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Die Judenbuche - Annette von Droste-Hülshof:



Charakteristik von:

Hermann Mergel

Hatte bereits in seiner Jugend ein Alkoholproblem; ist ein Säufer und gewalttätig gegenüber seiner Frau; ist in seinem Suff erfroren

Friedrich Mergel

Wächst in schwierigen sozialen Verhältnissen auf; entwickelt sich zum Außenseiter der Dorfgemeinschaft; Simon Semmler gibt ihm die Chance diese Außenseiterrolle zu verlassen; entwickelt sich zum Führer der Dorfjugend; durch die kriminellen Machenschaften von Simon verstrickt auch er sich immer mehr in Schuld; hat auch Mitschuld am Tod von Förster Brandis;
Statussymbole wie Kleidung und Uhr werden von ihm nicht bezahlt; er wird deshalb vom Juden Aaron vor Augenzeugen gedemütigt; er bringt den Juden um und muss fliehen; kommt nach Jahren an den Ort des Verbrechens zurück und erhängt sich dort

Margret Mergel (Mutter)

Niedergang der Dorfschönheit, gilt als kluge und stolze Frau und heiratet zur Überraschung aller Hermann Mergel; hat wenig Einfluss auf ihren Gatten und kann seinen Niedergang nicht aufhalten; letztendlich verkommt sie

Simon Semmler

Nach dem Tode Friedrichs Vater ist er das Zeichen für das Böse; missbraucht Hermann als Spitzel, hatte keine wirkliche Chance von unten nach oben zu kommen; stirbt verarmt

Johannes

Verkörpert Friedrichs abgelegtes Ich bzw. sein verkümmertes Spiegelbild; versinnbildlicht Friedrichs wahren Zustand: ein sozialer Niemand.

Die verschiedenen Schichten:

Juden und Förster: eine Schicht, die eher als Feindbild gesehen werden - sind immer Außenseiter. Stehen zwischen den beiden Gruppen ADELIGE - DORFBEWOHNER. Bekommen Druck von unten und von oben. - waren nirgends anerkannt.
Zu den Juden sei noch zu bemerken, dass sie auch von der untersten Schicht erniedrigt wurden und sie mussten sich alles erkaufen.

Adelige: Herr v. S. + Familie (Gutsbesitzer) - positive sozialeEinstellung:

Dorfbewohner: Hier gibt es auch wieder zwei Schichten; die Armen (Friedrich + Familie) und die Reichen (Onkel - Ohm).
Die Dorfbewohner zeigten auch eine soziale Ader -
Mutter wurde versorgt.
ABER: bei der Hochzeit waren arm + reich gespalten
die Uhr, das Statussymbol war weg.....

Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit:

Wegen einfachen und häufig unzulänglichen Gesetzen waren die Begriffe der Bewohner von Recht und Unrecht einigermaßen in Verwirrung geraten. Neben dem gesetzlichen Recht hatte sich ein zweites Recht gebildet: Recht der öffentlichen Meinung, der Gewohnheit und entstandenen Verjährung (Vernachlässigung).
Gutsbesitzer stand niedere Gerichtsbarkeit zu (straften und belohnten nach ihrer Einsicht)
Der Untergebene tat was ihm ausführbar und mit seinem Gewissen verträglich war
Der Verlierende schlug teilweise in Urkunden nach
Später:
Vergehen häufiger, Gewissenlosigkeit seltener Holz- und Jagdfrevel an der Tagesordnung, häufig vorfallende Schlägereien
Hauptreichtum des Landes: ergiebige Waldungen. Über Forste wurde scharf gewacht, aber weniger auf gesetzlichem Wege als in stets erneuten Versuchen, Gewalt und List mit gleichen Waffen zu überbieten

Bild der Juden:

Die Wendepunkte der Handlung - 4 Höhepunkte/4 Tiefpunkte gekennzeichnet durch die Angabe der Jahreszahlen:

Jahr Höhepunkt Tiefpunkt
1738 Geburt Friedrichs

Ein "freudiges Ereignis"

 
1747   Tod des Vaters als Friedrich 9 Jahre alt war.
1750 Friedrich wird im Alter von 12 Jahren von seinem Onkel in Diensten genommen (beinahe an Kindes statt angenommen).

