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Die Republik Kroatien:




1. Allgemeine Daten im Überblick

 

Offizieller Name

Republik Kroatien

Geographsiche Lage

Europa, 13° O – 19° O / 42° N – 47° N

Geschichtliches Gründungsjahr

925

Politisch abhängig von

Jugoslawien bis 1991

Einwohner / Staat

4. 422. 300 Einwohner

Hauptstadt

Zagreb

Größte Stadt

Zagreb (930. 000 Einwohner)

Amtssprache

Kroatisch

Landesgrenze gesamt

2. 185 km

Gesamtfläche

56. 542 qkm

Landfläche

56. 414 qkm

Wasserfläche

128 qkm

Küstenlinien

5. 835 km (Festland 1777 km, Inseln 4058 km)

Angrenzende Länder

Bosnien Herzegowina, Ungarn Serbien und Montenegro, Slowenien

Tiefster Punkt

Adriatisches Meer 0 m

Höchster Punkt

Dinara 1,830 m

Währung

Kuna

Unabhängigkeit

25. Juni 1991 von Jugoslawien

Nationalfeiertag

30. Mai (Tag der Republik)

UNO Mitgliedschaft

1992

Importgüter (wichtigsten)

Maschinen, Fahrzeuge, Chemikalien, Nahrungs- und Genussmittel, Metalle

Exportgüter (wichtigsten)

Maschinen, Metalle, Bekleidung, Brenn und Schmierstoffe, Nahrungsmittel

Bebaubares Land

23,55%

Ständige Ernten

2,24%

Andere Landnutzung

74,21%

Bewässertes Land

30 qkm

Bruttonationaleinkommen

5370 $

Jahreseinkommen / Einwohner (ca)

4. 620 $

2. Geographie

2.1. Lage und Grenzen

Das kroatische Staatsgebiet ist 89.810 km² groß, wovon 56.610 km² auf Land- und 33.200 km² auf Seeterritorium entfallen. Durch das Territorium Bosnien und Herzegowinas wird das Land in einen kontinentalen Nordteil und einen langen Küstenstreifen geteilt, die nur im Nordwesten miteinander Verbindung haben.

Die Gesamtlänge der Landgrenzen Kroatiens beträgt 2.197 km. Davon entfallen auf die Grenze zu Slowenien 670 km, auf die Grenze zu Ungarn 329 km, auf die Grenze zu Bosnien und Herzegowina 932 km und auf die Grenze zu Serbien und Montenegro im nördlichen Abschnitt 241 km bzw. im südlichen Abschnitt 25 km.

Die höchsten Berge sind die Dinara (1.830 m) und der Gipfel Sv. Jure im Biokovo - Massiv (1.763 m). Im Westen Kroatiens der Snjeznik (1.796 m) an der Grenze zu Slowenien. Ungefähr 20 weitere Gipfel sind höher als 1500 m.

Die längsten Flüsse sind die Drau und die Save, welche die Grenzen zu Ungarn und Bosnien-Herzegowina bilden und zur Donau entwässern. Die Ostgrenze zur serbischen Provinz Vojvodina folgt über knapp 100 km der Donau. Die Flüsse aus den Dinariden zur Adria sind relativ kurz.

Kroatien kann als Ganzes weder eindeutig Mitteleuropa noch Südosteuropa zugeordnet werden. Wissenschaftlich gesehen gibt es keine eindeutige Einteilung, und auch die Wasserscheide zwischen Donau und Adria verläuft quer durch das Land. Kulturhistorisch kann man die Gebiete nördlich der Save zu Ostmitteleuropazählen, die Teile Zentralkroatiens südlich der Save, sowie Istrien und Dalmatien werden meist zu Südosteuropa gezählt. Die geographische oder tektonischeEinteilung Europas schlägt die Gebiete südlich der Karpaten zu Südeuropa und Südosteuropa. Es gibt aber auch kulturelle Einflüsse des Mittelmeerraumes - insbesondere jener von Venedig - und die Entfernungen sind so gering, dass eine Unterteilung der Republik auf Kontinentteile fragwürdig ist.

2.2.  Flora und Fauna

6,7 Prozent (1997) des Landes sind als Parks oder Schutzgebiete ausgewiesen. Teile des Savetals stehen als Biosphärenreservat unter besonderem Schutz. In der adriatischen Region gedeiht mediterrane Vegetation, weit verbreitet sind Zedern, Zypressen, Pinien und Agaven[1]. Die verkarsteten Gebiete sind durch Macchie[2]geprägt. Nach weitgehender Abholzung der ehemals Waldbedeckten Flächen konnte sich die ursprüngliche Vegetation hier nicht mehr entwickeln. Dennoch sind 32,6 Prozent (1995) des Landes bewaldet. Im Dinarischen Gebirge[3] sind in den Tieflagen verschiedene Eichenarten vorherrschend. Mit zunehmender Höhe werden diese von Buchen und Nadelhölzern abgelöst. Im Zwischenstromland zwischen Save und Drau wurde der Wald zur Ausweitung der Agrarflächen abgeholzt.

In gebirgigen Regionen leben die großen Raubtiere Braunbär, Wolf, Goldschakal und Luchs. Bei Mljet[4] gibt es ein Vorkommen des zu den Schleichkatzen gehörenden Ichneumons[5], der hier wahrscheinlich eingebürgert wurde. Paarhufer sind durch Wildschweine, Rehe und Mufflons[6]  repräsentiert. Zu den Greifvögeln gehören Gänsegeier sowie Stein- und Schlangenadler; große Vogelarten der Feuchtgebiete sind Sichler und etliche Reiherarten (Grau-, Nacht-, Purpur-, Silber-, Rallen- und Seidenreiher). Die Küstenregion bietet zahlreichen Reptilien wie Schildkröten (Land-, Sumpf- und Meeresschildkröten), Eidechsen, Geckos und Schlangen (Nattern, Ottern) geeigneten Lebensraum. Typische Bewohner der unterirdischen Höhlen der verkarsteten Gebiete sind Grottenolme[7].

2.3. Reliefformen und Klimazonen

3 Regionen

·        Die Pannonische Tiefebene, die überwiegend aus Flachland besteht, unterbrochen von einigen Mittelgebirgen, und die über die Save und Drauund deren Nebenflüsse zur Donau hin entwässert wird. In diesem Teil des Landes herrscht gemäßigtes Kontinentalklima. Diese Landschaftszone lässt sich untergliedern in Nordkroatien und Slawonien. Nordkroatien umfasst das ostmitteleuropäisch geprägte Gebiet von der Kupa bis zur ungarischen Grenze: das Flachland längs der Save und Kupa um die Städte Zagreb, Karlovac und Sisak, das heute demographisch und wirtschaftlich das Zentrum des Landes bildet, das Gebirgsland des Zagorje nördlich der Hauptstadt Zagreb und das Medimurje im nördlichsten Zipfel des Landes zwischen Drau und Mur. Slowenien ist das Flachland entlang der Flüsse Save und Drau bis zur Donau im Osten. Zu diesem werden oft auch die Baranja (nördlich des Unterlaufes der Drau) und West - Syrmien gezählt.

 

 

1 Pannonische Region

2 Hochkroatien

3 adriatischer Küstenraum

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Klima: Lange, warme (manchmal feucht-heiße) Sommer und (außer an der Küste) kalte Winter, Frühling und Herbst wenig ausgeprägt      

3. Bevölkerung

Demographie / Bevölkerungsstruktur

0 – 14 Jahre

davon männlich

davon weiblich

18,16 %

403. 722

383. 151

15 – 64 Jahre

davon männlich

davon weiblich

66,61 %

1. 452. 872

1. 434. 086

Über 65 Jahre

davon männlich

davon weiblich

15,23 %

245. 727

414. 584

Bevölkerungswachstum

0,50 %

Geburtenrate

12,8 Geburten  / 1 000 Einwohner

Kinder / Frau

1,93 Kinder / Frau

Sterberate

11,31 Todesfälle / 1 000 Einwohner

Kindersterblichkeit

7,06 Todesfälle / 1 00 Einwohner

 

 

Geschlechtsverhältnis

 

Bei Geburten

1,06 Männer / Frauen

Unter 15 Jahre

1,05 Männer / Frauen

Unter 15 – 64 Jahre

1,01 Männer / Frauen

65 und darüber

0,6 Männer / Frauen

Lebenserwartung Männer

70,52 Jahre

Lebenserwartung Frauen

77,96 Jahre

 

 

Analphabeten

2,50 %

2001: 4 437460 Einwohner

·        89,6 % Kroaten (1991: 78,1 %)

·        4,5 % Serben (1991: 12,2 %)

·        5,9 % Bosniern

2003: 4 445 00 Einwohner

Von den Einwohnern zum Zeitpunkt der Volkszählung von 2001 besaßen 4.399.364 (99,14 %) die kroatische Staatsangehörigkeit, 44.340 (1,00 %) davon auch ein zweite Staatsangehörigkeit. 17.902 (0,40 %) besaßen nur eine ausländische Staatsangehörigkeit, 9.811 (0,22 %) waren Staatenlose. Von 10.383 (0,23 %) war die Staatsangehörigkeit unbekannt.

