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Mobbing:

Neid, Missgunst und Intrigen sind der Stoff der Weltliteratur wie der Unterhaltungsindustrie. Doch was im Vorabendprogramm der Unterhaltung und Erbauung dient, erleiden viele Menschen im Arbeitsalltag. Die Gemeinheiten die sich Menschen ausdenken um über andere zu triumphieren, zu herrschen, sich Vorteile zu verschaffen, sich an den Schaden anderer zu erfreuen, haben viele Namen, kennen viele Redewendungen. In allen Lebenslagen, im Arbeitsleben wie im Bekanntenkreis, wird nur der akzeptiert, der ist wie ich oder wie ich ihn will, für Querdenker oder Eigenbrötlern ist kein Platz. Damit ist der Boden für alle Gemeinheiten bereitet. Im Arbeitsleben wird für diese vernichtende Eigenschaft des Menschen seit einiger der Begriff "Mobbing" verwandt. Es wird gehänselt, getuschelt, Gerüchte werden gestreut, niemand steht zur Seite und das läuft, wenn nichts unternommen wird, über Wochen und Monate ab, ohne dass Hilfe in Aussicht ist. Rund 1,5 Millionen Menschen erleben Tag für Tag in Deutschland diesen Psychoterror am Arbeitsplatz. Viele der Betroffenen stehen hilflos vor diesem Phänomen, aus Angst ausgelacht zu werden oder den Arbeitsplatz zu verlieren. Dieses "Phänomen" wurde von schwedischen Forschern vor 15 Jahren aufgedeckt. Mobbing ist ein ernstzunehmendes Problem der modernen Arbeitswelt, das neben dem persönlichen Leid der Betroffenen, der Wirtschaft und dem Unternehmen Schäden in Millionenhöhe zufügt. Wer kontinuierlich gemobbt wird und sucht die Schuld im eigenen Versagen, beginnt an sich selbst zu zweifeln, wird häufig krank. Die Folgen sind entweder Kündigung(meistens zu spät, vom Charakter des Betroffenen abhängig), im zunehmenden Maße Frühverrentung oder durch psychische Erkrankung bedingte Arbeitsunfähigkeit. In Zeiten von Kostensenkung, Leistungsdruck und Massenentlassungen regiert die Angst um den eigenen Arbeitsplatz. Wer früher gemobbt wurde, drohte mit Kündigung, heute jedoch lassen viele den Terror über sich ergehen. Das eine Anzeige auch eine Alternative sein kann wissen viele, da in den seltensten Fällen Zeugen vorhanden sind wird von davon kein Gebrauch gemacht. Das Arbeitsrecht verpflichtet die Arbeitgeber die Persönlichkeit der Angestellten zu schützen und ihnen gegenüber eine Führsorgepflicht wahrzunehmen, doch das bleibt graue Theorie, denn viele Mobbinghandlungen sind nur schwer zu beweisen, selbst wenn sie Straftatbestände wie Persönlichkeits-, Körperverletzung oder sexuelle Nötigung erfüllen. Findet Mobbing in einem Unternehmen statt ist davon auszugehen, dass gegen die Menschenrechte und Grundfreiheiten verstoßen wird. Die psychischen Folgen sind Konzentrationsstörungen, Grübelzwang, Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen, Angstzustände oder Depressionen. Es sind Fälle von Einweisungen in die Nervenklinik und Suizid bekannt. Zu den betrieblichen Kosten der Minderleistung oder Krankschreibung, entstehen auch gesellschaftliche Kosten durch notwendige Heilbehandlung.

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