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Biedermeier und Vormärz 1815-1848:

Österreichische Autoren der Epoche (1 Autor zu Wahl)

Franz Grillparzer: Das einsame Ich

Adalbert Stifter: Das sanfte Gesetz

Das Junge Deutschland:

Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen

Literatur und Revolution: Georg Büchner: Der hessische Landbote

Woyzeck ein offenes Drama; Merkmale der offenen Form des Dramas

Erklärung:

Mit dem Begriff Biedermeier assoziiert man den Rückzug in die unpolitische, konservative Privatheit, den Weg in die Idylle und die Abwendung von allen gesellschaftspolitischen Zeitfragen.

Name:

Epochenname stammt vom Parodisten Ludwig Eichroth – Spießertum der zurückliegenden Zeit wird kritisch betrachtet.

Seit 1900 wird der Begriff Biedermeier positiv verstanden

Wirtschaftliche Situation:

Zunehmende Industrialisierung Ô wirtschaftliche und soziale Umwältzungen

Viele Erfindungen Ô Eisenbahn, Dampfschiff, Telegraph, Papiermaschine

Große soziale Gegensätze Ô Verarmung der Handwerker

Politische Situation:

Nach Napoleons Sturz Ô absolutistische Regierung (Metternich)

Bürgertum und Arbeiter keine politischen Rechte

Gegner des Regimes wurden mit allen Mitteln unterdrückt Ô polizeiliche Schikanen, scharfe Zensur

Opposition wurde dennoch immer stärker Ô versch. Freiheitskämpfe, 1848 Revolution

Buchmarkt und Zensur:

Freie Schriftsteller scheiterten meist an der finanziellen Situation
Nach Wiener Kongreß kam es zu einer steigenden Buchproduktion
Ô neuer Literaturmarkt
Große Gefahr sah Regime in der Literatur
Ô durch Erfindung der Papiermaschine und der Schnellpresse Ô Zeitungswesen und Buchhandel sprunghafter Anwuchs.
Vorzensur wurde eingeführt, betroffen sind alle Publikationen unter 20 Bögen (Zeitschriften, Zeitungen, Flugblätter), Autoren versuchten durch Sammelbände und großen Schriften der Vorzensur zu umgehen.

Scharfe Zensur Ô Verbot und Beschlagnahmung (Goethes "Faust", Schillers "Tell")

Literatur:

Literatur des Biedermeiers wird als Erbe der Klassik und der Romantik verstanden. Jedoch auch als Rückgriff auf Tendenzen der Aufklärung und der Empfindsamkeit. Neben Drama und Lyrik findet man auch Skizzen, Stimmungsbilder, Märchen, Erzählungen, Novellen und Romane.

Zwei Großgruppen: in der Literatur des Vormärz (der Restauration)

  1. Biedermeierdichter sie resignierten, zogen sich zurück
  2. Politisch engagierten Dichter sie kritisierten das System, hofften auf eine bessere Zukunft

Dichter des Biedermeiers:

Keine Dichterkreise mit festem literarischen Programm

Dichter Einzelgänger, politisch zurückhaltend, ins Privatleben zurückgezogen

nicht die glücklichen, gemütlichen, zufriedenen Poeten die keinen Realitätsbezug kannten,

litten stark unter dem Zwangssystem, versuchten Zwiespalt zwischen Realität und Ideal zuzudecken.
Dichter waren schwermütig, melancholisch, verzweifelt und depressiv (Stifter und Raimund begingen Selbstmord)

Themen der Dichtung:

Keine großen Helden, keine großen Spannungen und Konflikte

Alles spielt sich im kleine Raum, im kleinen Alltag ab. Vorliebe für Einsame, Sonderlinge, Käuze, Handwerker, Bauern und Kleinbürgermilieu. Landschaftsschilderungen realistische und detaillierte Darstellung

Ideale ein ausgeglichenes, schlichtes, genügsames Leben, Bescheidenheit, Einfachheit, innerer Frieden, kleines Glück, Ordnung, Selbstbeherrschung, Zufriedenheit, Verzicht auf Ruhm und Reichtum

Autoren:

Adalbert Stifter – "Das sanfte Gesetz"
Nestroy und Raimund

Franz Grillparzer

"Das einsame Ich", Gedicht, Lit. 208/209 Das Gedicht heißt: "Entsagung" /nicht "das einsame Ich"

Interpretation:

Grillparzer will mit diesem Gedicht ausdrücken, daß Entsagung zwar ein hartes Los ist, aber nur wer entsagt erhält sich seine Eigenständigkeit, seine Persönlichkeit. Der Mensch kann nicht nur Rechte sondern Pflichten.

Irdische Werte, Güter vergehen; sie machen nicht das Lebensglück aus; weltlicher Besitz schränkt das Ich ein; durch Entsagung findet man das wahre Ich.

Werke: Der arme Spielmann (Novelle), Dramen: Libussa, König Ottokars Glück und Ende, Bruderzwist im Hause Habsburg

Das junge Deutschland

Schrieben gegen die Zensur und den Absolutismus.

Themen: Emanzipation, Bildung, Gleichheit, Freiheit

Ende 1835 wurden die gesamten Schriften des jungen Deutschlandes verboten.

Verbot wegen Zerstörung der Sittlichkeit, Zucht und Ordnung.

Heinrich Heine: Deutschland, Ein Wintermärchen

Tendenzdichter drückten ihren Unmut über politisches und kulturelles Klima aus, und zwar durch Ausrufe, politische Streit- u. Schmähschriften, lyrische Texte, die zu konkreten politischen Aktionen aufrufen.

Auf Kunst legen die Dichter wenig Wert, die Lyrik soll Mittel im politischen Emanzipationskampf sein.

In den Prosatexten findet die Situation des Arbeiterstandes zum ersten Mal anklang.

Georg Büchner

(1813-1837)

Woyzeck Außenseiterdrama - offenes Drama
Inhalt:
Im Mittelpunkt des unvollendeten sozialen Dramas steht ein einfacher macht- und sprachloser Mensch, der in seiner Verzweiflung und Auflehnung zum Mörder an seiner Geliebten und Mutter seines Kindes wird.
Der Dramatext basiert auf der Lebensgeschichte des J. Chr. Woyzeck, eines trunksüchtigen Soldaten und Friseurs, der seine Lebensgefährtin Christina Woost 1821 im Streit ersticht. Er wird nach dreijährigem Prozess – das Urteil verzögert sich, weil Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Täters auftraten – 1824 hingerichtet.

Neuer Menschentyp im Drama:
* der tragische Held aus unterer Gesellschaftsschicht,
* Woyzeck lebt in Armut, leidet an Wahnvorstellungen und Angstträumen
* wird von seiner Umwelt unterdrückt
* ist Sinnbild des wehrlosen, gequälten Menschen
materialistische Weltanschauung:
* Mensch ist von Herkunft und Milieu abhängig
* sein Handeln ist geprägt von der Umwelt
* Woyzeck wird in seiner Ausweglosigkeit zum Verbrecher
Mitschuld am Mord haben:
* Hauptmann (er vertritt die herrschenden Moralvorstellungen)
* Marie und Tambourmajor (Maries Ehebruch wird durch Milieu und Armut beein-
flußt, sucht Trost in der Bibel)
* Doktor (Vertreter der experimentellen Naturwissenschaft, behandelt Menschen
wie Tiere

Offene Dramenform: (Gegensatz zum klassischen - aristotelischen Drama)

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