3.1. Nationalitäten

Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung stellen mit 89,63 % die Kroaten dar. Außerdem leben in Kroatien zahlreiche nationale Minderheiten.

 

 

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten

 

Kroaten 3.977.171 (89,63 %) Serben 201.631 (4,54 %) Bosniaken 20.755 (0,47 %)
Italiener 19.636 (0,44 %) Ungarn 16.595 (0,37 %) Albaner 15.082 (0,34 %)
Slowenen 13.173 (0,30 %) Tschechen 10.510 (0,24 %) Roma 9.463 (0,21 %)
Montenegrinern 4.926 (0,11 %) Slowaken 4.712 (0,11 %) Mazedonier 4.270 (0,10 %)

Nach der Volkszählung von 1991 waren 78,1 % der Bevölkerung Kroaten, 12,2 % Serben.

Bei der Rückeroberung der serbisch kontrollierten Gebiete in Westslawonien[13], Norddalmatien, der Lika und der Banija im Jahre 1995, floh der größte Teil der dortigen serbischen Einwohner in den heute als Republika Srpska bekannten Teil Bosnien und Herzegowinas und teilweise weiter nach Serbien. Im Laufe der letzten Jahre ist ein Teil der Flüchtlinge zurückgekehrt (118.000 bis Januar 2005), so dass der serbische Bevölkerungsanteil heute etwas höher als zur Zeit der Volkszählung von 2001 sein dürfte.

Den etwa 50.000 direkt am bewaffneten Aufstand (1991-1995) beteiligten Serben, wurde von der kroatischen Regierung eine generelle Amnestie gewährt, sofern individuell keine direkten Kriegsverbrechen nachgewiesen werden konnten. Die Serben leben vor allem in Ostslawonien, der Lika, der Banija, dem Hinterland Norddalmatiens sowie in Zagreb und Rijeka. Das Hauptsiedlungsgebiet der italienischen Minderheit ist die Westküste Istriens, daneben gibt es italienische Bevölkerungsgruppen in Rijeka und Westslawonien. Ungarn und Slowaken leben vor allem im Osten, Tschechen im Westen Slawoniens. Die Bosniaken, Albaner und Mazedonierleben über das gesamte Land verstreut, vor allem in den größeren Städten.

3.2. Konfessionen

Die Bevölkerung Kroatiens ist überwiegend katholisch. Außer der kommunistischen Ära spielt die Religion eine wichtige Rolle. Heute sind die hl. Stätten wieder zu großen Zentren des Glaubens geworden. Nach dem Zensus von 1991 sind ca.  90% der Kroaten Christen. Der muslimischen Minderheit gehören fast nur Bosnier an, der protestantischen hingegen Ungarn. 

 

 

 

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Konfessionen

 

Römische Katholiken 3.897.332 (87,83 %) Orthodoxe 195.969 (4,42 %) Muslime 56.777 (1,28 %)
Katholiken des griechischen Ritus 6.219 (0,14 %) Zeugen Jehovas 6.094 (0,14 %) Calvinisten 4.053 (0,09 %)
Lutheraner (Augsburger Bekenntnis) 3.339 (0,08 %) Adventisten[14] 3.001 (0,07 %) Baptisten[15] 1.981 (0,04 %)

3.3. Sprachen

Zusammensetzung der Bevölkerung nach Muttersprache

 

Kroatisch 4.265.081 (96,12 %) Serbisch 44.629 (1,01 %) Italienisch 20.521 (0,46 %)
Albanisch 14.621 (0,33 %) Ungarisch 12.650 (0,29 %) Slowenisch 11.872 (0,27 %)
Bosniakisch 9.197 (0,21 %) Romanes 7.860 (0,18 %) Tschechisch 7.178 (0,16 %)
Serbokroatisch 4.961 (0,11 %) Slowakisch 3.993 (0,09 %) Mazedonisch 3.534 (0,08 %)
Deutsch 3.013 (0,07 %) Kroatoserbisch 2.054 (0,05 %) Montenegrinisch 460 (0,01 %)

4. Geschichte

Die Geschichte dieser südosteuropäischen Region bzw. des Balkans ist geprägt von jahrhunderte langer Fremdherrschaft und dem Bemühen, dauerhafte gesamtstaatliche Einheiten zu bilden, um die Völker dieser Region zu befrieden und zu einigen.Neben Bosnien und Herzegowina, Makedonien, Montenegro, Serbien und Slowenien (sowie die Provinzen Kosovo und Vojvodina à Region in Serbien) war auch Kroatien eine der Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien, das seit 1918 existierte, seit 1929 diesen Namen trug und sich seit 1991 wieder auflöste. Etwa um 1 000 v. Chr. kamen Illyrer[16] und Thraker[17]  in die Region des heutigen Kroatien. Ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. entstand eine griechische Kolonie, ab 229 v. Chr. eroberten die Römer das Gebiet, das aber erst 10 n. Chr. vollständig besetzt war. Vom 1. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. gehörte das Gebiet zur römischen Provinz Pannonien. Durch den Zerfall des Römischen Reiches kam Dalmatien 395 zum Weströmischen Reich.

Das asiatische Nomadenvolk der Awaren[18] eroberte die Region im 6. Jahrhundert. Sie wurden Anfang des 7. Jahrhunderts von den einwandernden Kroaten, einem südslawischen Volk, das aus dem dinarischen Binnenland kam, vertrieben, die sich wiederum von 641 bis 800 der byzantinischen[19] Herrschaft unterwerfen mussten. In der Folgezeit bis etwa Mitte des 9. Jahrhunderts kontrollierten die Franken die Region, die später in die Herzogtümer Kroatien und Slawonien aufgeteilt wurde. Es entstand, parallel zur Christianisierung, die von Aquileia[20]aus betrieben wurde, ein erstes kroatisches Staatswesen.925 entstand das unabhängige Königreich Kroatien unter Tomislaw, der sich zum König krönen ließ. Es bestand bis Ende des 11. Jahrhunderts. Nach dem Tod Stefans II. 1098 fiel das Reich an Ungarn, konnte aber als „Dreieiniges Königreich” Dalmatien-Kroatien-Slawonien eine gewisse Selbständigkeit bewahren. 1409 gelangte Venedig in den Besitz der dalmatischen Küste und konnte seine Herrschaft bis 1797 an der Adria auch behaupten. 1493 kam es zur ersten Niederlage gegen die Türken, und durch die Niederlage der Ungarn in der Schlacht bei Mohács[21] (1526) kamen weite Teile des Territoriums unter die Herrschaft des Osmanischen Reiches. Venedig konnte als Handelsmacht jedoch weiterhin Besatzungen an der Küste halten. Im Kampf gegen die Türken suchten die Ungarn und Kroatien Unterstützung bei den Habsburgern. Die Türken wurden 1699 geschlagen, und Kroatien

sowie das Gebiet zwischen Drau und Save (Königreich Slawonien) fielen nun an die Habsburger und gehörten damit wieder zu Ungarn. Beide Königreiche wurden als Nebenländer der ungarischen Krone verwaltet. Es entstand eine Pufferzone in dieser slawonischen - kroatischen Region als eine Art Vorposten gegen die osmanische Expansion In einem breiten Gürtel von der Adria bis nach Ungarn siedelte man Wehrbauern an, denen in diesem Grenzland (Krajina) Sonderrechte und eine gewisse Autonomie zuerkannt worden waren.

 

Fünf Jahre, zwischen 1809 und 1814, gehörte das kroatische Gebiet südlich der Save zu den Illyrieschen Provinzen des napoleonischen Frankreich. Trotz wiederholter nationaler Erhebungen seit 1839 gegen die Fremdherrschaft blieb Kroatien bis zur Ungarischen Revolution (1848/49) ein autonomes Königreich, das zum Habsburgerreich gehörte.

1867 entstand die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, Kroatien wurde im folgenden Jahr der ungarischen Krone unterstellt. 1881 schloss sich Kroatien offiziell mit Slawonien zusammen.

 

4.1.  1. Weltkrieg (1914 – 1918)

 

Im 1. Weltkrieg kämpften Kroaten und Serben größtenteils gemeinsam mit dem Ziel, ein vereinigtes Königreich aller südslawischen Völker zu errichten. Mit dem Ende der Habsburgermonarchie (Beginn: Rudolf I, 1218 / 13 Jahrhundert, bis Ende des 1. WK 1918)  nach dem 1. Weltkrieg (1914-1918) endete die Verbindung Kroatiens mit Österreich-Ungarn. Am 1. Dezember 1918 wurde Kroatien Teil des unabhängigen „Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen” mit König Alexander I. [22]  an der Spitze, der das Königreich 1929 in Jugoslawien („Land der Südslawen”) umbenannte. Die ethnischen Spannungen zwischen Kroaten und Serben blieben heftig: Die Kroaten fühlten sich Westeuropa zugehörig, die Serben verfolgten die Idee eines großserbischen Reiches. Die serbisch-kroatische Rivalität belastete das Königreich Jugoslawien. 1934 wurde König Alexander von einem kroatischen Extremisten ermordet. Die faschistische Ustascha[23]  -Bewegung fand bei der unzufriedenen kroatischen Landbevölkerung immer mehr Unterstützung. 1939 wurde ein Gebiet abgegrenzt, das den Namen Kroatien erhielt und annähernd den heutigen Grenzen der Republik entspricht.

