Home Literatur Epochen Deutsch - Referate Erörterungen Gedichte Biografien Biologie und Chemie Geschichte - Referate Geografie - Referate Dienstprüfung - B-Prüfung Gästebuch Forum Links und Chat


Das Parfum - Patrick Süskind:


 

Charakterisierung der Hauptfigur:

Grenouille hat von Geburt an einen extrem stark ausgeprägten Geruchssinn.

So findet er zum Beispiel nachts im finsteren Wald allein durch seine Nase den Weg.

Grenouille ist ein Außenseiter. Alle, die ihm im Laufe seines Lebens begegnen, hegen eine Abneigung gegen ihn. Er wird immer nur benutzt und ausgebeutet. Er ist durch körperliche Entstellungen, wie z.B. Narben und Schrunden, gekennzeichnet, doch sein Körper ist äußerst robust und genügsam. Er übersteht sogar eine schwere Krankheit, nämlich den Milzbrand. Jegliches Hunger- und Schmerzgefühl scheint er nicht zu kennen.

Grenouille nimmt am Weltgeschehen nicht teil und lebt sehr isoliert. Er braucht keine menschliche Wärme. Er selbst strahlt Kälte aus.

Erst als er den ersten Mord begeht, beginnt sich seine Persönlichkeit zu ändern: Er hat plötzlich ein Ziel vor Augen. Er will die Welt der Düfte revolutionieren.

Seine Morde laufen immer wie Zeremonien oder Rituale ab. Er vermeidet es, seine Opfer unnötig zu berühren. Er sieht in den Menschen nichts Besonderes, moralische Werte fehlen ihm, für ihn zählt einzig und allein die Welt der Düfte.

Leseeindrücke:

Die Geschichte ist einmalig, zumal sie irgendwie anders ist, als alles, was ich zuvor gelesen habe. Einerseits erscheint mir die Handlung unrealistisch, andererseits ist der historische Hintergrund interessant beschrieben bzw. die Gewinnung von Düften und die damit verbundene Parfumherstellung sehr eindrucksvoll geschildert. Ich bin mir sicher, dass der Autor über ein gewisses Fachwissen verfügt bzw. sich dieses angeeignet hat. Im Buch kommen immer wieder unerwartete Geschehnisse vor. Man kann es manchmal kaum erwarten, wie es weitergeht.

Ich finde, in manchen Kapiteln sind z.B. die Naturbeschreibungen oder die einzelnen Düfte zu ausführlich beschrieben, was sehr schnell zum "Darüberlesen" verleitet.

Der Schluss des Buches, als Grenouille von den Kannibalen aufgefressen wird, kommt sehr plötzlich und abrupt und gefällt mir überhaupt nicht.

Ich habe das Buch vor ca. 10 Jahren schon einmal gelesen, konnte damals aber wenig damit anfangen. Dieses Mal hat es mich irgendwie fasziniert.

Deutungsversuch:

Möglicherweise will der Autor mit diesem Buch aufzeigen, wie leicht es ist, Menschen zu manipulieren. Einzig und allein mit einem Duft schafft es Grenouille, bei seiner geplanten Hinrichtung von den Menschenmassen nicht mehr als Mörder, sondern als eine Art Heiliger, der Liebe verströmt, angesehen zu werden.

Auch das Fehlen der Liebe kommt in dieser Geschichte zum Ausdruck. Ein Mensch kann ohne Liebe nicht gut leben. Grenouille hat nie Mutterliebe oder sonst eine Art Liebe erfahren. Folglich ist er auch nicht fähig, Liebe weiterzugeben, was ihn zum Außenseiter bzw. später zum Mörder macht.

Grenouille scheitert schließlich an sich selbst. Er erkennt, dass er keinen Eigengeruch hat, und somit fehlt ihm seine Identität und er verfällt ihn einen psychischen Wahn. Hier tut sich ein schmaler Pfad zwischen Genie und Wahnsinn auf. Einerseits das Genie Grenouille, welches die unterschiedlichsten und feinsten Düfte unterscheiden kann, und andererseits der wahnsinnige Grenouille, der sich mit "falschen Federn" (sprich mit dem Duft der ermordeten Mädchen) schmücken muss, um somit seine Identitätskrise bewältigen zu können.

copyright by Claudia S.

zurück zur Deutsch-Seite