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Ausländer ist nicht gleich Ausländer:


„Ausländer“ - ein heute viel diskutiertes Thema. Wir benutzen diesen Ausdruck oft sehr leichtfertig und denken nicht darüber nach, dass Ausländer nicht gleich Ausländer sind.

Es gibt verschiedenste Formen von Ausländersein. Genauso unterschiedlich wie die Formen sind auch die Ursachen dafür, warum die Ausländerzahl in Österreich in den letzen Jahren sehr stark angestiegen ist. 
Für die junge Generation, ist es alltäglich, mit Ausländern konfrontiert zu werden. In den Schulen trifft man auf ausländische Klassenkollegen, in Läden auf ausländische Geschäftsleute und fast in allen anderen Lebensbereichen trifft man auf Ausländer. Jeder Mensch geht jedoch mit dieser Tatsache anders um und hat seine eigene Meinung dazu.

Doch oft setzt man sich mit dem „Ausländersein“ zu wenig auseinander.

Zuerst sollte man einmal über die unterschiedlichen Ursachen für die steigende Ausländerzahl nachdenken.

Eine wesentliche Ursache ist wohl die Hoffnung auf bessere Lebensumstände. Menschen, deren Heimatländer arm sind, wenig Möglichkeit für Arbeit bieten oder schlechte soziale Strukturen aufweisen, erhoffen sich in Österreich bessere Lebensbedingungen. Sie wollen ihrer Familie ein gesichertes Leben bieten. Möglicherweise wird durch bereits in Österreich befindliche Familienmitglieder die Hoffnung geschürt.

Durch die Europäische Union wird die Auswanderung beziehungsweise Einwanderung nun zusätzlich erleichtert. Dies und die liberale Asylpolitik Österreichs sind Gründe dafür, warum immer mehr Ausländer vor den Türen Europas stehen. Die Bürger armer Länder, die nunmehr bei der EU sind, haben legal das Arbeits-, sowie das Wohn- und Wahlrecht in allen EU-Staaten. Da Österreich, wie viele andere Länder, auf Grund der enorm sinkenden Kinderzahlen Arbeitskräfte braucht, wandern Eu-Bürger und andere Ausländer ein. Durch den Arbeitskräftemangel kommen nicht nur Billigarbeiter nach Österreich, sondern auch gut ausgebildete Fachkräfte, zum Beispiel für die Computerbranche, ein. Auch Gastarbeiter zieht es nach Österreich. Diese sind Ausländer, die ihren Hauptwohnsitz nicht in Österreich haben, aber ein paar Wochen oder Monate hier arbeiten. Es gibt auch Ausländer die täglich über die Grenze zur Arbeit pendeln.

Manche Ausländer die aus politischen Gründen aus ihrer Heimat fliehen mussten und um Asyl bitten kommen auch relative oft vor. In ihren Heimatländern ist ihr Leben durch Krieg oder Regime bedroht.

Leider gibt es aber auch illegale Einwanderer in Österreich, die mit Schleppern über die Grenze gekommen sind und nun inoffiziell hier leben und wahrscheinlich schwarzarbeiten.

So unterschiedlich wie die Ursachen sind auch die daraus resultierenden Formen des Ausländerseins.

Es gibt Ausländer, die eben mit ihrer ganzen Familie nach Österreich kommen, hier leben und arbeiten und wahrscheinlich auch einmal österreichische Staatsbürger werden.

Manchmal bezeichnen wir fälschlicherweise Menschen die zwar in Österreich geboren sind, aber andersstämmige Wurzeln haben, als Ausländer.

Politische Flüchtlinge die in Österreich Asyl erbitten, wollen oft nicht für immer hier bleiben, sondern in ihre Heimatländer zurückkehren sobald sich die Lage dort etwas entspannt hat. Sie leben bis dahin auf Staatskosten in Asylheimen.

Mit den Ausländern treten verschiedene Problem auf. Manche Ausländer wollen kein Deutsch lernen oder nutzen die finanziellen Unterstützungen des Staates aus.