 

Europa vor und nach dem 1. Weltkrieg

 

4.2.  2. Weltkrieg (1939 – 1945)

 

Nach dem Einmarsch deutscher und italienischer Truppen in Jugoslawien 1941 während des 2. Weltkrieges gründete Ante Pavelic, der Führer der faschistischen Ustascha, den „Unabhängigen Staat Kroatien”, der jedoch weitgehend von den Achsenmächten Deutschland und Italien abhängig war. Einwohner nichtkroatischer Abstammung wurden mit Terror verfolgt, Tausende von Serben, Juden, Roma und kroatischen Regimegegnern wurden ermordet. Die antifaschistischen Partisanen unter der Führung von Josip Broz Tito bekämpften das von Italien gestützte Ustascha - Regime, das 1944 zusammenbrach. Nach Kriegsende versuchte Tito, die verschiedenen Teile Jugoslawiens auszusöhnen, und errichtete die Föderative Volksrepublik Jugoslawien, mit Kroatien, das durch den Friedensvertrag mit Italien (1947) um einen Großteil Istriens erweitert worden war, als einer ihrer Teilrepubliken. Nationalistische Bestrebungen der Kroaten wurden von der jugoslawischen Zentralregierung teils durch die Ausgestaltung des föderativen Systems beruhigt, teils mit Gewalt unterdrückt.

 

 

 

 

 

 

4.3. Unabhängigkeit

Franjo Tudjman

Franjo Tudjman begann seine politische Laufbahn im 2. Weltkrieg als Partisan[24] in Titos Armee, stieg nach dem Krieg in der jugoslawischen Armee zum General auf, nahm 1961 seinen Abschied vom Militär und wandte sich der Geschichtswissenschaft zu. Wenige Jahre später wurde er aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und kam schließlich aufgrund seines kroatisch-nationalistischen Engagements für mehrere Jahre in Haft. Bei den ersten freien Wahlen in Kroatien 1990 gewann Tudjman mit seiner neu gegründeten nationalistischen Partei HDZ die absolute Mehrheit, und wenig später wurde er zum Staatspräsidenten gewählt, als der er 1991/92 Kroatien in einen unabhängigen, international anerkannten Staat überführte.

 

Nach Titos Tod 1980 nahmen die Spannungen zwischen Kroatien und der von Serben dominierten jugoslawischen Regierung zu. Ende der achtziger Jahre hatten sich aus den Bestrebungen nach mehr Autonomie Forderungen nach der Unabhängigkeit von Jugoslawien entwickelt. Kroatische Dissidenten[25], wie Franjo Tudjman, der an der Seite Titos gegen das Ustascha - Regime gekämpft hatte, erlangten bei der kroatischen Bevölkerung großen Zuspruch. Nachdem die geschwächte jugoslawische Regierung ein Mehrparteiensystem zugelassen hatte, gründete Tudjman 1990 die Kroatische Demokratische Union (HDZ), die bald den Charakter einer Volkspartei annahm. Seine Forderung nach einem größeren Kroatien löste bei den kroatischen Serben Proteste aus, doch die HDZ gewann bei den Wahlen die Mehrheit der Parlamentssitze, und Tudjman wurde zum Präsidenten gewählt.

 

Er versuchte anfangs, Befürchtungen der Serben zu beschwichtigen, indem er Zugeständnisse machte, wie die Ernennung eines serbischen Vizepräsidenten. Die serbische Bevölkerung wurde jedoch zunehmend ausgegrenzt. In der von Serben dominierten Region Krajina organisierten sich die Serben und forderten ein Referendum über die Autonomie der vorwiegend von Serben bewohnten Gebiete. Die überwältigende Mehrheit der Serben sprach sich für eine Autonomie aus, und die von Serben dominierten Gebiete begannen, Autonomieerklärungen zu verabschieden. Bis Dezember hatten drei Gebiete ihre Autonomie ausgerufen: Krajina, Ostslawonien und Westslawonien. Die ersten beiden Regionen wurden hauptsächlich von Serben bewohnt, Westslawonien überwiegend von Kroaten. Tudjmans Regierung erkannte die autonomen Gebiete nicht an.

 

Als sich die Kroaten im Juni 1991 dafür aussprachen, sich von Jugoslawien zu lösen und ihre Unabhängigkeit zu erklären, stellte sich die serbische Minderheit von 600 000 Einwohnern gegen diesen Entscheid und forderte den Verbleib innerhalb der jugoslawischen Republik oder einen Anschluss an einen „großserbischen” Staat. Ab März 1991 kam es immer häufiger zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den verfeindeten Volksgruppen, die sich bald zu einem Bürgerkrieg ausweiteten. Ende 1991 hatten die Serben, mit der Unterstützung der von Serben dominierten Jugoslawischen Volksarmee (JVA), fast ein Drittel des Territoriums unter ihrer Kontrolle. Im Dezember waren sowohl die Europäische Gemeinschaft (EG) als auch die Vereinten Nationen an Schlichtungsverhandlungen in Kroatien beteiligt. Die drei autonomen Gebiete hatten sich zur „Republik Serbische Krajina” zusammengeschlossen.

 

Deutschland erkannte die Republik Kroatien am 23. Dezember 1991 als selbständigen Staat an. Die restlichen EG-Staaten schlossen sich am 15. Januar 1992 an und leiteten damit die internationale Anerkennung des Staates ein. Am 2. Januar 1992, vor der Anerkennung durch die EG, wurde zwischen der JVA und der kroatischen Nationalgarde ein Vertrag über einen Waffenstillstand unterzeichnet. Die UN entsandte im Februar 14 000 Mann starke Friedenstruppen (UNPROFOR) zur Überwachung des Rückzugs der JVA aus Kroatien und der Demilitarisierung der drei serbischen Enklaven.

 

Die UNO-Truppen hatten jedoch nur begrenzten Erfolg. Obwohl sich die JVA zurückzog, behielten Einheiten der kroatischen Serben die Kontrolle über das Gebiet, das sie 1991 durch die Vertreibung der 300 000 in Ostslawonien lebenden Kroaten annektiert hatten. Im Juni kam es erneut, trotz UN-Präsenz, zu einem Ausbruch der Kämpfe, als die kroatischen Streitkräfte versuchten, die serbisch besetzten Gebiete zurückzuerobern. 1992 hatte Kroatien begonnen, die Kroaten in Bosnien und Herzegowina zu unterstützen, die ein Drittel des bosnischen Territoriums eingenommen und den kroatischen Splitterstaat Herceg - Bosna gegründet hatten, dessen nationalistisch gesinnte Vertreter für einen Zusammenschluss mit Kroatien plädierten. Die EG drohte mit Sanktionen[26], falls Kroatien seine militärischen Einmischungen in Bosnien und Herzegowina nicht beenden würde.

Mitte 1993 wurde deutlich, dass der Vance-Owen-Friedensplan[27] des britischen Politikers und Vertreters der EG, Lord David Owen, und des UN-Vertreters Cyrus Vance gescheitert war. Im Januar 1993 durchbrach Kroatien die Linien der UN-Friedenstruppen und startete eine neue Offensive gegen die serbische Enklave Krajina, woraufhin die Föderative Republik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) mit einer Intervention drohte. Es kam das ganze Jahr über zu vereinzelten Kämpfen. Das UN-Friedensmandat[28] wurde vom Sicherheitsrat der UN im Oktober verlängert. Die Verhandlungen wurden fortgesetzt, und am 19. Januar 1994 wurde ein bilateraler Vertrag zwischen Kroatien und Serbien unterzeichnet, der die Wiederherstellung der Kommunikations- und Transportverbindungen zwischen den beiden Republiken vorsah. Die kroatischen Serben hielten zu diesem Zeitpunkt immer noch etwa 30 Prozent des kroatischen Territoriums besetzt, und der serbische Präsident Slobodan Milosevic weigerte sich, den Vertrag um eine Klausel zur gegenseitigen Anerkennung zu erweitern. Im März 1994 unterzeichneten die bosnische Regierung, die bosnischen Kroaten und Kroatien einen Vertrag zur Gründung einer Föderation der bosnischen Muslime und Kroaten und deren spätere Einbindung in einen Staatenbund mit Kroatien. Die Situation zwischen Kroaten und den kroatischen Serben blieb gespannt. Nur durch die Präsenz der UN-Truppen wurde der Waffenstillstand aufrechterhalten.

