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Deutsche Nachkriegs-Literatur von 1945-1949:


Historisch-politische Situation:

8. Mai 1945 Kapitulation des 3. Reiches, Die Bilanz des 2. Weltkrieges ist erschreckend: 40 Mio. Tote, 10 Mio. Flüchtlinge,

(die existentiellen ) Großes Problem der Menschen: Wohnung, Essen, Arbeit;

Entnazifizierung – Nürnbergerprozesse, Aufteilung Westen Osten, (1949)

Deutschland ist in vier Bestatzungszonen aufgeteilt, ebenso die Hauptstadt Berlin.

Infolge Kalten Krieges wird Westdeutschland von den Westnächten zum Bollwerk gegen Kommunismus ausgebaut

1945/46: Eine "Stunde Null" für die deutsche Literatur:

Nein, weil Literatur genauso wie Geschichte einen kontinuierlichen Prozess darstellt.

Nach Kriegsende kann es keine Stunde Null geben, deswegen, weil der Großteil der schreibenden Autoren bereits vor 1945 tätig war.

3 Generationen von Schriftstellern:

  1. Autoren, welche vor 1900 geboren sind (z.B. Alfred Döblin, Ulrich Becher, Werner Bergenkruen, Thomas Mann)

  2. Autoren, welche vor 1933 publizierten (z.B. Hans Werner Richter, Alfred Andersch, Günther Eich)

  3. jungen Schriftsteller, welche nach dem Krieg erstmals publizierten (Heinrich Böll, Wolfgang Borchert)

Poesie des Kahlschlags:

Richter und Andersch geben die Literaturzeitschrift "Der Ruf" heraus, in welchem u.a. die Forderung nach einer radikalen Erneuerung der Literatur artikuliert wird.

Am konsequentesten ist diese Forderung das Gedicht Inventur von Günther Eich, obwohl dieses Gedicht für das Gesamtwerk Eichs nicht typisch ist.

Einfache Sprache, einfache Form, kein Experimente, einfache und klare Bilder. Der Mensch hat alles verloren, ihm bleibt nur mehr das Allernötigste zum Leben; Vergleich mit Trümmerliteratur

Die Gruppe 47:

Die Zeitschrift "Der Ruf wird 1947 durch die Alliierten" verboten.

Hans Werner Richter reagiert darauf und erfindet 1947 die "Gruppe 47", die sich als unpolitisch im Sinne von Parteien und Systemen sieht. In den Treffen werden Texte besprochen, wenn diese Gefallen, wird der Autor in die Gruppe aufgenommen.

(z. B. Böll oder Bochert), Gruppe 47 hat moralische Ziele, dies nennt Richter anlässlich des 15jährigen Bestehens der Gruppe 47

3 Ziele der Gruppe:

Schriftsteller wie Heinrich Böll, Günter Grass, Ingeborg Bachmann verdanken der Gruppe 47 ihren Durchbruch, die im Laufe der Zeit immer einflussreicher wurde.

1967 löst Richter die Gruppe 47 auf;

Trümmerliteratur:

Die Trümmerliteratur und ihre Literaten beschäftigen mit den Menschen, die nach dem Ende des Krieges oft in zweifacher Hinsicht vor den Trümmern stehen: vor ihrer zerbombten Häuser und Wohnungen, sowie vor den Trümmern ihrer Beziehungen und Wertvorstellungen;

Literarische Vorbilder sind die Autoren der amerikanischen "short-stories". (Hemmingway)

Es wird über Lebensabschnitte von Menschen erzählt, wobei der Schluss meist offen ist.

Heinrich Böll und Wolfgang Borchert wenden sich gegen eine pathetische und symbolüberfrachtete Sprache

Borchert (1921 – 1947), der 1941 wegen Selbstverstümmelung vor ein Kriegsgericht gestellt wird und nach drei Monaten Haft an die Front muss, stammen Kurzgeschichten (Das Brot, Die Küchenuhr) sowie das Drama "Draußen vor der Tür", 1947 stirbt Borchert an einer kriegsbedingten Krankheit.

Zwei Dramen als Aufarbeitung der jüngsten Vergangenheit:

Wolfgang Borchert: "Draußen vor der Tür"

uraufgeführt 1947

offenes Drama

thematisiert Borchert das materielle und psychische Elend der unmittelbaren Nachkriegszeit:

beschreibt das Sich-nicht-mehr-Zurechtfinden eines von Krieg und Gefangenschaft gezeichneten Soldaten in der unmittelbaren Nachkriegsgesellschaft

Als der Kriegsheimkehrer Beckmann mit steifem Knie und Gasmaskenbrille nach drei Jahren Gefangenschaft in Russland nach Deutschland zurückkehrt, findet er den Platz bei seiner Frau von einem anderen Mann besetzt und will sich deswegen das Leben nehmen. Selbstmordversuch misslingt in der Elbe, er wird von einem Mädchen aufgenommen und als sie sich bei ihr zu Hause bequem machen, taucht ihr Mann auf, der im Krieg ein Bein verloren hat.

Beckmann besucht seinen ehemaligen Oberst, der einen Spähtrupp in den Tod geschickt hat, um ihn zur Verantwortung zu ziehen, doch dieser lacht ihn aus.

Auch der Kabarettdirektor schickt ihn weg, weil Beckmann mit Kriegslieder reüssieren will.

Seine Eltern haben sich das Leben genommen, aber er muss weiterleben:

Keiner hört ihn, keiner gibt ihm Antwort.

 

Carl Zuckmayr (1896-1977)

Einer der erfolgreichsten Dramatiker der Zwischenkriegszeit und der ersten Jahre nach dem 2. WK. Er verließ nach dem Anschluss Ö. an D. seinen Heimatort Henndorf u. emigrierte in die Schweiz, dann nach Amerika;

1942 im amerikanischen Exil entstanden,

Ende 1946 im Züricher Schauspielhaus uraufgeführt,

Des Teufels General (bis 1950 meistgespielte Theaterstück):

3200 Aufführungen

geschlossenes Drama

bietet Theater im klassisch-aristotelischem Sinn zum Mitfühlen

Theater zur Identifikation mit der Hauptfigur, die in einen tragischen Konflikt verstrickt ist, in dem nur mehr der Tod als Ausweg aus der Schuld möglich ist.

Harras begeisterter Flieger, ist grundsätzlich gegen NS-Regime (hilft Juden zur Flucht) – dient jedoch dem System da seine größte Leidenschaft das Fliegen ist (Karriere),

Als Flugzeuge, an deren Konstruktion Harras mitarbeitet, durch Sabotageakte abstürzen,

Harras muss Flugzeugabstürze untersuchen – Harras entdeckt seinen Freund ist Saboteur – Harras verspricht Verschwiegenheit – beide steigen in Flugzeug und stürzen ab;

Drama der geschlossenen Form (aristotelisch), Identifikation;

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