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Österreichische Literatur von 1945-1968:


Historisch – politische Situation

Kapitulation Hitler-Deutschland, Österreich wird von den Alliierten besetzt, wird als

1. Opfer des NS-Regimes betrachtet, 1945 freie Wahlen – Koalition SPÖ / ÖVP.

Verdrängt wird dass viele Österreicher Nazis waren, man ist bestrebt möglichst schnell einen Normalzustand herbeizuführen, indem man ehemalige NS-Genossen politisch-gesellschaftlich integrierte um Österreich auch von den Reparationszahlungen der UDSSR zu schützen Mit dem Staatsvertrag 1955 gelang es, dass die Besatzungsmächte Österreich verließen; Wirtschaft erholt sich sehr zögernd,

Anfang 60 Jahre bescheidener Wohlstand

Die Situation der Literatur nach 1945

verschiedene Richtungen,

3 Gruppierungen feststellbar:

  • (Karl Heinrich Waggerl, Max Mell)
  • (Torberg, Hans Weigel )
  • (z.B. Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Ilse Aichinger)
  • Die "Wiener Gruppe" und die "Grazer Gruppe"

    Die Wiener Gruppe:

    Sie stellten sich gegen das Traditionelle in der österreichischen Literatur

    Vertreter knüpfen verschiedene Traditionen an (Barock, Wiener Volkstheater,

    Expressionismus), sie verwenden Dialekt, lösen teilweise die Syntax auf

    H.C. Artmann, Konrad Bayer, Ernst Jandl.

    Mit dem Selbstmord von Konrad Bayer 1984 löst sich die Gruppe auf.

    Die Grazer Gruppe:

    ist eine lose Vereinigung von Dichtern

    Ziel = literarisch und kulturell rückständige Klima in Graz zu bekämpfen

    (wichtigste Figur: Alfred Kolleritsch),gibt s.1960 die Zeitschrift "Manuskripte" heraus.
    Peter Handke, Barbara Frischmuth, Wolfgang Bauer

    Die wichtigsten Vertreter der Lyrik

    Ingeborg Bachmann (1926-1973) Nebelland

    Kärntnerin, Dr. der Philosophie, ungeklärter Feuertod in Rom; erlitt schwerste Verbrennungen

    schrieb Lyrik in erster Linie vor 1956, danach Prosa;

    Nebelland:

    I.B. Lyrik ist zum Teil von einer magisch wirkend, die Metaphern nur zum Teil auflösbar.

    Hermetische (rätselhaft) Struktur, Chiffren schwer auflösbar;

    Thema: Liebe

    Sonstige: Christine Lavant, Christine Busta

    Der Gegensatz Paul Celan (Todesfuge, Fadensonnen) – Erich Fried (Beim Wiederlesen eines Gedichtes von Paul Celan)

    Paul Celan (1920-1970) Todesfuge, Fadensonnen

    geb. 1920 Bukowina als Paul Ancel als Sohn deutschsprachiger Juden. Eltern kommen im KZ um. Er lebt nach dem Krieg in Wien u. Bukarest, danach in Paris. 1970 Freitod.

    Paul Celans Lyrik ist geprägt von seinen persönlichen Erfahrungen während des Nationalsozialismus.

    Chiffren kaum zu entziffern. Dunkle Metaphorik.

    Todesfuge (1945) – Thema: Vernichtung der Juden in den KZ.

    Fadensonnen- es geht um Sonnen- Licht, Energie, Wuchs und Leben

    im Gegensatz

    Erich Fried (1921-1988)

    Lebt in London seit 1938

    jüd. Abstammung, Verwandte auch im KZ ermordet, seine Lyrik radikal- politisches Engagement (Studentenbewegung 1968), klare präzise Sprache;

    Beim Wiederlesen eines Gedichtes von Paul Celan =

    Gegengedicht zu Fadensonnen

    HC Hans Carl Artmann (1921-2000)

    mein Herz, es gibt guade und bese geatna

    eingezogen in die dt. Wehrmacht – in amerikanischer Kriegsgefangenschaft,

    bei ihm steht das Experimentelle im Mittelpunkt seines Werkes.

    Artmann gilt als Hauptfigur der "Wiener Gruppe". 1972 nach Salzburg.

    Bekannt durch "Med ana schwoazzn dintn" – Dialekt wurde literarisch salonfähig.

    "Mein Herz" rhetorische Formen werden betont: Zeile 1-4 gleiche Grundstimmung,

    5-8 widersprüchl. Bilder

    "Es gibt guade und bese geatna"

    Ernst Jandl (1925-2000) schtzngrmm, Wien: Heldenplatz, bibliothek

    Geb. in Wien, Gymnasiallehrer (D/E), gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der konkreten Poesie;

    Experimentelle Texte (Begeisterung oder Ablehnung), bekannt durch: laut und luise

    Konkrete Poesie lehnt die traditionelle Form der Lyrik ab, für sie wird die Sprache zum Material, das bearbeitet, zerstückelt, verfremdet wird bzw. die Anordnung der Buchstaben neuen Sinngehalt bekommt (visuelle Lyrik) oder beim lauten Lesen eine spezielle Interpretation ermöglicht (Lautgedicht);

    Sprachliche Merkmale: Vokalhäufung -rundung, -ausfall, Sprachmischung;

    "schtzngrmmm": Lautgedicht

    "Bibliothek": konkrete Poesie – Spiel mit der Sprache

    fordert Freiheit für die "Buchstaben" für jeden

    "Wien: "Heldenplatz": literarische Abrechnung mit der Massenveranstaltung

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