 

Der instabile Frieden in Kroatien geriet im Januar 1995 in Gefahr, als Tudjman erklärte, dass das UN-Friedensmandat am 31. März ablaufen würde und die Friedenstruppen bis Juni das Land verlassen müssten. Die kroatische Regierung befürchtete, dass die Präsenz der UN-Friedenstruppen die serbischen Ansprüche auf die Krajina und andere autonome Gebiete festigen würden. Anfang Mai 1995 überschritten die kroatischen Einheiten die Linien der UN-Truppen und brachten die von Serben besetzte Enklave Westslawonien wieder unter ihre Kontrolle. Im August 1995 eroberten kroatische Truppen die Krajina, die ansässige serbische Bevölkerung wurde vertrieben. Einen Monat später wurde in Ostslawonien ein Waffenstillstand geschlossen. Der UN-Sicherheitsrat beschloss im Januar 1996 die Entsendung von etwa 5 000 Soldaten und zivilen Beobachtern, die das Gebiet bei der Wiedereingliederung in kroatisches Staatsgebiet begleiten sollten.

 

Bei den Wahlen zur Abgeordnetenkammer im Oktober 1995 setzte sich die von Präsident Tudjman geführte Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) als stärkste Partei durch. Zur gegenseitigen Anerkennung zwischen Kroatien und der Föderativen Republik Jugoslawien kam es am 23. August 1996. Internationale Aufwertung erlebte Kroatien durch die Aufnahme in den Europarat am 6. November 1996. Das Land ist der 40. Mitgliedsstaat in dieser Organisation, der vorher bereits Slowenien und die Ehemalige Jugoslawische Republik Makedonien beigetreten waren.

 

Bei den Kommunal- und Oberhauswahlen vom 13. April 1997 behauptete die von Präsident Tudjman geführte Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ) ihre Vormachtstellung. Bei den Präsidentschaftswahlen vom 16. Juni 1997 wurde Tudjman im Amt des Staatsoberhauptes bestätigt.

 

Im Januar 1998 wurde Ostslawonien auf friedlichem Wege wieder in den kroatischen Staatsverband eingegliedert. Kroatien bemüht sich um eine Versöhnung zwischen den in dieser Region lebenden Kroaten und Serben. Im Dezember 1998 einigten sich Kroatien und Serbien über den Verlauf der gemeinsamen Staatsgrenze.

 

Am 10. Dezember 1999 starb Präsident Franjo Tudjman. Dessen Partei, die Kroatische Demokratische Gemeinschaft, verlor bei den Parlamentswahlen vom Januar 2000 ihre Mehrheit an eine Koalition aus Sozialdemokratischer Partei (SDP) und Sozialliberaler Partei (HSLS). Zum neuen Ministerpräsidenten wurde Ivica Racan von der SDP gewählt. Bei den Präsidentschaftswahlen vom Februar 2000 wurde Stipe Mesic, der Kandidat der konservativen Volkspartei (HNS), zum neuen Staatsoberhaupt gewählt.

Im Mai 2000 wurde Kroatien Mitglied des NATO-Programms Partnerschaft für den Frieden.

5. Politik

Positionen der Regierung seit Februar 2005  (Parlamentarische Demokratie)

Staatspräsident Stjepan MESIC [29]      
Ministerpräsident Ivo SANADER[30]  (HDZ)
Minister für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Wasserwirtschaft Petar COBANKOVIC (HDZ)
Minister für Kultur Bozo BISKUPIC (HDZ)
Minister für Verteidigung Berislav RONCEVIC (HDZ)
Ministerin für Umweltschutz, Stadtplanung und Bauwesen Marina Matulovic DROPULIC (HDZ)
Minister für Familie und Militärische Angelegenheiten Jadranka KOSOR (HDZ)
Minister für Finanzen Ivan SUKER (HDZ)
Ministerin für auswärtige Angelegenheiten und Europäische Integration Kolinda Grabar KITAROVIC (HDZ)
Minister für Gesundheit Neven LJUBICIC (HDZ)
Innenminister Marijan MLINARIC (HDZ)
Ministerin für Justiz, Verwaltung und lokale Selbstverwaltung Vesna Skare OZBOLT (DC[31])
Minister für Wissenschaft, Erziehung und Sport Dragan PRIMORAC (PARTEILOS)
Minister für Tourismus, Wissenschaft und Sport Dragan PRIMORAC
Minister für Seewesen, Tourismus, Verkehr und Entwicklung Bozidar KALMETA (HDZ)
Botschafter (in USA) [32] Neven JURICA (HDZ)
Minister für Wirtschaft, Arbeit und Unternehmertum Branko VUKELIC (HDZ)

Die wichtigen Parteien in Kroatien:

·        Kroatische Demokratische Gemeinschaft (HDZ, 66 von 152 Sitzen)

·        Bündnis aus Sozialdemokratischer Partei (SDP)

·        Kroatische Volkspartei (HNS)

·        Kroatische Bauernpartei (HSS)

·        Kroatische Partei des Rechts (HSP)

·        Kroatische Sozialliberale Partei und Demokratisches Zentrum (HSLS – DC)

·        Kroatische Partei der Rentner (HSU)

Bei der Regierung Sanader handelt es sich um eine Minderheitsregierung aus HDZ (Kroatische Demokratische Gemeinschaft) und DC, die bei der Vertrauensabstimmung am 23. Dezember 2003 von 88 Abgeordneten und somit von zwei Dritteln der anwesenden Abgeordneten (131 von 152) bestätigt wurde. Unterstützungs- bzw Koalitionsvereinbarung wurden auch mit weiteren Parteien, insbesondere der HSLS (Sozialliberale Partei), abgeschlossen. (Letzte Wahlen: 23 November 2003)

 

Oppositionsparteien: 72 Sitze

Sozialdemokratische Partei (SDP): 34 Sitze

Kroatische Bauernpartei (HSS): Kons., v.a. im Norden, 10 Sitze

Kroatische Volkspartei (HNS): Links-liberal, 10 Sitze

LIBRA, liberal, 3 Sitze

Liberale Partei (LS): Mitte-links, 2 Sitze

Istrischer demokratischer Sabor (IDS): 4 Sitze

Partei des Rechts (HSP): rechtsaußen, 8 Sitze

PGS – Regionalpartei Raum Rijeka, 1 Sitz      

 

Regierungsparteien:  80 Sitze

Koalitionsregierung aus zurzeit 2 Parteien:

Kroatische Dem. Gemeinschaft (HDZ); Konservativ; 66 Sitze

Demokratisches Zentrum (DC); Mitte-konservativ; 1 Sitz

Koalition wird unterstützt von:

HSU – Rentnerpartei, 3 Sitze

HSLS – Sozial-liberale Partei, 2 Sitze

HDSS – Kroatische Demokratische Bauernpartei, 1 Sitz

Minderheitenabgeordnete (darunter 3 Serbische Partei) 7 Sitze

5.1. Parteien und System

Kroatien ist eine parlamentarische Republik mit einem Mehrparteiensystem. In der Verfassung von Dezember 1990 war ein semipräsidentielles Regierungssystem vorgesehen, das jedoch durch Verfassungsänderung vom November 2000 durch ein parlamentarisches Regierungssystem ersetzt wurde.

Bei den Kommunalwahlen[33] am 15. Mai 2005 büßten alle Parteien Stimmen ein. Ivo Sandar, Ministerpräsident – HDZ, eroberte in keiner der wichtigen Städte die Stimmenmehrheit. In der Hauptstadt Zagreb, Split und Rijeka gewann die sozialdemokratische Opposition. Die rechtsradikale Partei des rechts verdreifachte die Zahl ihrer Mandate. Wahlbeteiligung: ca. 35%

5.2. Aktuelle politische Lage

Bei der Präsidentschaftswahl am 16. Januar 2005 wurde Staatspräsident Stjepan Mesic mit 65,9% der Stimmen für seine zweite Amtszeit gewählt. (Bereits im Jahre 2000 wurde er gewählt). Die Wahlberechtigung betrug 51%.

