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Gedichtinterpretation "Der wandernde Musikant"
von Joseph von Eichendorff:

 

Formales: 4 Strophen je vier Verse

                  4-hebiger Trochäus; Kreuzreim; Kadenzen wmwm;

                  fast ausschließlich reine Reime;

Sprachliche Gestalt: bildhafte, klare Sprache

                                  Epipher „ich“ Vers 5/7

                                  Metapher „Manche Schöne macht wohl Augen“

                                  Alliteration „Haus-Hof“ Vers 14

Struktur: 1+2+3: Selbstdarstellung (3. Frauen)

                 4. Strophe: wie das Leben sein könnte, er es aber nicht will

 

Inhalt und Interpretation:

In der ersten Strophe erzählt das lyrische Ich, also der wandernde Musikant, dass er das Wandern liebt und auch wenn er wollte, nicht anders leben könnte. Er lässt also noch ziemlich offen, wie sein Leben genau aussieht.

In der zweiten Strophe beschreibt das lyrische Ich nun sein Leben. Das lyrische Ich sagt, dass es viele schöne Lieder kennt, oft, auch barfuss, in der Kälte wandert, die Saiten, vermutlich seines Instruments, reißt und nie genau weiß wo es die Nacht verbringen wird.

In der dritten Strophe spricht der Musikant von schönen Frauen, denen er sehr gefällt. Doch das lyrische Ich  sagt auch, dass es kein so armer Kerl wäre, wenn es wirklich etwas taugen wollte. Damit meint der Musikant wohl wenn er einen „ehrenwerten“ Beruf hätte, mit dem er Frau und Kind ernähren könnte.

Die vierte Strophe eröffnet der Musiker mit einem Wunsch, der vermutlich an die Frauen, denen er gefällt gerichtet ist, auch wenn er nur eine Person anspricht. Er wünscht ihnen einen Mann mit „Haus und Hof“. Dann sagt das lyrisch Ich noch, dass ihm sein Singen vergehen würde, wenn sie „zwei  zusammen wären“. Auf wen sich das lyrische Ich bezieht, kann der Leser verschieden auffassen. Es könnte einerseits eine Frau sein, andererseits auch das Leben, das er, wenn er Haus und Hof hätte führen würde.

Das Gedicht beschreibt das Leben eines wandernden Musikanten, das für den Rezipienten nicht gerade erstrebenswert erscheinen mag. Wer wandert schon gerne bei Kälte draußen herum und ist sich gern ungewiss, wo er wohl die Nacht verbringen wird. Doch das lyrische Ich beschwert sich das ganze Gedicht hindurch nicht und betont in jeder Strophe aufs Neue, das er sein Leben für kein Geld der Welt eintauschen würde.

Das lyrische Ich stellt einen Menschen dar, der obwohl er im Grunde nichts besitzt, glücklich ist. Dieser Mensch hat alles was er braucht um glücklich zu sein, er kann wandern und singen und ist „frei“. Das Gedicht zeigt, dass man um glücklich zu sein nicht alles haben muss.

Für den wandernden Musikanten ist es sogar unvorstellbar, ja sogar unmöglich ein Leben, das genau geregelt und „vorprogrammiert“ ist, zu führen, wie er im dritten und vierten Vers betont.

Auch in der dritten Strophe betont er abermals, dass er sehr wohl ein anderes Leben führen könnte, es aber gar nicht will. Das Leben als herumziehender „Lump“ macht ihn glücklich genug. Auch in der vierten Strophe könnte er mit „Wenn wir zwei zusammen wären, Möchte mein Singen mir vergehen“ das Leben, das der „Reichtum“, also Haus und Hof so mit sich bringen, nichts für ihn wären und ihm wie einem Vogel im goldenen Käfig das Singen vergehen würde.

Man braucht also nicht viel zum Glücklichsein. Doch was „nicht viel“ bedeutet, ist wahrscheinlich subjektiv und liegt wohl im Auge des Betrachters.

Im Allgemeinen wendet sich der Wandersmann gegen die Sesshaftigkeit und die Bürgerlichkeit

Literarische Einordnung: einfache sprachliche Form; leichte Verständlichkeit der sprachlichen

Bilder; Anlehnung an Subjektivität

 

 
copyrght by Manu

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