Das Kupfer-Zink-Element
Der übliche Aufbau:
U-Rohr mit Trennwand,
Kupferelektrode, Zinkelektrode,
Kupfersulfatlösung, c(CuSO4)
= 1 mol/l
Zinksulfatlösung c(ZnSO4)
= 1 mol/l
Bei dieser Anordnung kann eine Spannung von mehr als 1Volt gemessen werden. Da dieser Versuch in fast jedem Schulbuch ausführlich erläutert ist, kann ich mir hier lange Ausführungen sparen. Kommen wir gleich zu der Frage, wieso die gemessene Spannung höher ist als bei dem Versuch mit den beiden Elektroden in reinem Wasser; dort hatten wir deutlich weniger als 1 V Spannung gemessen.
Was geschieht in der Zink-Halbzelle, also dem Schenkel des U-Rohrs mit der Zinkelektrode und der Zinksulfatlösung?
Die Zinkelektrode löst sich - wie bereits mehrmals gesagt - auf; es entstehen Zinkionen, die die Zn2+-Konzentration in der 1 molaren Zinksulfatlösung erhöhen, und in der Elektrode verbleiben (zunächst) Elektronen, zwei Stück pro Zinkion.
Allerdings fließen diese Elektronen zu einem Teil in die Kupferhalbzelle (siehe weiter unten), mit der Folge, dass es in der Zinkhalbzelle zu einer ständigen Bildung neuer Zinkionen kommt; die Zinklösung wird hier immer mehr mit Zinkionen angereichert.
In der Kupferhalbzelle fließen die Elekronen der Zinkelektrode in die Kupferelektrode (Ziel ist es ja, einen Elektronenausgleich zu erreichen). In der umgebenden Lösung befinden sich aber schon recht viele Kupferionen, die sehr begierig sind, je zwei Elektronen aufzunehmen (schließlich ist Kupfer ein Edelmetall). Die Kupferionen setzen sich also an die Kupferelektrode, nehmen dort je zwei Elektronen auf und werden dadurch zu Kupferatomen:
Cu2+ + 2 e- ==> Cu
Rein theoretisch müsste die Kupferelektrode mit der Zeit immer dicker werden, während sich die Zinkelektrode auflöst. Irgendwann enthält die Kupfersulfatlösung jedoch keine Kupferionen mehr, und dann stoppt der Prozess.
Was geschieht nun mit den beiden Lösungen der Halbzellen?
In der Zinkhalbzelle steigt die Konzentration der Zinkionen. Da die Trennwand für Ionen durchlässig ist, werden also schon recht schnell die ersten Zinkionen in die Kupfersulfatlösung der Kupferhalbzelle diffundieren.
In der Kupferhalbzelle befindet sich am Anfang eine reine Kupfersulfatlösung. Die Kupferionen setzen sich aber an die Kupferelektrode, so dass hier die Konzentration der Kupferionen immer geringer wird. Die Konzentration der Sulfationen dagegen ändert sich nicht. Es entsteht mit der Zeit also ein Überschuss an Sulfationen, so dass es zu einer Diffusion von Sulfationen in die Zinkhalbzelle kommt, wo ja ein Überschuss an Zinkionen und sozusagen ein "Unterschuss" von Sulfationen herrscht.
Das Daniell-Element
ist ein galvanisches Element, das aus einer Kupfer- und einer
Zinkhalbzelle besteht. In der Kupferhalbzelle befinden sich eine
Kupferelektrode und einmolare Kupfersulfatlösung und in der
Zinkhalbzelle eine Zinkelektrode und einmolare Zinksulfatlösung.

Beim Betrieb des Elements laufen
folgende Reaktionen ab:
Oxidation: Zn à Zn2+
+ 2 e-
Reduktion: Cu2+ + 2
e- à Cu
Redoxreaktion: Zn + Cu2+
à Zn2+ + Cu
Die Zinkelektrode löst sich also
mit der Zeit auf, wobei die Kupferelektrode schwerer wird.
Trockenelement (auch Trockenbatterie),
technische Bezeichnung für die Taschenbatterie, die man
typischerweise in elektronischen Kleingeräten (z. B.
Taschenlampe, Kofferradios, Taschenrechner und Armbanduhren) als
Stromquelle (siehe Elektrizität) verwendet. Trockenelemente sind
im Prinzip galvanische Elemente (siehe elektrische Zelle), die
sich allgemein in Einwegzellen und in wieder aufladbare Zellen
untergliedern lassen.