Mesic, der am 18: Februar vereidigt wurde, hatte sich während seiner ersten Amtszeit als Kontrollinstanz gegenüber der Regierung erworben. Im Sinne einer aktiven Europapolitik mit der Perspektive des EU Beitritts (Wien ist ein Befürworter für den Beitritt; das  Land hatte gute Vorraussetzungen während der Österreichischen Ratspräsidentschaft 2006, Österreich ist der größte Investor in Kroatien) befürwortet er die Strafverfolgung kroatischer Kriegsverbrecher und eine Kooperation mit dem UN – Kriegsverbrechertribunal in den Den Haag. (àResidentstadt und Regierungssitz der Niederlande (Hauptstadt: Amsterdam), Hauptstadt der Provinz Südholland and der Nordseeküste, Den Haag ist die drittgrößte Stadt und das Verwaltungszentrum in Niederlande, in Den Haag befindet sich der Internationale Gerichtshof, des Obersten Gerichtshofes und des Parlaments, sowie zahlreiche Botschaften)

Im Dezember 2004 hatte er sich gegen den Ministerpräsidenten Ivo Sandar (HDZ) durchgesetzt und die Entlassung des Geheimdienstchefs verordnet. Dessen Behörde, die nach Erkenntnissen der ICTY (International Criminal Tribunal fort he Yugoslawia), Chefanklägerin Carla del Ponte den gesuchten EX – General Ante Gotovina (wurde bereits 2005 fest genommen) vor dem Zugriff bewahrt, hatte während des Wahlkampfes versucht mit erpresserischen Methoden Informationen aus  Mesic Privatleben auszukundschaften.

Nach der Weigerung von Kabinett[34]skollege, mit Stjepan M. weiter zusammenzuarbeiten, erklärt Außenminister Miomir Zuzul (HDZ) am 4. Januar 2005 seinen Rücktritt. Er hatte seit Monaten im Mittelpunkt von Korruptionsaffären im Zusammenhang mit Bauaufträgen für eine US Firma und der Privatisierung von Staatsfirmen gestanden und der Skandal drohte die anstehenden Beitrittsverhandlungen mit der EU  zu belasten. Daraufhin übernahm die bisherige Ministerin für europäische Integration, Koknda Grabar Kitarovic (HDZ), die Leitung des Außenressorts (dem zugleich das Europaministerium eingegliedert wurde).

Beitritt zur EU

Kroatien strebt die Aufnahme in die Europäische Union (EU) und die NATO an. Seit dem 18. Juni 2004 hat Kroatien den Status eines offiziellen Beitrittskandidaten zur Europäischen Union. Seit dem Jahr 1992 ist Kroatien Mitglied in der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa), seit 2000 auch Mitglied der WTO (Welthandelsorganisation).

Die Beitrittsverhandlungen sollten am 17. März 2005 beginnen, wurde jedoch einen Tag vorher – 16. März 2005 – durch einen Mehrheitsbeschluss der EU Außenminister, ohne Nennung eines neuen Datums ausgesetzt, weil ein entscheidendes Kriterium für en Verhandlungsbeginn noch nicht erfüllt war: Die Chefanklägerin, Carla del Ponte des ICTY hatte dem Europäischen Rat mitgeteilt, dass die umfassende Zusammenarbeit Kroatiens mit dem Tribunal immer noch nicht gegeben war.

(Weiters betonte sie, dass sich der General Gotovina immer noch auf freiem Fuß befände. Gotovina der weiterhin als Volksheld gilt, wird die Ermordung und Vertreibung von Serben im Jahre 1995 vorgeworfen. Zagreb hingegen bekräftigt, alle Möglichkeiten zur Ergreifung des Gesuchten ausgeschöpft zu haben und wollte dies auch belegen. Aus diesem Grund räumten die 25 EU Staats und Regierungschefs am 23. März 2005 Kroatien eine zweite Chance ein und beauftragte eine Task Force, die Kooperation des Landes mit dem ICTY ein weiters mal zu überprüfen.)

Die Beitrittsverhandlungen der EU mit Kroatien haben am 4. Oktober 2005 begonnen. Zuvor hatte die Hauptanklägerin des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag, Carla del Ponte, "volle" Zusammenarbeit der kroatischen Regierung mit dem Tribunal konstatierte, was von der EU als Bedingung für den Beginn der Verhandlungen verlangt worden war. Die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen hat Kroatien auch der Verhandlungsstrategie der österreichischen Bundesregierung zu verdanken, die es als unfair ansah, Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zu beginnen und Kroatien selbige zu verwehren.

Mit dem verzögerten Beginn der Beitrittsgespräche erschlugen sich die Hoffnungen Kroatiens, 2007 die Verhandlungen mit der EU abschließen zu können. Weiters muss Kroatien eine bessere wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedingungen für einen EU Beitritt aufweisen, als etwa Bulgarien (Hauptstadt: Sofia) und Rumänien (Hauptstadt: Bukarest) à Beitrittstermin: 2007!

Heftige Kritik löste im Mai 2005 eine Änderung der Anklageschrift des ICTY im Falle der beiden kroatischen Generäle Ivan Cermak und Mladen Markac aus. Ihnen wird vorgeworfen, dass sie an einem „gemeinsamen verbrecherischen Unternehmen“ teilnahmen, was sich auf die Vertreibung der serbischen Bevölkerung  aus der Region Krajina 1995 bezog. Dies wurde als Kriminalisierung des „Vaterländischen Kriegs“ und Zuweisung einer Kollektivschuld verstanden.

Beziehungen zwischen der Europäischen Union und Kroatien

Kroatien stellte am 21. Februar 2003 einen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Am 21. April 2004 gab die EU-Kommission hierzu eine positive Stellungnahme ab. Der Europäische Rat gewährte daraufhin am 17./18. Juni 2004 dem Land den Status eines Beitrittskandidaten. Am 17. Dezember 2004 entschied der Europäische Rat, die Beitrittsverhandlungen am 17. März 2005 zu beginnen, sofern Kroatien uneingeschränkt mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien zusammenarbeitet. Bei der Implementierung des Abkommens wird Kroatien von der EU im Rahmen des so genannten "CARDS-Programm" (Community Assistance for Reconstruction, Development and Stabilisation) durch flankierende Projekte unterstützt. Das mehrjährige CARDS-Indikativprogramm (2002-2004) sieht insgesamt Mittel in Höhe von 62 Mio. € vor. Schon vor Inkrafttreten des Interimsabkommens profitierte Kroatien von einer einseitigen asymmetrischen Handelsliberalisierung, zu der sich die EU gegenüber den Westbalkanstaaten im November 2000 bereiterklärt hatte, um die dortige Gesundung der Wirtschafts- und Handelsaktivitäten zu fördern. Auf der Basis dieser Handelspräferenzregelung können 96% der Produkte zollfrei in den EU-Markt exportiert werden.

5.3. Politische Gliederung

Kroatien ist in 20 Gespanschaften[35] und die Hauptstadt Zagreb, die selbst die Kompetenzen einer Gespanschaft hat, aufgeteilt. Die Gespanschaften haben Flächen zwischen etwa 1.000 und 5.000 km². Jede Gespanschaft verfügt über eine gewählte Gespanschaftsversammlung. An der Spitze der Verwaltung einer Gespanschaft steht der Gespan, der von der Gespanschaftsversammlung gewählt und vom Staatspräsidenten bestätigt wird.

Die Gespanschaften gliedern sich ihrerseits in Gemeinden, von denen ein Teil den Status einer Stadt hat.

5.4. General Ante Gotovina

Gotovina trat mit 18 Jahren der französischen Fremdenlegion bei und nahm die französische Staatsbürgerschaft an. In den achtziger Jahren stand er in Frankreich wegen Juwelendiebstahls vor Gericht, verbüßte dort eine kurze Haftstrafe. 1990 trat er in die kroatische Armee ein. Er wurde 1992 zum Brigadegeneral und 1994zum Generalmajor ernannt. Als Befehlshaber befehligte er zwischen 1992 und 1996 den Militärdistrikt Split, der auch einen Teil der Gemeinden Benkovac, Drniš, Gracac, Knin, Šibenik und Zadar umfasst.

Er war einer der Generäle, der die kroatische Armee bei der Militäroperation Oluja (Operation Sturm) führte, bei der die kroatische Armee die von den Serben ausgerufene Republik Serbische Krajina zurückeroberte und die serbische Belagerung der UN-Schutzzone Bihac beendete.

Unmittelbar nachdem General Gotovina diese Militäroperation erfolgreich abgeschlossen hatte, führte er in Bosnien-Herzegowina während der Militäroperation Maestraleinen Teil der Kroatischen Armee, die in Koalition mit Bosnischen Regierungstruppen gegen die serbischen Truppen von Ratko Mladic vorging. Danach wurde er durch den damaligen Präsidenten Franjo Tudman zum Generaloberst befördert. In dieser Zeit übte Gotovina die vollständige Kontrolle über sämtliche kroatische Einheiten aus. Am 29. September 2000 wurde er vom neugewählten kroatischen Präsidenten Stjepan Mesic abgesetzt und aus dem aktiven Dienst entlassen.

Anklage vor dem Internationalen Strafgerichtshof und Flucht

2001 wurde Gotovina vom Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeitangeklagt, die Truppen unter seinem Kommando an Serben verübt haben sollen.

Die Anklagepunkte lauten u. a.:

Laut Staatsanwaltschaft ist auch Kroatiens damaliger Staatspräsident Franjo Tudman an der Planung und Durchführung beteiligt gewesen. Die ergänzende Anklageschrift spricht von einer „kriminellen Vereinigung“, bestehend u. a. aus Gotovina und Tudman, deren Ziel „die gewaltsame und dauerhafte Vertreibung der serbischen Bevölkerung aus der Krajina-Region“ gewesen sei.Gotovinas Anklage kommt für die kroatische Bevölkerung große Bedeutung zu, weil er angesichts seiner überraschend schnellen militärischen Erfolge von vielen Kroaten als Nationalheld angesehen wird.