Scheinbar ein Wendepunkt zum Guten

 
1756   Tod des Försters

Erschlagen von den Blaukitteln - Verraten von Friedrich

1760 Hochzeit, Dorffest

Es wird gefeiert, es war ein gutes Jahr, Friedrich ist "Hahn im Korb"

Tod des Juden Aaron

Nach der Hochzeit erschlagen - verdächtig ist Friedrich Aufgrund eines vorangegangenen Streites um eine Uhr bzw. deren Bezahlung

Schließlich Friedrichs Flucht

1788 Friedrichs Rückkehr nach Hause - als Johannes Niemand. Er wird gut aufgenommen.

(Jedoch ist auch Friedrichs Name inzwischen rehabilitiert).

Selbstmord Friedrichs durch Erhängen an der Judenbuche.

Moralisches Schuldeingeständnis.

Erzählperspektive:
Die Autorin steht über dem Geschehen, schränkt aber ihre Verantwortung ein, in dem sie immer wieder die Unzuverlässigkeit ihrer Beobachtungen oder Informationen hervorhebt. Der Leser wird genötigt zu beobachten und seine Schlüsse zu ziehen.

Symbole:
Die Buche als Sinnbild für das Gericht und die Gerechtigkeit, auch als Sinnbild für Unheil

Sprache:
Präteritum
An sich klare und einfache Sprache, wesentliche Dinge lässt die Autorin jedoch in der Schwebe


Zusammenfassung:

Die Geschichte spielt in der Mitte des 18. Jhdts. in einem westfälischen Dorf. Holz- und Jagdfrevel sind an der Tagesordnung der Dorfbewohner, ebenso tägliche Straftaten.
In diese Welt wird Friedrich Mergel hineingeboren und sein Lebensweg ist damit im
Voraus geprägt.
Sein Vater ist ein chronischer Alkoholiker, eigentlich ein verkommenes Subjekt. Seine erste Frau ist im weggelaufen. Einige Zeit später heiratet er die stolze und fromme Margret Semmler. Als Friedrich 9 Jahre alt ist, wird sein Vater tot im Brederholz unter einer ausgehöhlten Eiche gefunden.
Dieses schreckliche Ereignis kann er kaum verkraften und wird zum Einzelgänger. Drei Jahre später wird er von seinem Onkel Simon Semmler aufgenommen und gerät durch in ins Milieu der Wilderer und Holzdiebe. Friedrich bekommt damit einen zweifelhaften Ruf im Dorf,
einerseits wird er bewundert, andererseits aber gefürchtet. Sein ständiger Begleiter ist Johannes Niemand, in gewisser Weise sein verkümmertes Spiegelbild.
Friedrich wird, ohne dass man ihm vor Gericht etwas nachweisen kann, mitschuldig am Tod des Oberförster Brandes. Tatsächlich wurde dieser aber von den Blaukitteln erschlagen.

Bei einer Tanzveranstaltung wird Friedrich mit der Restschuld von 10 Talern beim Juden Aaron bloßgestellt. Aaron wird noch in dieser Nacht ermordet und unter einer Buchte tot aufgefunden. Friedrich und Johannes fliehen überstürzt ins Ausland.
Die Juden des Ortes gehen zum Gutsbesitzer Herr von S. und kaufen diese Buche. Folgender Spruch wird eingeritzt:

"Wenn du dich diesem Baum näherst, so wird es dir ergehen, wie du mir getan hast."
Nach einiger Zeit gesteht ein anderer Jude diese Tat.

28 Jahre später kehrt Friedrich unter dem Namen seines Freundes Johannes Niemand ins Dorf zurück. Er arbeitet noch einige Zeit als Tagelöhner. Die Judenbuche zieht ihn immer wieder irgendwie an und er wird letztendlich erhängt an der Buche aufgefunden.

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