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Autobiographische und sozialkritische Literatur
Österreichs von 1968-1985:


Historisch-politische Situation nach 1968

1968 Studentenrebellion gegen politische und gesellschaftliche Zwänge; Sie beklagen Schein- und Doppelmoral der Aufbaugeneration, propagieren sexuelle Freiheit, versuchten neue Lebensformen;

70-Jahre: Aufbau eines Wohlfahrtsstaates, Erneuerung des Justizwesens

Aufbrechen alter Wertvorstellungen (keine gesetzl. Verfolgung von Abtreibung; SPÖ (Kreisky gewannen 1971 absolute Mehrheit bis 1983)

80-Jahre: Teilen Europas wieder eher konservative Trendwende;

Die Situation der Literatur nach 1968

Studentenrevolte von 1968 hatte der Nachkriegsliteraturauffassung (Literatur trage zur Weltveränderung bei ) eine Absage erteilt. War ein Bruch in den Werken Grass, Böll, Lenz der 50-er und 60-er Jahre.

Da die Existenzberechtigung fiktionaler Literatur von der 68-er Bewegung in Frage gestellt worden war aufzugeben oder Weiterschreiben.

Die Autoren entschieden sich trotzdem für das Weiterschreiben.

2 Strömungen feststellbar:

Literatur der Arbeitswelt und die Neue Subjektivität

Literatur der Arbeitswelt

Dokumentiert die Situation der Arbeitswelt

Das Vorbild: von Günter Wallraff:

Industriereportagen (1970), Ganz unten (1985)

Michael Scharang:

versucht den Interessen der Arbeiterklasse Gehör zu verschaffen

Gernot Wolfgruber:

Roman "Herren-Jahre"

Franz Innerhofer (1944-2002)

"Schöne Tage" (1974)

Der aus Krimml im Salzburger Pinzgau stammende Franz Innerhofer zeigt in der autobiographischen Trilogie: Schöne Tage (1974), Schattseite (1975), Die großen Wörter (1977) seine Kindheit und sein Leben als Knecht in der rauen Arbeitswelt auf einem Bergbauernhof, die Zeit seiner Schlosserlehre in einem kleinen Betrieb und schließlich seine Erfahrungen im zweiten Bildungsweg (Matura Salzburg) und als Student auf der Universität.

Doch "Holl", so der Name des Protagonisten, fühlt sich in der Welt der Intellektuellen nicht wohl und beginnt sich wieder der archaischen Welt der Landarbeiter und Bauern zuzuwenden.


Neue Subjektivität

Autobiographische oder zumindest biographisch gefärbter Werke

Man beschäftigte sich mit den Wurzeln der eigenen Existenz und förderte dabei zu tage, was zuvor an der Gesellschaft angeprangert wurde:

Intoleranz, Schwarze Pädagogik im Elternhaus, Schule und Internat und die nicht aufgearbeitete Zeit des Nationalsozialismus.

Barbara Frischmuth

Die Klosterschule

Thomas Bernhard (1931-1989)

Die Ursache- eine Andeutung- autobiographische Erzählung 1975

Peter Handke: Wunschloses Unglück (1972)

beschreibt 3 Phasen seiner Mutter, die Selbstmord begeht.

Beginn: Zeitungsartikel über den Mord

schildert deren Jugend und Ausbruchsversuche aus der Gesellschaft,

die für sie nur höchstens das Kochen ermöglichte.

Im Krieg lernt sie später ihren Mann kennen, verschlägt sich nach Berlin, nach Krieg zurück nach Kärnten – Alkoholiker – er schlägt sie. Das Ausleben ihrer Bedürfnisse ist unmöglich geworden – sie zieht sich zurück und begeht schließlich Selbstmord;

Thema: Bewältigung seiner Kindheit und Vergangenheit

Brigitte Schwaiger: Wie kommt das Salz ins Meer (1977)

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