International wurde den kroatischen Behörden entsprechend mangelndes Interesse an einer Ergreifung Gotovinas vorgeworfen. Die kroatische Regierung hatte dagegen wiederholt erklärt, ihr sei der Aufenthaltsort des Ex-Generals nicht bekannt, und der Staat habe alles geleistet, was in seiner Macht stehe, um den General ausfindig zu machen und auszuliefern. So wurden Ende 2004 Straßenkontrollen in ganz Kroatien durchgeführt, und die kroatische Polizei durchsuchte einige Häuser nach dem mutmaßlichen Kriegsverbrecher. (Großbritannien, die Niederlande und einige skandinavische Staaten stellten sich einer weiteren Annäherung Kroatiens an die EU entgegen, sollte Kroatien nicht vollständig mit dem zuständigen UN-Kriegsverbrechertribunal zusammenarbeiten. Der ursprünglich für den 17. März 2005 vorgesehene Beginn der Beitrittsverhandlungen Kroatiens mit der EU wurde entsprechend zurückgestellt. In ihrem folgenden Bericht vom Juni 2005 erklärte Chefanklägerin Carla del Ponte, Kroatien sei zwar auf dem richtigen Weg, habe aber noch nicht genug unternommen, um Gotovina zu ergreifen. Der Vorwurf richtete sich nicht direkt gegen die Regierung von Ministerpräsident Ivo Sanader, allerdings wurde untergeordneten kroatischen Behörden unterstellt, Gotovina zu schützen. Zudem warf del Ponte der katholischen Kirche in Kroatien und dem Vatikan vor, den gesuchten Ex-General zu decken. Die offiziellen Beitrittsverhandlungen begannen dann, ebenso wie die zum EU-Beitritt der Türkei, am 4. Oktober, nachdem die Chefanklägerin in ihrem Bericht am Tag davor der kroatischen Regierung „volle Zusammenarbeit“ bei der Suche nach Ante Gotovina bescheinigt hatte.)

Festnahme Ante Gotovinas und die Folgen

Am 8. Dezember 2005 konnte del Ponte bekannt geben, dass Ante Gotovina tags zuvor auf Teneriffa auf den Kanarischen Inseln (Spanien) festgenommen worden war. Gotovina war während des Abendessens in einem Hotel im Touristenort Playa de las Américas im Süden der Insel gefasst worden. Es hieß, er habe gefälschte Ausweispapiere bei sich gehabt. Die spanische Polizei habe bereits seit mehreren Tagen intensiv nach ihm gefahndet. In der kroatischen Hauptstadt Zagreb protestierten am Folgeabend mehrere hundert Menschen gegen die Festnahme Gotovinas. Der Protest wurde dann nach Ausschreitungen durch die Polizei gewaltsam beendet. Die große Unterstützungskundgebung, die am 11. Dezember in Split stattfand und von zahlreichen Vereinigungen ehemaliger Soldaten und Generäle organisiert wurde, verlief hingegen friedlich und ohne grobe politische Parolen. Die Medien berichten von 40.000 bis 60.000 Menschen, die sich dort versammelt hatten. Aus Protest errichteten Anhänger Gototvinas in mehreren Städten Straßensperren und setzten Autoreifen in Brand. Nachdem Gotovina zuvor dem Nationalen Gerichtshof in Madrid vorgeführt worden war, wurde er am 10. Dezember schließlich dem Internationalen Strafgerichtshof überstellt. Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht am 12. Dezember bestritt der Angeklagte jegliche Schuld

6. Wirtschaft

Realer Zuwachs

4,3 %

Anteil

 

Landwirtschaft

8 %

Industrie

30 %

Dienstleistungen

62 %

Erwerbstätigkeit Stand 2002

Landwirtschaft

7,8 %

Industrie

30,7 %

Dienstleistungen

61,5 %

 

 

Arbeitslosenquote (2004)

13,8 %

Inflation (2004)

2,1 %

 

 

6.1. Aktuelle wirtschaftliche Lage

Kroatien ist ein Transitionsland mit klarer Orientierung zu einer überwiegend privatwirtschaftlich strukturierten Marktwirtschaft. Die wirtschaftliche Lage des Landes ist seit 2000 durch eine zunehmende Erholung gekennzeichnet. Im Jahr 2003 betrug das BIP-Wachstum 4,3%, die Inflationsrate 1,8%. Die Arbeitslosenquote ist hoch, aber insgesamt rückläufig: Von 22,3% im Jahre 2002 ist sie auf 19,2% im Jahre 2003 zurückgegangen. 2004: 13,8 %! Liquiditätsmangel, fehlende Rechtssicherheit, eine stark defizitäre Sozialversicherung, Produktivitätsrückstände und ein immer noch großer Bestand an staatlichen Betrieben sind immer noch wichtige Probleme.

Kroatien gehört heute zu jenen Ländern in Europa, die noch einen weiten Entwicklungsweg vor sich haben, bevor sie den westlichen Industrienationen wirtschaftlich ähnlich sind. Innerhalb des Landes zeichnet sich eine unterschiedliche Entwicklung einzelner Gebiete ab. Die Ursache dafür sich vielfältig und es wird großer wirtschaftlicher und gesellschaftspolitischer Anstrengungen bedürfen, um den Anschluss an die EU zu erreichen.

Daten zur Entwicklung Kroatiens 

 

1990

1992

1995

2000

2002

Bevölkerung in Mio.

4, 60

4, 69

 

 

 

Bevölkerungsdichte (EW. / km2)

83

83

85

78

79

Landwirtschaft*

k. A

11 %

12 %

9 %

8 %

Industrie*

k. A

30 %

25 %

33 %

30 %

Dienstleistungen*

k. A

59 %

62 %

58 %

62 %

BIP / Kopf in US $

3 400

1 900

3 550

4 550

5 025

* Anteil am BIP in %

Wirtschafssektoren

Zur Entstehung des Sozialproduktes trugen bei: verarbeitende Industrie mit 17,6%, Immobilienwirtschaft und –dienstleistungen mit 8,6%, Handel mit 8,6%, Verkehr, Transport und Kommunikation mit 8,1%, öffentliche Verwaltung mit 8,3%, Landwirtschaft, Jagd und Forsten mit 7,2%, Gesundheit mit 4,7% und Ausbildung mit 4,3%. Der Tourismussektor als Querschnittsbereich trägt mit 21% zum BIP bei. In der verarbeitenden Industrie dominiert die Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von der Erdölverarbeitung, der chemischen Industrie, der Herstellung von nichtmetallischen Mineralprodukten, der Herstellung von Metallprodukten, der Verlags- und Druckindustrie, der Textilindustrie sowie der Transportmittelherstellung. Der Tourismus, der an der dalmatinischen Küste seit Jahrzehnten eine wichtige Einnahmequelle ist, ging in den Neunzigerjahren stark zurück, hat sich aber seit 2000 wieder belebt (Zahl der Touristen 1990: 8,5 Mio.; 1991: 2,1 Mio.; 1992: 1,9 Mio.; 2002: 8,3 Mio.; 2003: 8,9 Mio.). Damit wurde der Vorkriegsstand bereits überholt. Für die kommenden Jahre werden weitere Zuwächse erwartet.

Die Verteilung der städtischen Siedlungen zeigt Schwerpunkte im adriatischen Raum, im mittleren Teil der pannonischen Region und in Slawonien. 

Ausländische Investitionen

Im Zeitraum 1993 bis 2003 betrugen Auslandsinvestitionen insgesamt 9.284 Mio. $, der deutsche Anteil daran betrug ca 21%, an zweiter Stelle nach Österreich. Im Jahr 2003 wurden ausländische Investitionen in Höhe von 1.713 Mio. $ getätigt (2002: 1.124 Mio. $, 2001: 1.561 Mio. $) – ein neues Rekordjahr ausländischer Investitionen in Kroatien (Erlöse aus der INA - Privatisierung. Der deutsche Anteil daran betrug 8,8%, Rang 4 nach Ungarn (30,5%), Österreich (23,6%) und den USA (19,4%).Ausländische Kapitalanlagen in dem Zeitraum von 1993 bis 2003 gingen besonders in die Branchen Telekommunikation, Kreditwirtschaft, pharmazeutische Industrie, Zementherstellung und Hotel- und Gastgewerbe. 2003 gingen die ausländischen Kapitalanlagen vor allem in Immobilienwirtschaft, Einzelhandel, Kreditwirtschaft, Fleischverarbeitung und Großhandel.