In vielen Familien sprechen nur die männlichen Mitglieder gebrochen deutsch, weil sie es bei der Arbeit brauchen. Die Frauen, meistens nur Hausfrauen, lerne die Sprache nicht, da zu Hause ohnehin in der Muttersprache gesprochen wird. Sie können sich daher kaum auf Deutsch artikulieren. Die Kinder hingegen lernen oft sehr schnell die Sprache und wachsen zweisprachig auf.

Ausländische Kinder die mit keinen deutschen Sprachkenntnissen nach Österreich kommen verursachen auch ein gewaltiges Problem. Sie brauchen entweder Förderkurse oder der Lehrer muss ihnen mehr Aufmerksamkeit widmen als den anderen Schulkindern, was das ganze Klassenniveau senken kann.

Andere Ausländer beantragen allerlei Unterstützungen und leben auf Staatskosten. Diese bemühen sich erst gar nicht die deutsche Sprache zu erlernen und sich einen Job zu suchen, da sie mit den Unterstützungen gut über die Runden kommen. Manchmal werden diese Ausländer auch straffällig und fördern somit Vorurteile.

Viele Ausländer, die sich äußerlich und kulturell von der heimischen Bevölkerung unterscheiden werden oft Opfer von Vorurteilen. Durch Unwissen über die fremde Kultur und durch Eigenarten der Ausländer, ist es für manche Menschen schwer vorurteilslos an diese heranzugehen und sich selbst ein Urteil zu bilden.

Die hohe Zahl der Ausländer in Österreich hat aber auch die gute Folge, dass Kinder mit vielen verschiedenen Kulturen aufwachsen. Sie lernen die unterschiedlichen Kulturen kennen und knüpfen internationale Freundschaften.

Das Zusammenleben verschiedenster Menschen an einem Ort hat leider auch zur Folge, dass sich extreme Positionen gegenüber dem Thema Ausländer entwickeln.

Eine davon wäre die Ausländerfeindlichkeit im schärfsten Sinn. Es werden Ausländer als böse und hinterlistig dargestellt, weil einige schwarze Schafe den Begriff in den Dreck ziehen. Man wirft Ausländern vor sich ins gemachte Nest „Österreich“ zu setzten. Sie hätten quasi die Lage im eigenen Heimatland selbst verschuldet, weil sie durch politische und soziale Entscheidungen alles in den Sand gesetzt haben. Ausländer sollen dort hingehen, wo sie hergekommen sind. „Hier in Österreich nehmen sie uns unsere Arbeitsplätze weg“, ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Ein anderes wäre, dass sie nur ein Kind nach dem anderen „machen“ und die österreichische Bevölkerung diese dann durch Beihilfen erhalten soll.

Auch wird den Ausländern gerne vorgeworfen, die Kriminalitätsrate zu steigern. Wenn ein Verbrechen passiert, ist der nächstliegendste Schuldige ein Ausländer. Auch Parteien und Politiker werben mit ausländerfeindlichen Plakaten wie „Deutsch, statt NIX VERSTEHEN!“, obwohl ihnen doch klar sein müsste, dass steigende Ausländerzahlen nicht nur schlecht sind. Durch die stark fallenden Geburtenraten und das steigende Alter der Bevölkerung brauchen wir Arbeitskräfte um das soziale System aufrecht zu erhalten.

Eine andere Position zum Thema Ausländer wäre, dass alle, die nach Österreich kommen möchten, kommen können. Diese Haltung wird selten bis gar nicht vertreten, doch sie existiert.

Ein idealer Fall mit Ausländern umzugehen wäre, dass ein bestimmter Prozentsatz an Immigranten zugelassen wird und diese dann regelmäßig überprüft werden, um festzustellen inwiefern sich diese versuchen anzupassen. Das Mindeste was ein Ausländer versuchen sollte um sich in die Gesellschaft zu integrieren, ist das Erlernen der deutschen Sprache. Diese lernen sie ja nicht dem Land zuliebe, sondern das Beherrschen bringt ihnen selbst auch Vorteile, wie beispielsweise Freundschaften mit der ansässigen Bevölkerung schließen zu können.


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