Opfer unkenntlich gemacht werden. Das Versteck erschien nicht als sicher genug. Nur eine Nacht später kehrten die Männer zurück. Die Leichname wurden ausgegraben, und noch weiter in den Wald gefahren. Die Leichen, welche die Männer für die des Zarenpaares hielten,  wurden mit Benzin übergossen und verbrannt. Die anderen Körper wurden mit Schwefelsäure übergossen. Mit einem LKW wurde  die Stelle platt gefahren, Baumstämme sollten das Versteck für immer verbergen. Der Beamte Sokolow begann noch während der Revolutionswirren mit der Suche. Aussagen von Verwandten der Mörder halfen ihm. Bei den vier Brüdern stieß er auf persönliche Gegenstände sowie Knochenstücke und ein weiblicher Finger. Er fand nicht die Überreste und veröffentlichte 1924 ein Buch über seine Funde. Damit endete seine Suche. Erst 1978 machte sich der Geologe Alexander Awdonin auf, inspiriert durch das Buch, nach den Leichen zu suchen. Am 30. Mai 1979 entdeckte er drei menschliche Schädel. Er vermutete in einem von ihn den des Zaren, doch aus Angst weigerten sich alle Wissenschaftler dies durch Analysen zu bestätigen. Erst 1989 nach der Perestroika kam der Fund ans Licht der Öffentlichkeit. Am 12. Juli 1991 begannen die offiziellen Ausgrabungen. Nach dreitägiger Arbeit stand fest, dass sich neun der elf Opfer am Fundort befinden. Mit komplizierten Verfahren, bei denen Fotos der Opfer mit den Schädelfunden verglichen wurden, wurde bewiesen, dass es sich bei den Funden um die kaiserliche Familie und deren Diener handelte. Nach Ansicht des Gerichtsanthropologen Abramow fehlten Alexej und Maria. Abramows amerikanischer Kollege Maples hingegen kam zu dem Schluss, es sei Anastasia, die fehlte. Heute weiß man mit 98,5 Protzentiger Sicherheit, dass es sich um die Gebeine der Romanows handelt. Doch die Frage nach der Identität der beiden Töchter/dem Sohn konnte nicht abschließend beantwortet werden.

Der Geologe Alexander Awdonin ermittelte im Fall Romanow. Jurowskis Bericht bringt ihn auf die richtige Spur. Awdonin ist im Besitz einer Kopie, die er vom Sohn des Kommandanten erhalten hat. In den Birkenwäldern um Jekaterinburg macht Awdonin sich auf die Suche nach dem Zarengrab. Die Lage ist im Protokoll des Mörders genau beschrieben. Im Mai 1979 macht der Geologe tatsächlich einen spektakulären Fund. Der Schädel des Zaren? Angst beschleicht den Entdecker. Noch wird die "Akte Romanow" geheimgehalten, und er vergräbt die Knochen wieder.
Erst im Juli 1991 kehrt Awdonin mit einem offiziellen Exhumierungsteam an den Ort seiner Entdeckung zurück. In dem Massengrab liegen die sterblichen Überreste von neun Menschen. Sind es tatsächlich die Zarengebeine? Der Fund sollte zur wissenschaftlichen Weltsensation werden.
Nach dem Grabfund analysiert Gerichtsmediziner Sergej Abramow in Moskau die Gesichter der Zarenfamilie auf zahllosen Fotos. Er überlagert sie im Computer mit Bildern der Schädel und markiert jene anatomisch festgelegten Punkte, die genau übereinstimmen müssen, um eine Person zu identifizieren. Der Computer bringt die Wahrheit ans Licht. Die Gesichtsmerkmale von Anastasia stimmen exakt mit einem der gefundenen Schädel überein. Sie ist in der Mordnacht gestorben und es ist Maria, die nicht identifiziert werden kann. Mittlerweile geht man davon aus, dass die Verschwundene nicht Anastasia sondern Maria ist.18. Juni 1901 - 17. Juli 1917 (?) oder 12. Februar 1984 (?)

 

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