Ursache für die Zurückhaltung ausländischer Investoren sind die relativ hohen Produktionskosten (im Vergleich zu anderen Staaten Südosteuropas). Zudem leidet die Wettbewerbsfähigkeit kroatischer Erzeugnisse unter der überbewerteten Landeswährung Kuna.

Anteil am BIP 2003 in % (28.3 Mrd)

 

BIP gesamt und je Einwohner % (2004 / 2005: Prognosen)

Das Bruttosozialprodukt belief sich im Jahr 2003 auf 8.238 € pro Kopf. Die Auslandsverschuldung Kroatiens betrug im Jahre 2004 22.139 Millionen €. Im Juli 2005 betragen die Auslandsschulden 24.139,6 Millionen €.

Die kroatische Wirtschaft befindet sich in einem schwierigen Umwandlungsprozess von der ehemaligen sozialistischen Wirtschaftsform der Arbeiterselbstverwaltung in die Marktwirtschaft.

Der Krieg 1991-1995 erschwerte diese Entwicklung zusätzlich. Die Kriegsschäden im Bereich der Infrastruktur mussten größtenteils aus eigener Kraft unter großen finanziellen Aufwand saniert werden. Die Kosten des Wiederaufbaus zerstörter Privathäuser wurden ebenfalls bis zum Rohbau vom kroatischen Staat übernommen.

Nach Wirtschaftssektoren entfallen 59 % der Wirtschaftsleistung auf Dienstleistungen, 32 % auf die Industrie, und 9 % auf die Landwirtschaft.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind die Dienstleistungsbereiche, das verarbeitende Gewerbe, der Schiffbau und der Tourismus, der v. a. die Adriaküste und die zahlreichen Inseln betrifft.

Die Produktion von Wein hat in der kroatischen Exportliste einen hohen Stellenwert.

Aufgrund der Verpflichtung Kroatiens den zollfreien Import Hochsubventionierter landwirtschaftlicher Billigimporte aus der EU zuzulassen steckt die Landwirtschaft in der Krise.

Zur Bekämpfung der galoppierenden Inflation ersetzte im Mai 1994 der Kuna (zu 100 Lipa) den kroatischen Dinar als Landeswährung der Republik. Der Name „Kuna” geht auf die Landeswährung zur Regierungszeit des faschistischen Ustascha - Regimes während des 2. Weltkrieges von 1941 bis 1945 zurück. Diese Wahl des Namens führte zu Protesten der Serben, Juden sowie Sinti und Roma[36].

 

 

 

7. Außenhandel

Die Hauptausfuhrprodukte Kroatiens sind Maschinen- und Transportzubehör, Bekleidung und Chemikalien. Seit 2002 gilt für Kroatien ein zollfreier Zugang zu den Märkten der EU, dasselbe gilt für Einfuhren aus der EU.

Stand 2003

Der Export Kroatiens betrug ca. 6.355 Mil. $

Hauptabnehmerländer (Export) Lieferländer (Import)
Italien (22,4%) Italien (16,8%)
Bosnien und Herzegowina (14,4%) Deutschland (16,4%)
Deutschland (12,5%) Slowenien (7,8%)
Slowenien (8%) Russland (6,8%)
Österreich (7,3%) Österreich (6,7%)
  Frankreich (5,2%)

Stand 2004

Der Import betrug ca. 16.583 Mrd. $

Güter Lieferländer (Import)
Transportausrüstung (14%) Italien (17%)
Maschinen u. Anlagen (12%) Deutschland (16 %)
Mineralische Brenn u. Schmierstoffe (12%) Slowenien (7 %)
Chemische Präparate (11%)  Österreich (7%)
Nahrungs- u. Genussmittel (7%) Russland (7%)
Elektrotechnik (6%) Frankreich (4%)
Metalle (5%) Ungarn (3%)

EU gesamt: 70%

 

 

 

Der Export betrug ca. 8.022 Mrd. $

Güter Lieferländer (Import)
Transportausrüstung (15%) Italien (23%)
Mineralische Brenn u. Schmierstoffe (15%) Bosnien H. (15%)
Bekleidung, Schuhe (10%) Deutschland (11%)
Chemische Präparate (9%)  Österreich (9%)
Elektrotechnik (8%) Slowenien (8%)
Maschinen u. Anlagen (7%) Serbien u. Montenegro (4%)
Nahrungs- u. Genussmittel (6%)   
Metalle (5%)  

EU gesamt: 65%

Durch die Annäherung an die EU und das im Februar 2005 umgesetzte Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen werden wichtige wirtschaftliche Impulse für das Land erwartet, sowohl was den Import- als auch was den Exporthandel betrifft. Kroatien leidet derzeit an einem großen Exportdefizit. Die vollständige Liberalisierung des Marktes sollte weitere Investitionen nach sich ziehen, insbesondere werden so genannte "greenfield" - Investitionen erhofft.

Rund 55% des Außenhandels wird mit den Staaten der Europäischen Union abgewickelt. Wichtigste Handelspartner sind Italien, Deutschland, Österreich und Slowenien. Das traditionelle Defizit der Handelsbilanz wird durch Einnahmen aus dem Tourismus und durch Überweisungen von Auslandskroaten teilweise kompensiert.

Die Auslandsverschuldung betrug 2002 15,4 Mrd. $ (68,7% des BIP). Sie stieg 2003 auf 23,65 Mrd. $ (83% des BIP) und hat sich damit trotz der Interventionen der Nationalbank seit 2001 mehr als verdoppelt. Die Bedienung der öffentlichen Auslandsschulden erfolgt pünktlich. Die Leistungsbilanz weist für 2003 ein Minus von 7,29% des BIP auf (2002: -8,5%; 2001: -3,71%). Die Devisenreserven der Kroatischen Nationalbank beliefen sich Ende 2003 auf 8,2 Mrd. $.

 

 

8. Tourismus

Kroatien hat seinen Besuchern eine Menge zu bieten: ca. 1800 km land ist die Festlandküste an der Adria. Davor liegen annähern 1 000 Inseln, von denen etwa 60 bewohnt sind, Kaum eine gleicht der anderen, den jede hat ihre Besonderheit: pittoreske Fischerdörfer, prachtvolle Festungsstädte, Berge usw.. Die kroatische Küste bietet eine vielfältige Landschaft und Kultur. Dem Meer vor der Küste wird jedes Jahr bei Tests das klarste und sauberste Wasser des Mittelmeeres bescheinigt.

Der Tourismus hat eine lange Tradition und bietet weiteres Entwicklungsmöglichkeiten: Das Angebot bietet einem jeden etwas: Segeln, Kreuzfahrten, Fischer-, Taucher- und Jagdtourismus, Kongresstourismus, Naturtourismus, Wallfahrtsorte, Thermalbäder (à im nordwestkroatischen Zagorej und in der pannonischen Tiefebene)

Für viele Bewohner der reich gegliederten Küste stellt der Tourismus einen der wichtigsten Wirtschaftszweige dar. Von Mai bis Oktober zieht der gesamte Küstenstreifen Besucher aus ganz Europa an.

Im Jahr 2004 besuchten insgesamt 9,4 Millionen Touristen Kroatien. Insgesamt wurden 47,4 Millionen Übernachtungen gezählt.

Im Städtetourismus hat Kroatien steigende Besucherzahlen, insbesondere in der Hauptstadt Zagreb und Varaždin. Dubrovnik und Splitsind ganzjährige Reiseziele und entsprechend gut besucht.

Im Landesinneren besuchen jährlich hunderttausende Touristen den weltbekannten Nationalpark Plitvicer Seen und den Naturpark Biokovo, der im gleichnamigen Gebirgsmassiv im Süden des Landes gelegen ist. Auch viele sehenswerte Kulturdenkmäler finden sich im Landesinneren.

Der Jagdtourismus blickt vor allem in den Regionen Slawonien, dem Gorski Kotar und der Lika auf eine lange Tradition zurück. In Kroatien leben in freier Wildbahn noch Braunbären, Wölfe, Luchse, Adler und andere geschützte Tierarten.

Im nordwestkroatischen Zagorje und in der pannonischen Tiefebene befinden sich zahlreiche gut ausgebaute Thermalbäder.

Natürlich braucht jedes Land auch zahlreiche Vorraussetzungen für den Tourismus. Hier einige wichtige Punkt, die für Kroatien zutreffen:

 

·        Naturraum: verschiedene Reliefformen und gutes Klima: Pannonische Tiefebene (Flachland); Mittelgebirge, Hochgebirge à dinarische Gebirgsregion, adriatische Küstenregion à Mittelmeerklima; lange und warme Sommer – manchmal auch feucht heiß; kalte Winter

 

·        gut ausgebaute Infrastruktur für die Touristen: Unterkunftsmöglichkeiten (Hotels, Appartement,  Bungalows usw.) Sportmöglichkeiten (segeln, fischen, Bootsfahrten, schwimmen, reiten, Tennisplätze bei zahlreichen Hotels usw.), „Schlechtwetterangebote“ (Hallenbad in den Hotels, Tennishallen, Sauna, Wellnesbereich, Kosmetik usw.)