Bei den Einwegzellen handelt es sich um so
genannte Primärzellen. Diese Trockenelemente arbeiten nach dem
Prinzip eines Leclanché-Elements, benannt nach seinem Erfinder,
dem französischen Chemiker Georges Leclanché (1860). Der
Pluspol bei der Batterie die Kathode besteht aus
einem Graphit- oder Kohlestab mit Braunstein (Mangandioxid; siehe
Mangan), als Minuspol bei der Batterie die Anode
dient die äußere Batterieumhüllung: Zinkblech. Der Kohlestab
taucht in eine pastöse Mischung aus Ammoniumchlorid
(Salmiaklösung; siehe Ammoniak) und Zinkchlorid, die praktisch
den Elektrolyten (siehe Elektrochemie; siehe elektrolytische
Dissoziation) darstellt. Diese Mischung enthält meist noch
andere zusätzliche Stoffe (z. B. Stärke- oder Weizenmehl).
Beim Betrieb dieser Batterie bilden sich an
der Anode in einer elektrochemischen Reaktion aus dem Zink
Zinkionen und Elektronen:
Zn ? Zn2+ + 2e-
An der Kathode laufen im Prinzip zwei
Prozesse ab: 1.) bilden sich aus dem Ammonium Protonen:
NH4+ ? NH3 + H+
und 2.) reagieren der Braunstein, die
Protonen und Elektronen zu Dimangantrioxid und Wasser:
2MnO2 + 2H+ + 2e- ? Mn2O3 + H2O
Die Gesamtreaktion (Kathode + Anode) liefert
eine Zellspannung von etwa 1,5 Volt.
Andere Formen von Primärzellen wären
beispielsweise Alkali-Mangandioxid-Zellen und Lithiumbatterien.
Bei Alkali-Mangandioxid-Zellen besteht die Kathode aus einer
stark verdichteten Mangandioxid-Graphit-Mischung. Sie umgibt
praktisch die Anode aus Zinkpulver, die in dem Elektrolyten
Kaliumhydroxid (siehe Kalium) enthalten ist. Kathode und Anode
sind durch eine poröse Schicht von einander getrennt. Bei den
Lithiumbatterien besteht die Anode aus Lithium. Die Kathode ist
ähnlich wie bei der Alkali-Zelle aufgebaut, aber aus
unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt. Ein ausgewähltes
Beispiel arbeitet mit hochreinem Mangandioxidpulver und einer
organischen Verbindung als Elektrolyt.
In quecksilberhaltigen Trockenbatterien
besteht die Anode aus Zinkamalgam in gepresster Pulverform. Dabei
handelt es sich um eine Legierung aus Zink und Quecksilber. Das
Amalgampulver ist in vielen Ausführungen mit dem Elektrolyten
(Kaliumhydroxid in Gel) vermischt. Die Kathode einer
Quecksilberbatterie setzt sich aus Graphit- und
Quecksilberoxidpulver zusammen. Beide Elektroden sind durch eine
poröse Schicht getrennt.
Wieder aufladbare Trockenbatterien sind z.
B. Nickel-Cadmium- oder Nickel-Eisen-Batterien. Sehr weit
verbreitet ist die Nickel-Cadmium-Batterie. Sie enthält eine
Cadmium-Elektrode und eine Nickel(III)-hydroxid-Elektrode (in
einigen Fachbüchern auch Nickel(III)-metahydroxid) sowie
Kaliumhydroxid als Elektrolyt. Die chemische Gesamtreaktion, die
diesen Batterien zu Grunde liegt, lautet:
Cd + 2NiOOH + 2H2O ? Cd(OH)2 + 2Ni(OH)2
Trockenbatterien sind in verschiedenen
Ausführungen im Handel erhältlich. Ausgewählte Beispiele für
die Primärzellen sind u. a. die Mono-, Baby- und die
Mignonzellen. Quecksilberhaltige oder auch lithiumhaltige
Batterien gibt es beispielsweise in Form von so genannten
Knopfzellen.
Nicht nur die verbrauchten cadmium- und
quecksilberhaltigen Batterien, sondern generell alle verbrauchten
Trockenbatterien sind Sondermüll und gehören daher nicht in den
Hausmüll. Meistens werden verbrauchte Trockenbatterien dem
Recycling zugeführt man gewinnt dabei die Metalle (z. B.
Quecksilber, Cadmium, Nickel, Zink) zurück. Dies gelingt jedoch
nicht für alle Batteriesorten. So gibt es für Lithiumbatterien
zurzeit noch kein adäquates Recyclingverfahren. Ein Teil der
verbrauchten Batterien wird auf speziellen Mülldeponien (meist
Sondermülldeponien) gelagert
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