 

 

·        Kulturelle Angebote für Touristen: (Klöster, Kirchen, Theater, Musen usw.) z.B:

o       Nationalparks: Kornaten (Inselarchipel), Plitvicer Seen (weltberühmte Wasserfälle), Paklencia (gute Klettermöglichkeiten), Risnjak (in der Gebirgsgegend des Gorski kotor nahe Rijeka), Mljet (Insel in Süddalmatien)

o       Amphitheater in Pula (Istrien), Kroatisches Nationaltheater (Zagreb)

o       Nationalmuseum für Naive Kunst, Museum für Kunst und Handwerk, Volkskundemuseum, Botanischer Garten (Zagreb)

o       Sv. Ciril i Metod – Kirche der hl. Kyrillos und Methodios, Sv. Katarìna – Katharinenkirche (Zagreb)

 

 

 

 

 

Natürlich hat jeder Tourist andre Erwartungen und Wünsche im Urlaub und aus diesem Grund lassen sich einige „Tourismustypen“ aufstellen. Hier einige die spezial für Kroatin zutreffen:

 

Typ Wünsche  
Wandertyp Naturnähe, kein Trubel In Tourismusgebieten werden eher Appartements oder Bungalows bevorzugt, da sie von der Hotelanlage weiter entfernt liegen um die Appartements oder Bungalows befindet sich hauptsächlich Grünlandschaft, Wälder usw.

Nationalpark Paklencia à gute Wanderwege

Rundfahrertyp Viel unterwegs, Abenteuer, Bildung, Sehenswürdigkeiten Zagreb , Split, Dubrovnik  à zahlreiche kulturelle Angebote und Sehenswürdigkeiten,
Promeniertyp Massentyp Küstengebiete, gute besuchte Hotelanlagen, Spaß, Fortgehen,
Sporttyp Sport als Erlebnis, Sporturlaub Gebirgsregionen (z.B: Velebit), Tennis, Reiten, Wandern, Radfahren, Klettern, Segeln, Surfen usw.

 

Durch den stark anwachsenden Tourismus in Kroatien gab es natürlich auch zahlreiche Veränderungen für das Land selbst.

Vorteile des Tourismus

Nachteile des Tourismus

  • Durch die ansteigende Zahl der Touristen steigt die Anzahl der neuen Arbeitsplätze à Handel, Bau, Hotels, Sportaktivitäten usw.
  • neue Absatzmöglichkeiten für die Bauern
  • starker Gewinn für Restaurants, Bars, Lokale usw. in der nähe von Tourismusregionen
  • das Verkehrsnetz wurde verbessert und ausgebaut
  • hoher Gewinn für Reiseveranstalter, Luft – Straßen – Schienen und Seeverkehr, Baufirmen, Architekten,
  • Banken, Souvenirhändler
  • Die Einnahem des Tourismus sind ein wichtiger Ausglich für den Warenimport

 

  • Umweltverschmutzungen (Luftverschmutzung, Entsorgungsprobleme vom Müll,  Umweltzerstörung, Lärmbelästigung)
  • hohe Preise während der Hauptsaison (Juni bis ca. September / Oktober) auch für die Einheimische Bevölkerung
  • Abholzung zahlreiche Wälder um eine neue Hotelanlage zu gründen 
  • Kultur wird zerstört
  • Touristen verbrauchen in großen Mengen Wasser

 

Eine der meist besuchten Regionen in Kroatien ist Dalmatien und diese möchte ich nun näher beschreiben.

Die Region Dalmatien hat den kriegsbedingten Zusammenbruchs in den 90er Jahren überstanden und heute erkunden wieder zahlreiche Touristen die felsigen Küsten und die großartigen Städte, deren adriatische Kultur durch lange Verbindungen ein italienisches Flair entwickelt haben.  

 

Überblick über Dalmatien (Zadar)

Im Norden liegt Zadar und der Zadar – Archipel. Dessen Südliche Inseln bilden den Nationalpark Kornati. Weiter geht es dann nach Sibenik, dass den Touristen eine perfekte erhaltende Altstadt und zahlreiche Kathedralen bieten kann. Die Ruinen der römischen Stadt Salona liegen gleich vor den Toren der Stadt Split. Im Inland geht es weiter durch Ston und man erreicht dann die Halbinsel Peljesac. auf einer felsigen Landspitze befindet sich das mittelalterliche Dubrovnik.

 

Ein paar Sehenswürdigkeiten in Dalmatien

und vieles mehr

 

9. Literaturverzeichnis

 

1) Dorling Kindersley: „Kroatien“

Verlag GmbH, München 2004

2) Susanne Sachau: Marco Polo Reiseführer: „Kroatische Küste – Dalamtien“

3) Harald Hitz, Gustav Kramer, Wilhelm Matcik, Fran Zach: „Raum – Gesellschaft – Wirtschaft“ , Verlag Ed. Hölzel, 1997

4) Dr. Hans F. Müller: “Das moderne Lexikon”, Kim – Lands, Herausgeber vom Lexikon – Institut Bertelsmann / GmbH / Lexikothek Verlag GmbH, Gütersloh 1971, 1981 b

5) Oliver Bolch, Rainer Höh: „Kroatien – Mit Inseln, Istrien und Dalmatien“, 2005 by Reich Verlag / terra magic / Luzen / Switzerland, Belzer Reich Verlags AG

 

6) Microsoft Encarta Professional 2002

 

7) www.wikipedia.at

 

8) www.auswertiges-amt.de

 

9) www.welt.de

 

10) at.mfh.hr

 

11) portal.wko.at

 

 



[1] Pflanzengattung

[2] Strauchgattung

[3] Gebirgskette, befindet sich in Bosnien – Herzegowina

[4] Nationalpark vor der süddalmatinischen Küste nordwestlich von Dubrovnik

[5] Raubtier, gehört zu der Familie der Schleichkatzen

[6] Wildschaf

[7] Salamanderart

[8] Gebirge

[9] Fluss, nördlich von Dubrovnik (àliegt im Süden von Kroatien)

[10] liegt westlich von der Insel Cres

[11] liegt im Süden von Kroatien

[12] Seehafen an der dalmatinischen Küste

[13] Gebiet im Osten von Kroatien 

[14] christliche Religionsgemeinschaft, deren Lehre im Wesentlichen auf die Wiederkunft Christi ausgerichtet ist

[15] protestantische Christen

[16] Sammelbezeichnung für mehrere miteinander verwandte indogermanische Stämme, die sich spätestens im 8./7. Jahrhundert v. Chr. in Illyrien ansiedelten

[17] indogermanisches Volk

 

[18] Volk in Dagestan und Aserbaidshan

[19] Byzanz (später Konstantinopel, heute Istanbul), Stadt der Antike

[20] im Mittelalter Aglar genannt, nahe dem Golf von Triest gelegenes Fischerdorf, das durch einen Damm mit der Ferieninsel Grado verbunden ist

[21] Niederlage der Ungarn unter König Ludwig II. gegen die Osmanen unter Süleiman II. am 29. August 1526 bei Mohács in Südungarn

[22] 1888-1934, König von Jugoslawien (1921-1934), zweiter Sohn König Peters I. von Serbien.

[23] rechtsradikale Bewegung in Kroatien, die sich gegen die serbische Vorherrschaft richtete und für ein unabhängiges Kroatien eintrat.

[24] im allgemeinen Sinn die Bezeichnung für Freischärler oder Freiheitskämpfer, also Mitglieder einer meist militanten Gefolgschaft einer Partei oder Bewegung.

[25] (von lateinisch dissidere: widersprechen, nicht übereinstimmen), allgemein die Bezeichnung für Andersdenkende.

[26] Maßnahmen

[27] Friedensplan für Bosnien Herzegowina 

[28] Mandat (von lateinisch mandatum: Auftrag, Weisung), im Sprachgebrauch der Politik der Auftrag an den Abgeordneten

[29] Als HNS - Mitglied in 2. Wahlrunde gestartet, in der Stichwahl trat er jedoch als unabhängiger Kandidat an, Amtsantritt: 18 Februar 200, Wiederwahl: 16 Januar 2005

[30] Amtsantritt: 23 Dezember 2003

[31] Demokratisches Zentrum

[32] Wien: Dr. Zoran Jasic

[33] Kommunalpolitik, Bezeichnung für sämtliche lokalpolitischen Institutionen sowie die auf die Gemeinde (Kommune) bezogenen politischen Prozesse der Willensbildung und Entscheidungsfindung.

[34] In der ursprünglichen englischen Bedeutung bezeichnet der Begriff die Gesamtheit der Berater der exekutiven Spitze einer Regierung

 

[35] Provinzen, Komitate

 

[36] in kleineren Gruppen über den gesamten Erdball verstreut lebendes Volk, das über gemeinsame kulturelle und sprachliche Wurzeln verfügt. „Zigeuner“ àpolitisch nicht korrekt


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